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Kötter: "Der einfache Wachmann hat ausgedient"

28.09.2009 | 20:03 Uhr

Essen. Die Essener Unternehmensgruppe Kötter bezeichnet sich selbst als Nummer eins der Sicherheitsbranche in NRW. Sogar in der Wirtschaftskrise erwartet Kötter ein "leichtes Wachstum". Firmenchef Friedrich Kötter gab nun Einblick in seine Geschäftsstrategie.

Friedrich P. Kötter jun. ist Geschäftsführer der Fa. Kötter Sicherheitsdienste in Essen. Foto: Matthias Graben / WAZ FotoPool

Sie bestücken Geldautomaten, kontrollieren Flugpassagiere, erstellen Pandemie-Pläne, betreiben Gefängnisse, reinigen Krankenhäuser, beschützen Privatleute oder sitzen im Pförtnerhäuschen. Was wie das Aufgabenspektrum für ein halbes Dutzend Firmen erscheint, ist tatsächlich das Geschäftsfeld eines einzelnen Unternehmens. Friedrich Kötter, der Chef von bundesweit rund 12 400 Beschäftigten der Essener Kötter-Gruppe, spricht selbst von einem „riesigen Blumenstrauß an Dienstleistungen”.

Gäste empfängt Kötter in einem aufgeräumten Konferenzsaal der Firmenzentrale, die auf dem Gelände der Zeche Katharina entstanden ist. Die Flure schmücken moderne Grafiken und Gemälde im Pop-Art-Stil. Der 43-jährige Diplom-Kaufmann Friedrich Kötter, der das Unternehmen in dritter Generation führt, trägt einen dunklen Anzug mit feinen Nadelstreifen. Kötter versprüht Vertrauen und Seriosität – Charakterzüge, die besonders wichtig sind in einer Branche, die gelegentlich mit Lohn-Dumping oder Skandalen wie den Betrügereien der Geldtransportfirma Heros zu kämpfen hat.

GSG 9-Kommandeur im Beirat

Der Firmenchef scheint jedenfalls verinnerlicht zu haben, dass er selbst Sicherheit ausstrahlen muss, wenn er mit Dienstleistungen rund um die Risikominimierung sein Geld verdienen will. Kötter ist Vorstand von Branchenverbänden in Bern, Brüssel und Bad Homburg. Seit eineinhalb Jahren engagiert er sich im Initiativkreis Ruhr. Die Kötter-Gruppe schmückt sich auch mit einem prominenten Namen. In ihrem „Sicherheitsbeirat” sitzt Ulrich Wegener, der Kommandeur der legendären Polizeieinheit GSG 9, die im Oktober 1977 die Passagiere der entführten Lufthansa-Maschine Landshut befreite.

Wie es aussieht, geht die Strategie auf. Die Kötter-Gruppe ist beständig gewachsen und bezeichnet sich als Nummer eins der Sicherheitsbranche in NRW. Das Unternehmen wurde vor 75 Jahren in Wanne-Eickel als „Westdeutscher Wach- und Schutzdienst” gegründet. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei 280 Millionen Euro – nach 262 Millionen Euro im Jahr zuvor. Die Zahl der Mitarbeiter legte um 400 auf 12 400 zu. Kötter ist nach eigenen Angaben bundesweit die Nummer zwei der Sicherheitsbranche – hinter der Konkurrenz Securitas.

Selbst in der Wirtschaftskrise erwartet Kötter noch ein „leichtes Wachstum”. Auf der Kundenliste befinden sich Konzerne wie Eon und Thyssen-Krupp ebenso wie die Essener Philharmonie oder die Dortmunder Westfalenhallen, vor allem aber viele Mittelständler.

Geld auf der Straße

Ein Geschäftsbereich, der an Bedeutung gewinnt, sind Gelddienstleistungen. Täglich transportiert Kötter allein in NRW Münzen im Wert von 3,5 Millionen Euro. Das Unternehmen versorgt den Einzelhandel mit Wechselgeld – und zählt die Einnahmen, um sie bei der Bundesbank einzuzahlen. „Zuletzt haben Überfälle auf Banken abgenommen und Überfälle im Handel zugenommen”, sagt Kötter. „Die Banken haben über Jahre hinweg viel in Sicherheit investiert.” Beim Handel bestehe noch „ein gewisser Nachholbedarf”. Die Mitarbeiter von Kötter sind bewaffnet. Das Geld transportieren sie in einem Spezialkoffer, der die Scheine bei einem Überall einfärbt und damit für Kriminelle praktisch wertlos macht.

Die Anforderungen an einen Sicherheitsdienstleister seien komplexer geworden, sagt Kötter „Der einfache Wachmann hat ausgedient.” Wie weit gefasst der Sicherheitsbegriff ist, illustriert das Thema Schweinegrippe. Derzeit entwickelt Kötter Notfallpläne vor allem für Mittelständler, damit die Kunden im Katastrophenfall den Betrieb aufrechterhalten können.

Ulf Meinke

Kommentare
02.09.2010
16:45
Kötter: Der einfache Wachmann hat ausgedient
von Mustermann | #8

Bei Kötter Frankfurt am Main bekommt nicht jeder 174 Sunden und die mehr Stunden bekommen arbeiten offt auch über 260 Stunden und am Ende des Monats...
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2009-09-28 20:03
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