Das aktuelle Wetter NRW 4°C
Arbeitsrecht

Keine außerordentliche Kündigung bei Surfen auf Pornoseiten

03.01.2013 | 09:37 Uhr
Keine außerordentliche Kündigung bei Surfen auf Pornoseiten
Surfen auf Pornoseiten muss nicht zu einer außerordentlichen Kündigung führen. Foto: Getty Images/iStockphoto

Frankfurt/Main.  Wenn ein Mitarbeiter am Dienstrechner Porno-Seiten aufruft, ist das noch kein Grund für eine außerordentliche Kündigung. Das hat das Bundesarbeitsgericht entschieden. Es entschied damit zugunsten eines Mannes, der sich zuvor jahrelang beim Surfen nichts hatte zu Schulden kommen lassen.

Arbeitgeber dürfen nicht immer mit einer außerordentlichen Kündigung reagieren, wenn Beschäftigte trotz eines Verbots vom Arbeitsplatz aus privat im Internet surfen. Zumindest bei Mitarbeitern, die seit Jahren "beanstandungsfrei" gearbeitet hätten, sei eine Abmahnung ausreichend und erforderlich, entschied das Bundesarbeitsgericht (Aktenzeichen: 2 AZR 186/11).

In dem Fall, auf den der Frankfurter Bund-Verlag hinweist, hatte der Kläger innerhalb eines Monats wiederholt Pornoseiten im Internet aufgerufen. Daraufhin kündigte das beklagte Unternehmen außerordentlich und hilfsweise ordentlich, da jegliche private Internetnutzung im Betrieb verboten war.

Hintergrund
Warum erfolgen Kündigungen oft vor Weihnachten ?

„Eine Riesensauerei“, sagen Arbeitnehmer, „dass Arbeitgeber oft noch zum Jahresende Kündigungen aussprechen – und so den Mitarbeitern das...

Laut Urteil war allerdings allein das Herunterladen pornografischer Bilder kein wichtiger Grund für eine außerordentliche Kündigung. Vielmehr hätte der Arbeitgeber eine Abmahnung aussprechen und dem Kläger damit die Chance geben müssen, sein Verhalten zu ändern.

Auch die hilfsweise ausgesprochene ordentliche Kündigung kassierten die Richter, da diese sozial nicht gerechtfertigt war. (dapd)

Kommentare
04.01.2013
11:17
Keine außerordentliche Kündigung bei Surfen auf Pornoseiten
von eisenkopf | #5

@4

Haha, daran habe ich auch gerade gedacht. Das läuft dann garantiert ähnlich ab: die ******* ermittelt, das Fernsehen kommt und man ist raus. Dann...
Weiterlesen

Funktionen
Aus dem Ressort
Weidmann: Notenbanker sind nicht die Ausputzer der Politik
Essen.
Nur nicht nachlassen mit der Kritik an Europas Finanzpolitik: Bundesbankpräsident Jens Weidmann sprach am Dienstag vor dem Politischen Forum Ruhr.
DGB fordert zum Tag der Arbeit auf, sich einzumischen
1. Mai
Die Kundgebung am 1. Mai steht unter dem Motto „Die Arbeit der Zukunft gestalten wir“. Der DGB ruft dazu auf, sich in Debatten einzumischen.
Deutsche Bank: Quintett um Fitschen auf der Anklagebank
Deutsche Bank
Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, und vier hochrangige Ex-Kollegen sollen ein Gericht belogen haben. Nun sind sie auf der Anklagebank.
Bei McDonald's bringen Kellner die Pommes zum Tisch
McDonald's
Kellner und Tischservice bei McDonald's? Für Fast-Food-Fans ist das ungewohnt – aber in NRW hat jetzt eine Filiale mit Bedienung eröffnet.
Autonotruf eCall ab 2018 in allen neuen Pkw-Modellen Pflicht
eCall
Das automatische Notrufsystem eCall wird ab 2018 in allen neuen Pkw Pflicht. So sollen die Zahlen der Unfalltoten um zehn Prozent verringert werden.
article
7442755
Keine außerordentliche Kündigung bei Surfen auf Pornoseiten
Keine außerordentliche Kündigung bei Surfen auf Pornoseiten
$description$
http://www.derwesten.de/wirtschaft/keine-ausserordentliche-kuendigung-bei-surfen-auf-pornoseiten-id7442755.html
2013-01-03 09:37
Arbeitbsrecht, Kündigung, Internet, Surfen, Pornografie
Wirtschaft