Krise schlägt voll auf den Arbeitsmarkt in NRW durch
29.01.2009 | 23:40 Uhr 2009-01-29T23:40:00+0100Düsseldorf/Nürnberg. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar deutlich gestiegen. Auch in NRW hat der konjunkturelle Einbruch den Arbeitsmarkt voll erfasst. Im Januar schnellte die Erwerbslosenzahl um 55.000 in die Höhe, so stark wie zuletzt 1982.
Die Arbeitslosigkeit in NRW ist gegenüber Dezember in die Höhe geschnellt. Im Januar waren 781.000 Frauen und Männer ohne Job. Das bedeutete einen Anstieg um 55.000 oder 7,6 Prozent binnen einen Monats. Das war - ausgenommen die Zeit der Hartz-Arbeitsmarktreformen - der höchste Anstieg in einem Januar seit 27 Jahren, teilte die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit in Düsseldorf mit.
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Die Behörde macht dafür vor allem den konjunkturellen Einbruch verantwortlich, der nun voll auf den Arbeitsmarkt durchschlage. Zum anderen habe auch der besonders kalte Januar zu diesem deutlichen Anstieg geführt. Die Arbeitslosenquote beträgt im Januar 8,7 Prozent nach 8,1 Prozent im Dezember.
Massive Ausweitung der Kurzarbeit
Die Zahl der Arbeitslosen würde wohl noch höher liegen, wenn nicht so viele Firmen in NRW Kurzarbeit nutzen würden. Den Angaben nach haben seit November 4000 Betriebe aus konjunkturellen Günden Kurzarbeit für 142.800 Mitarbeiter angemeldet, allein im Januar 1680 Unternehmen für 45.000 Beschäftigte. Die Bundesregierung hatte die Kurzarbeiterregelung auf 18 Monate ausgedehnt. „Durch Kurzarbeit können Unternehmen qualifiziertes Personal halten und Entlassungen vermeiden“, wirbt die Chefin der Regionaldirektion, Christiane Schönefeld für die neuen Möglichkeiten.
Deutlich weniger freie Stellen
Der konjunkturelle Einbruch in NRW lässt sich auch an der Entwicklung der freien Stellen ablesen. Im Januar meldeten die Unternehmen den Agenturen ein Viertel weniger zubesetzende Jobs als noch vor einem Jahr. Derzeit gibt es in NRW 63.600 offene Stellen. Das sind acht Prozent weniger als im Dezember.
Besonders das Verarbeitende Gewerbe, Verkehrs- und Logistikbetriebe stellen weniger Menschen ein, so die Statistik. Entsprechend spüren auch die Zeitarbeitsfirmen die sinkende Nachfrage nach Arbeitskräften. Nur im Gesundheitswesen nimmt die Zahl offener Stellen derzeit noch zu.
Nach einem Rekord starker Rückgang bei Beschäftigtenzahlen
Fast zeitgleich zu den Arbeitsmarktdaten kam am Donnerstag das Statistische Landesamt NRW mit einer Rekordmeldung bei den Erwerbstätigenzahlen heraus. Im vergangenen Jahr seien 8,7 Millionen Menschen in NRW in Arbeit gewesen - so viele wie nie zuvor. Dazu zählen neben den abhängig Beschäftigten auch Selbstständige. Diese positive Entwicklung lief jedoch bereits Ende vergangenen Jahres aus. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ging von Oktober auf November um 0,3 Prozent zurück. Eine Entwicklung, die es so in den vergangenen fünf Jahren nicht gab, erklärte die Regionaldirektion.
Bundesweit 3,489 Millionen Menschen ohne Job
Auch bundesweit stieg die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Januar erneut. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte, waren offiziell 3,489 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 387 000 mehr als im Dezember, aber 170 000 weniger als im Januar 2008. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,3 Prozent nach 7,4 Prozent im Vormonat. «Der konjunkturelle Abschwung erreicht nun auch den Arbeitsmarkt», sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise.
Die Arbeitslosigkeit stieg damit bundesweit deutlich stärker als in den beiden Vorjahren, als im Schnitt eine Zunahme um 265.000 verzeichnet worden war. Gründe dafür sind laut Weise die kalte Witterung und der wirtschaftliche Abschwung.
Der Einfluss der Konjunktur zeige sich deutlich in den saisonbereinigten Zahlen, aus denen jahreszeitliche Schwankungen etwa durch die Witterung herausgerechnet werden. Saisonbereinigt verzeichnete die BA 56.000 Arbeitslose mehr als im Dezember. Dies ist der stärkste saisonbereinigte Anstieg seit der Einführung der Hartz-IV-Reformen Anfang des Jahres 2005.
"Es gibt keine guten Nachrichten vom Arbeitsmarkt", sagte Weise. Alle drei Kennzahlen des Arbeitsmarkts hätten sich durch die Wirtschaftskrise verschlechtert. "Die Arbeitslosigkeit stieg, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm erstmals ab, und die Arbeitskräftenachfrage sinkt mittlerweile kräftig."
Düstere Prognose vom RWI
Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung in Essen (RWI) sieht sich angesichts der aktuellen Arbeitsmarktentwicklung in seinen Prognosen bestärkt. Es rechnet bis Ende des Jahres bundesweit mit 600.000 Arbeitslosen mehr. "Niemand hat uns diese düstere Prognose recht geglaubt. Doch sie scheint sich zu bewahrheiten", sagte der RWI-Konjunkturexperte Roland Döhrn gegenüber DerWesten. (jgr/ddp/rtr)
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09:17
Heute merkt man es auch bei der WAZ:
http://www.derwesten.de/nachrichten/2009/1/31/news-108888214/detail.html
18:44
Richtig, das schreiben andere auch. Das is hier aber nu mal das WAZ /NRZ etc Forum... deswegen.
Was diese negative Stimmungsmache soll, ist die Frage! Den Arbeitgebern ein besseres Argument bei der nächsten Tarifrunde?
Wo ist denn die vielbeschworene Krise bitteschön? Zunächst ja wohl nur bei Spekulanten die den Hals nich vollgekriegt haben (und selbst das in den meisten Fällen nur auf dem Papier)
Wenn es uns aber nur fleissig weiter eingeredet wird, braucht man sich nicht wundern, wenn der Privatkonsum zurückgeht.
14:33
Das schreibt nur die WAZ, Herr Sahlmann?
Sie sind aber lustig, Herr Sahlmann. Das steht in a l l e n Tageszeitungen.
Was soll die WAZ denn alternativ schreben?
Märchen??????
12:47
Ich frage mich was die WAZ mit ihrer seit Monaten andauernden Krisenkampagne eigentlich bezwecken will? Die Arbeitslosen sind 170 000 weniger als im Januar 2008, erfährt man irgendwo im Text, also NICHT gestiegen, sondern gesunken. Da beim Volk aber nur die Schlagzeilen hängen bleiben, wird aus dieser eingeredeten Krise tatsächlich bald eine Nachfrage-bedingte Wirtschaftskrise.
Sicherlich lassen sich schlechte Nachrichten besser verkaufen als gute, aber wenn ich Ihre Zeitung und die Kommentare hier lese, gelange ich zu der Überzeugung, dass uns allen spätestens nächstes Jahr Hartz IV bevorsteht. Also besser schon mal sparen und überflüssige Ausgaben, wie Zeitschriftenabos, reduzieren...
12:08
@46 brandubh
Was heißt denn bald werden wir 10Mil. Empfänger
von ALG 1und 2 haben?
Die haben wir schon seit geraumer Zeit. Dank dem Lügenbaron Weise und seiner Regierungsauftraggeber werden diese realistischen Zahlen jedoch durch Statistiktricks ständig nach unten korrigiert. Wir werden bald mehr als 12Millionen Hilfeempfänger haben und ein Ende ist längst nicht in Sicht!
10:31
5,8 Millionen Menschen in diesem Land beziehen Arbeitslosengeld.
Aber es gibt laut dieser Agentur nur 3,49 Mio. Arbeitslose!
Die Arbeitslosigkeit wird in den nächsten Monaten noch weiter steigen. Es ist damit zu rechnen, dass etwas weitere 3,5 Mio hinzukommen.
Bald werden wir also knapp 10 Mill. Empfänger von Arbeitslosengeld I und II haben.
Wenn im September gewählt wird, werden viele Wähler vor neuen Lebensumständen stehen.
Der Kapitalismus ist endlich tot.
07:39
Wenn man das Grinsen eines H. Weise in diesem Artikel sieht, wird einem erst einmal klar, von welchen Schönredner, Statistikfälscher und Pensionsoptimierern (s. Jagoda) man in den den April geschickt wird. Aber solche Leute brauch dieses System; anpassungsfähig, flexibel, eloquent, charakterlos, gierig, unwissend, eben bundesrepubliktauglich !
04:08
So langsam kann die Bundesagentur die von CLEMENT (SPD) damals eingeführte neue Zählweise bei den Arbeitslosen, die tatsächliche Situation auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland nicht mehr vertuschen und das Lügengerüst kracht in Kürze zusammen - spätestens nach der Bundestagswahl im September !!!!!!!!!!!!! Wurde mit 57 Jahren von einer Essener Firme in den ***** getreten (weil zu teuer) und habe nach 4 Jahren nicht ein Angebot von dieser Behörde erhalten, obwohl ich hoch qualifiziert war/bin. Habe über 30 Jahre lang bundesweit Großprojekte (Kraftwerke, Industrieanlagen, Krankenhäuser, Verwaltungsgebäude, etc.) abgewickelt. Ich tauchte in den vergangenen 4 Jahren in keiner A-Statistik auf, weil ich die sog. 58-Regelung beim Arbeitsamt akzeptiert hatte. Heute stehe ich kurz vor der Rente. So funktioniert die Arbeitslosenstatistik von Herrn Clement (SPD) in Wirklichkeit !!!
00:32
Vollbeschäftigung hatten wir zuletzt vor 40 Jahren. Seit dem ist JEDE Regierung an ihrer Vollbeschäftigungsversessenheit gescheitert und trotzdem wählt die Masse immer wieder Pest oder Cholera!
Die letzten 20 Jahren wurden von 400 Jobs alleine 300 durch den technischen Fortschritt gekillt und damit mehr als durch die Globalisierung. Das kann selbst die Dienstleistungsbranche nicht auffangen!
Was sollen die kleingeistigen Aufrufe mancher Leute hier also, dass die Arbeitslosen sich Arbeit suchen sollen? Welche Arbeit? Die, die gerade noch weniger wird?
Warum weist die versammelte deutsche Presselandschaft nicht auf die zur Zeit laufende Petiton zum bedingungslosen Grundeinkommen hin? Passt eben nicht in das Schema der allgemeinen Meinungsmache von Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden!
Hoffentlich erinnern sich auch die noch Erwerbstätigen bei der nächsten wahl daran, dass ihnen die letzten Jahre auch viel genommen wurde und das Lohnniveau eher gesunken ist.
Vieles irrsinnig kommt in einer Krise erst so richtig zum tragen. Leider erst dann, wenn es zu spät ist!
00:05
Nix da mit Abschwung,....... für jeden ist was dabei:
http://nachrichten.t-online.de/c/17/51/98/76/17519876.html