Krombacher bleibt Branchenprimus

Kreuztal..  111 000 Hektoliter weniger hat die Krombacher Brauerei von ihrem Pils im Jahr 2014 verkauft – und dennoch bleibt die Biersorte die meistverkaufte in Deutschland: 4,25 Millionen Hektoliter hat die Privatbrauerei aus dem nördlichen Siegerland abgesetzt. „Das entspricht einem Marktanteil von zehn Prozent. Jedes zehnte in Deutschland getrunkene Pils kommt aus Krombach“, stellt das Unternehmen fest.

Den leichten Rückgang führt die Brauerei auf die Preiserhöhung im Oktober 2013 zurück; außerdem verzeichnete sie „Abwanderungen“ – allerdings zu anderen Marken aus dem eigenen Haus, wie Krombacher Hell, Dunkel oder Weizen. Unzufriedenheit hört sich anders an.

Beim Getränke-Gesamtausstoß konnte das Unternehmen mit 6,577 Millionen sogar annähernd das Vorjahresergebnis von 6,619 Millionen Hektolitern erreichen. Ein Erfolgsrezept der Brauer und Geschäftsführer im Kreuztaler Ortsteil Krombach: ihre Markenstrategie.

Etwa die (alkoholfreien) Limonaden. Der Gesamtausstoß der Schweppes-Gruppe, für die Krombacher die Marken- und Vertriebsrechte für Deutschland besitzt, erreicht einen neuen Höchststand. Trotz Preiserhöhung. Der Bestwert liegt jetzt bei 876 000 Hektolitern, immerhin ein Plus von einem Prozent. Macht insgesamt einen Umsatz von 88,5 Millionen Euro.

Das gleiche Bíld bei der (ebenfalls alkoholfreien) Fassbrause, die nach Unternehmensangaben mit einem Marktanteil von 25 Prozent Marktführer ist (89 000 hl, + 4000 hl). „Im Gegensatz zu anderen Anbietern ist die Krombacher Fassbrause ein Erfrischungsgetränk und kein Biermixgetränk“, stellt das Unternehmen heraus.

Zuwächse vermeldet die Privatbrauerei auch für die Marken Krombacher Alkoholfrei (+ 4,5 Prozent) und Krombacher Radler (+ 3,4 %); letzteres ist mit 20 Marktanteil „deutlicher Marktführer“.

Das Krombacher Hell erfreut die Brauer aus dem Siegerland gleich im Jahr der Markteinführung mit „erfreulichen 64 000 Hektoliter Absatz“; allerdings dürfte für eine nachhaltige Platzierung am Markt noch Luft nach oben sein. Krombacher kündigte gestern jedenfalls die Fortsetzung der Werbekampagne mit Schauspieler Matthias Schweighöfer und „weitere Gebinde-Neuheiten“ an.

Allein beim Weizen-Bier und beim Dunkel muss die Brauerei jeweils einen Rückgang hinnehmen.

Bei den übrigen Marken, zu denen Eichener, Rhenania Alt, Rolinck, Cab (Biermixgetränk) und Vitamalz zählen, ging der Ausstoß auf 247 000 hl zurück; Krombacher begründet das mit der Schließung der benachbarten Eichener Brauerei und dem Aus der Privatbrauerei Iserlohn.

Aus für Iserlohner und Eichener

Die Brauer aus dem Grüner Tal hatten ihren Gastro - und Fassbierbereich 2011 an Krombacher verkauft. Den Wegfall im letzten Jahr konnte Krombacher teils kompensieren: „Einige Gastronomiebetriebe sind von Iserlohner direkt auf Krombacher umgestiegen“, berichtete Pia Munschek aus der Marketingabteilung.

Die Zahl der Beschäftigten am Standort Krombach bleibt stabil: Die Brauerei beschäftigt aktuell 968 Mitarbeiter – neun mehr als im Vorjahr.