Autoindustrie
Kommt Mercedes C-Klasse bald aus den USA?
23.09.2009 | 09:49 Uhr 2009-09-23T09:49:00+0200
Stuttgart. Weil die Kosten in Deutschland zu hoch sind, lässt der Stuttgarter Autobauer Daimler die Produktion der Mercedes C-Klasse in Deutschland überprüfen. Wie es am Mittwoch in einem Zeitungsbericht heißt, werde über eine Verlegung in die USA nachgedacht.
Die C-Klasse wird zurzeit in Sindelfingen und in Bremen gebaut. In dem norddeutschen Werk waren Ende 2008 12.993 Mitarbeiter beschäftigt. Sindelfingen ist das größte inländische Produktionswerk des Autobauers. Dort arbeiteten Ende 2008 für Mercedes-Benz Cars 25.797 Beschäftigte (ohne Forschung und Entwicklung).
Von 1982 bis 2007 wurden rund 5,7 Millionen Modelle der Limousine, des Kombis und Sportcoupés der C-Klasse und deren Vorgängermodelle an Kunden ausgeliefert. Seit Marktstart der aktuellen C-Klasse im Frühjahr 2007 rollten bis Ende 2008 nochmals gut 500.000 Fahrzeuge vom Band.
Der Autobauer Daimler stellt laut einem Bericht die Fertigung der C-Klasse im Werk in Sindelfingen bei Stuttgart auf den Prüfstand. Das Management erwägt die Fertigung des Modells im größten inländischen Pkw-Werk einzustellen und die Baureihe zusätzlich im US-Werk Tuscaloosa vom Band laufen zu lassen, berichtete die «Stuttgarter Zeitung». Das Werk Bremen würde damit zum einzigen deutschen Standort, an dem die C-Klasse produziert werde.
Daimler-Sprecher Markus Mainka sagte am Mittwoch auf Anfrage: «Es gibt zur Standortpolitik der C-Klasse weder eine Entscheidung noch eine Empfehlung.» Der Betriebsrat hatte allerdings schon vor wenigen Tagen vor solchen Überlegungen gewarnt und sieht Tausende Jobs in Gefahr. Er hatte Plänen zur Verlagerung eine klare Absage erteilt.
Entwicklung des Dollarkurses wichtig
Mit der Produktion der C-Klasse in den USA will das Unternehmen dem Bericht zufolge Kostenvorteile nutzen und unabhängiger von Schwankungen des Dollar-Kurses werden. Nach internen Berechnungen betrügen die Lohnkosten je Stunde in Amerika umgerechnet etwa 30 Euro je Stunde, in Sindelfingen dagegen rund 54 Euro. Weil auch Frachtkosten und anderes gespart werden könnte, würden die Einsparungen je Auto bei einer US-Produktion auf 1200 bis 1500 Euro je Auto geschätzt. Ob eine Verlagerung beschlossen werde hänge unter anderem davon ab, wie das Management die weitere Entwicklung des Dollarkurses einschätze.
Daimler hält es dem Bericht zufolge bei einem schwachen Dollar für schwierig, mit den aus Deutschland exportierten Wagen der C-Klasse auf dem US-Markt Geld zu verdienen. Um den Stellenabbau in Sindelfingen zu dämpfen werde erwogen, die Fertigung des Edelroadsters Mercedes-Benz SL von Bremen nach Sindelfingen zu verlagern. Bremen sei heute bereits der wichtigste Standort für die C-Klasse. Dort laufen den Angaben zufolge rund 1000 Wagen dieser Baureihe vom Band. In Sindelfingen seien es etwa ein Drittel weniger.
Bei einer Umverteilung der Fertigung müssten nach den Berechnungen des Unternehmens jeweils 1200 Stellen an beiden Standorten gestrichen werden. Das Unternehmen glaube, dies ohne Kündigungen bewältigen zu können, schrieb die «Stuttgarter Zeitung». (ap)

19:13
Das eine (D-Produktion) und das andere (US-Produktion) haben nicht unbedingt etwas gemeinsam:
US-Produktion: Der US-Binnenmarkt ist gewaltig groß; jeder Hersteller, der etwas auf sich hält baut im Wirtschaftsraum USA (incl. Mexiko/Kanada) Autos. Japanische Hersteller praktizieren es bereits seit sehr vielen Jahren. Es wäre nur konsequent auch hier die C-Klasse zu produzieren.
D-Produktion: Mercedes ist eine deutsche Premiummarke und ein Teil aller Modelllinien, sollte auch in D produziert werden. Auch an anderen Standorten in der EU. Der Bremer Mercedes Standort ist aber m.E. nicht überflüssig. Werden hier C-Klassen-Kontingente abgezogen, könnten trotzdem hier C-Klassen-Sondereditionen (die teurer sind) produziert und weltweit vertrieben werden. Weltweit besteht ein Bedarf an luxuriösen Retroinnenleben-Modellen mit modernster Technik. Hier könnten Sonderserien entstehen, die z.B. nur 1 Luxusausstattung haben. Der Kunde kann nur die Wagenfarbe aussuchen. Die C-Editionsmodelle haben z.B. alle ein Riesenschiebe- oder Stoffdach. Die jährlich festgelegten Editionsserien werden von Interieurdesignern in den Zielmärkten festgelegt. Warum eigentlich nicht ? Märkte und Kunden sind vorhanden ... nur wenn diese nicht bedient werden (und keine Modewellen genutzt werden) kann man auch keine Autos verkaufen.
02:41
Wieso ist in Deutschland noch niemand auf einen Re-Import Handel mit Fahrzeugen aus den Staaten gekommen?
Ich bestell dann jetzt schon einmal vor!
16:04
Made in Germany war und ist ein Kaufargument...die schneiden sich wieder ins eigene Fleisch die Idioten...wie mit crysler...
12:20
Mein Audi ist jetzt 4 Monate alt, wenn ich solche meldungen lese, eine gute Wahl!
11:47
Wenn ich mir die VK Preise von Mercedes in USA anschaue wird mir ganz schlecht.
Da kostet z.B. die neue GLK 350 Klasse rd. 35.900 USD+ 6,5 % Taxe ( sind so ca 26.900 € )
Der Wagen kostet hier in D fast 47.100 €.
Aber so ist das mit allen Autos in den USA. Viel,viel billiger als hier in D. Und bei diesen Preise will man hier in D kein Geld verdienen ?
11:35
@3 Korrektur . soll Hohepriester heissen.
11:33
Ich bin mal gespannt wieviele Menschen im gerade zusammen brechenden Dollar-Imperium künftig in der Lage sind eine C-Klasse zu unterhalten.
Derartige Wildmacher-Meldungen passen aber in unsere durch die neoliberale Wirtschaftstheologie geprägte Wirtschaftswelt.
Man muß nur die Werte schaffende Arbeitnehmerschaft gegeneinander ausspielen und so billig wie möglich schuften lassen und schon sind alle Probleme gelöst.
Amüsant zu sehen ,dass selbst im offensichtlichen Versagen ihrer Sektiererei die neoliberalen Hoheptiester ihre Rituale quasi zwanghaft bei behalten.
Unsere sog. Wirtschaftselite ist so konditioniert wie der Hund bei dem berühmten Pawlow´schen Experiment.
10:32
Sowieso die bessere Wahl. ;-)
10:14
Dann müssen wir in zukunft halt BMW fahren!!!
Viel Erfolg Daimler.