Kraftwerks-Einsatz wird überflüssig

H.  Eine neue Netzanbindung im Märkischen Südwestfalen ersetzt den zwangsweisen Einsatz der unrentabel gewordenen Kraftwerke des regionalen Hagener Energieversorgers Enervie zur Sicherstellung der Stromversorgung. Das erklärten die Bundesnetzagentur sowie die Netzbetreiber Amprion, AVU Netz, Westnetz und Enervie Asset Network in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Übergangslösung

Kernpunkt der Übergangslösung für die zusätzliche Stromeinspeisung in das Enervie-Netz ist demnach die Bereitstellung zusätzlicher Netzanschlusskapazität am Anschlusspunkt Dortmund-Kruckel und die Kopplung der Systeme von AVU Netz und Enervie Asset Network in der Umspannanlage Herdecke bis zum Jahresende. Der neue Netzanschluss entspreche den Sicherheitsanforderungen aller beteiligten Netzbetreiber, heißt es in der Mitteilung. 2018 soll dann der Netzausbau in Hagen-Garenfeld durch Amprion die Übergangslösung überflüssig machen.

Enervie-Sprecher Andreas Köster hält deren Rückbau für wenig wahrscheinlich und sieht die Lösung mit zwiespältigen Gefühlen: „Wir freuen uns, dass unsere Kunden ab 2016 weniger Netzentgelte zahlen müssen“. Wie viel, ließ er offen und bestätigte nur, dass sie nicht mehr auf das Niveau von 2014 sinken würden.

Noch bis Jahresende

Köster wies aber auch für die Folgen für das Unternehmen hin: Statt noch mehrere Jahre zwangsweise betrieben zu werden, laufen die Enervie-Kraftwerke nur noch bis Ende dieses Jahres und werden dann geschlossen - mit Folgen für die Mitarbeiter. Der Sprecher kündigte eine Einzelfallprüfung für jede Kraftwerkseinheit an - „wir werden alle Möglichkeiten abklopfen.“

Eine Absage erteilte er Spekulationen, Enervie werde das GUD-Kraftwerk in Herdecke möglicherweise in Reserve halten - „das ist dann nicht mehr notwendig.“