Keinen Bonus mehr für Nieten in Nadelstreifen
29.04.2009 | 16:25 Uhr 2009-04-29T16:25:00+0200Brüssel. Die EU-Kommission dringt auf Änderungen bei der Bezahlung von Managern. Demnach soll es Obergrenzen für Abfindungen und neue Vergütungsmodelle geben. Allerdings sind das nur Empfehlungen an die Mitgliedstaaten.
Keine goldenen Fallschirme mehr für Versager in der Chefetage, keine Boni mehr für Nieten in Nadelstreifen und keine Anreize mehr für Vorstände, waghalsige Strategien zu verfolgen, die nur kurzfristig den Aktienkurs nach oben treiben – das sind einige zentrale Forderungen, die am Mittwoch von der EU-Kommission erhoben worden sind. Konkret macht sich Brüssel für eine Obergrenze bei Abfindungen stark, ein vernünftiges Verhältnis zwischen Festgehalt und Erfolgszulagen und langfristigeren Kriterien bei der Bemessung der Leistung.
Zwar handelt es sich formell um „Empfehlungen“ – und die haben keine unmittelbare rechtliche Bindungskraft. EU-Kommissar Charlie McCreevy vermutet dennoch aus guten Gründen, dass die unverbindlichen Vorgaben Wirkung zeigen werden. Erstens sei es „im augenblicklichen politischen Klima wahrscheinlich“, dass die nationalen Regierungen die Ratschläge beherzigten – einige tun es ohnehin bereits.
Zweitens rechnet McCreevy damit, dass die Behörden schon bald die Möglichkeit haben werden, Firmen zu höheren finanziellen Puffern zu verdonnern, falls sie ihren Managern weiterhin unangemessene Gagen zahlen. Denn im Juni will McCreevy dafür sorgen, dass zum Beispiel Banken, die allzu risikofreudige Hasardeure mit höheren Einkommen belohnen, wegen der damit einhergehend zunehmenden Gefahren für die Stabilität des Finanzsystems mehr Reserven für Schieflagen bunkern müssen. Das ist bekanntlich teuer. Deshalb dürfte allein die Androhung eine disziplinierende Wirkung haben.

09:16
@ #1 von ellerw1
du siehst doch, der ungezügelte Kapitalismus funktioniert nicht.....wir brauche ein neues Wirtschaftssystem.....LEIBEIGENSCHAFT und wir führen wieder Kaiser ein
19:09
Keinen Bonus mehr für Nieten in Nadelstreifen
Richtig so, aber dann bekommt das Kind einen anderen Namen, und schon stimmt alles wieder...
17:28
Überspitzt könnte man sagen, .... führt doch die Planwirtschaft wieder ein. Gier nach Geld kann man nicht aufhalten.