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Märkische Bank

Kunden wollen täglich über ihr Geld verfügen

27.01.2011 | 18:12 Uhr
Kunden wollen täglich über ihr Geld verfügen

Hagen.Wenn Kunden nach der Finanzkrise bewährte Produkte verlangen und auf Sicherheit setzen, können Kreditinstitute damit und davon leben. Im Fall der Märkischen Bank sogar ganz gut, wie die Jahresbilanz für 2010 zeigte.

Vor allem wollen die Kunden flexibel bleiben und sich mit ihrer Geldanlage nicht für viele Jahre binden, wie aus der Bilanzvorlage der genossenschaftlich organisierten Märkischen Bank (Hagen/Iserlohn/Menden) für das vergangene Jahr hervorgeht.

Zwar wuchsen die Kundeneinlagen auf zum Jahresende fast 900 Millionen Euro, aber: „Klassische mehrjährige Anlagen werden gescheut“, erläuterte Vorstandschef Hermann Backhaus den 7-prozentigen Zuwachs von Sichteinlagen, die täglich verfügbar sind: „Die Leute legen ihr Geld maximal für drei bis vier Jahre an.“ Was natürlich auch am nicht eben attraktiven Zinsniveau für langfristigere Anlagen liegt, wie der Vorstandschef einräumte.

Gutes Wachstum im Kreditgeschäft

Während auch die Spareinlagen überdurchschnittlich um vier Prozent zulegten, nahm die Volksbank nach Backhaus’ Worten bei den Terminanlagen einen deutlichen Rückgang von knapp 10 Prozent „in Kauf“. Eine bundesweite Entwicklung - „staatlich gestützte Wettbewerber bieten Konditionen, die wir nicht bieten können.“

Das gilt aber nicht fürs Kreditgeschäft (+ 2,5 Prozent), dem Backhaus ein „gutes Wachstum“ bescheinigte. Insgesamt stellte die Märkische Bank ihren Privatkunden und der Wirtschaft in der Region je zur Hälfte 110 Millionen Euro an neuen Darlehen zur Verfügung. „Eine Kreditklemme war bei uns nie Thema“, betonte der Vorstandschef und fügte hinzu, bei der Risikovorsorge für etwaige Ausfälle sei die Bank „gut aufgestellt.“ Bei den Privatkunden wechselte der Schwerpunkt von klassischer Baufinanzierung zur Renovierung, während die Firmen, die sich laut Backhaus bis zum Herbst eher „vorsichtig“ zeigten, zunehmend Erweiterungsinvestitionen tätigten. Gewerbliche Finanzierungen etwa von Photovoltaik-, Windkraft und Biogasanlagen wuchsen gar um 60 Prozent.

Ein Prozent Zusatzbonus

Von der guten Entwicklung - allein die Bilanzsumme sank um ein Prozent auf 1,16 Milliarden Euro - sollen auch die Eigentümer (Genossen) profitieren. Aus dem Jahresüberschuss will die Märkische Bank auch für 2010 eine Basisdividende von 5,5 Prozent ausschütten und dazu einen Bonus von ein Prozent - insgesamt 1,2 Millionen Euro.

Von den derzeit 65 000 Kunden der Volksbank mit ihren 21 Geschäftsstellen, die laut Backhaus alle bestehen bleiben, sind bereits 25 000 Personen und Firmen Anteilseigner. Durch die Übernahme aller Auszubildenden erhöht sich die Anzahl der Mitarbeiter der Märkischen Bank auf 263.

Stefan Pohl

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