Konkurrenz durch private Anbieter könnte Bahnfahren billiger machen
27.08.2012 | 08:49 Uhr 2012-08-27T08:49:20+0200
Hamburg. Die neue Konkurrenz durch den Hamburg-Köln-Express HKX, der auch das Ruhrgebiet mit der Hansestadt verbindet, hat laut dem Fahrgastverband "Pro Bahn" positive Auswirkungen auf das Angebot der Deutschen Bahn. Möglich wäre, dass bald auch die Preise für Zugtickets günstiger werden.
Der seit Ende Juli zwischen Hamburg und Köln verkehrende Bahn-Konkurrent HKX zeigt nach Einschätzung des Fahrgastverbands Pro Bahn schon jetzt eine positive Wirkung. Durch den neu entstandenen Wettbewerb habe sich das Angebot der Deutschen Bahn auf der Strecke bereits verbessert, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes Schleswig-Holstein/Hamburg, Stefan Barkleit. Die Deutsche Bahn setze auf der Strecke bereits längere Züge und "sicher nicht ganz zufällig" die ersten der neu designten Intercity-Waggons ein.
Ab Herbst will auch die private MSM-Gruppe Fernverkehrszüge zwischen Hamburg und Köln anbieten. Andere Verkehrsunternehmen würden diese beiden Angebote sehr aufmerksam beobachten, sagte Barkleit. Im Falle ihres Erfolgs würden künftig sicher weitere private Anbieter hinzukommen.
Konkurrenzdruck ähnlich wie beim Regionalverkehr
"Die Konkurrenzsituation wird grundsätzlich das Bahnangebot für alle Reisenden verbessern", sagte Barkleit. Das sei ähnlich wie beim Regionalverkehr, wo der Wettbewerb in den zurückliegenden Jahren spürbar die Qualität gesteigert habe.
Als weitere Auswirkung der privaten Konkurrenz kann sich Barkleit auch eine Änderung der bisherigen Preispolitik der Deutschen Bahn vorstellen. Das bisherige System eines relativ hohen Normalpreises könnte zugunsten eines generell niedrigeren Einstiegspreises aufgegeben werden. Im neu entstandenen Wettbewerb zwischen Hamburg und Köln ließe sich ein niedrigerer Grundpreis mit Sicherheit besser vermarkten. Es sei spannend zu beobachten, was auf dem sich entwickelnden Markt im Fernverkehr in den nächsten Jahren passiere, sagte Barkleit. (dapd)

17:50
es ist zwar zu begrüßen, daß die Preise sinken sollen. Erst recht heftig dürfte der Preiskampf aber erst bei Erlaubnis von greyhoundähnlichen Verbindungen werden.
Fragwürdig ist nur, ob dabei nicht längerfristig die Sicherheit, und zwar die des Streckennetzes auf der (Bahn)strecke bleibt. Zuallererst wird meist bei längerfristigen Investitionen gespart, und das wären in diesem Fall die Schienen etc.
Sonst haben wir in ein paar Jahren dasselbe wie jetzt mit den Autobahnbrücken.
D.h.: Haben wir ja jetzt schon. Man muß sich nur die Bahnhöfe abseits vom ICE anschauen, dann weiß man, was billiger bei der Bahn bedeutet,...
17:49
Die deutsche Bahn ist auch privat,
muss ihren Anlegern Gewinne bringen,
Menschen, Güter von A nach B zu bringen ist nur noch geduldeter Nebenzweck.
Die Privatisierung der Bahn muss zurückgenommen werden!
13:07
Neu designte Intercity-Waggons - eigentlich schon ein Minuspunkt ...
Naja, es soll doch "billiger" sein - und sieht auch so aus.