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Anti-Viren-Programme

Kaspersky macht mit G Data ihrem Ex-Mann Konkurrenz

28.10.2012 | 16:54 Uhr
Kaspersky macht mit G Data ihrem Ex-Mann Konkurrenz
Natalya Kaspersky will das Bochumer Softwarehaus G Data international bekannter machen. Foto: Jakob Studnar/WAZ FotoPool

Bochum.   Die russische IT-Unternehmerin Natalya Kaspersky steigt beim Bochumer Anti-Viren-Spezialisten G Data ein und will jetzt der Firma ihres Ex-Manns Konkurrenz machen. Bei ihrem Antrittsbesuch im Revier machte sie klar: G Data müsse international mehr wahrgenommen werden.

Sie hat schon einmal ein Software-Unternehmen groß gemacht. Die Firma trägt ihren Namen: Kaspersky. Doch jetzt steigt Natalya Kaspersky ausgerechnet bei einem deutschen Konkurrenten ein. Beim Bochumer Anti-Viren-Spezialisten G Data rechnet sich die studierte Mathematikerin offenbar bessere Geschäftschancen aus als in dem russischen Unternehmen, das sie einst mitgegründet hat.

Ruhig und überlegt schildert sie, warum sie sich für G Data entschieden hat und 16,8 Prozent der Firmenanteile von einem Berliner Risikokapitalgeber und anderen Kleinaktionären erworben hat. Natalya Kaspersky, die auch in den Aufsichtsrat wechselt, will nun häufiger in Bochum vorbeischauen. Und sie möchte ihr Deutsch verbessern. Schon jetzt erklärt die Geschäftsfrau aus Moskau in deutscher Sprache, welche Trends die weltweite Software-Branche prägen. Nur hin und wieder sucht sie nach den richtigen Worten, was ihr unangenehm zu sein scheint. Wenn Natalya Kaspersky etwas unternimmt, will sie es wohl perfekt machen.

Abschied Anfang des Jahres

Für die 46-Jährige, die als eine der erfolgreichsten Frauen der IT-Branche gilt, beginnt ein neues Kapitel. Innerhalb von 18 Jahren hatte sie zusammen mit ihrem Ex-Mann Eugene Kaspersky eine der führenden IT-Sicherheitsfirmen mit mehr als 2300 Mitarbeitern aufgebaut. Überraschend verließ sie Anfang dieses Jahres das Unternehmen und verkaufte sämtliche Firmenanteile von Kaspersky Labs. Zum heiklen Thema, dass sie nun ihrem Ex-Mann Konkurrenz macht, sagt sie nur: „Der Anti-Viren-Markt ist groß.“ Eine öffentliche Schlammschlacht ist ihre Sache nicht.

Software-Industrie
Natalya Kaspersky steigt bei G Data in Bochum ein

Die Russin Natalya Kaspersky war Chefin beim weltbekannten Antiviren-Spezialisten Kaspersky Lab. Nun steigt die Unternehmerin beim Sicherheitssoftware-Hersteller G Data ein. Kaspersky erwirbt 16,8 Prozent am Bochumer Unternehmen.

In Bochum wird die Frau aus Moskau mit offenen Armen empfangen. Kai Figge, der mit knapp 40 Prozent der wichtigste Anteilseigner der Softwareschmiede ist, spricht von „einer Traumkonstellation“. Man wolle nun gemeinsam über Themen wie die Firmenstrategie, Märkte, Produkte, Forschung und Entwicklung diskutieren.

1985 als Studentenfirma gegründet

G Data nimmt für sich in Anspruch, 1987 das weltweit erste Virenschutzprogramm entwickelt zu haben. Die erste Anti-Viren-Software der Welt stammt also nicht aus den USA, sondern aus dem Ruhrgebiet. Die Geschichte der Firmengründung wird so erzählt: 1985 haben die Informatikstudenten Kai Figge und der mittlerweile verstorbene Frank Kühn auf der Hannover Messe den legendären Atari-Rechner gesehen. In ihrer Begeisterung tüftelten sie an ersten Programmen für den Computer. Seitdem hat sich G Data von einer kleinen Studentenfirma zu einem der größten deutschen Hersteller für Anti-Viren-Software entwickelt. Etwa 300 Beschäftigte arbeiten derzeit für G Data.

Beim Antrittsbesuch in Bochum ließ Natalya Kaspersky keinen Zweifel daran, dass sie noch Entwicklungspotenziale für die Firma sieht. G Data werde noch zu sehr als deutsches Unternehmen am Markt wahrgenommen, sei nicht international genug. „Das ist nicht richtig“, sagt sie. „Wir werden das zusammen korrigieren.“ Sie klingt entschlossen bei ihrem ersten offiziellen Besuch. Natalya Kaspersky scheint zu wissen, was sie will.

Ulf Meinke

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Kommentare
28.10.2012
18:06
Kaspersky macht mit G Data ihrem Ex-Mann Konkurrenz
von Dotkor | #1

Ex-Mann hin oder her - Anti-Viren-Software wird gern als Snakeoil bezechnet, was sagt die Fachredaktion dazu? ist da etwas dran oder handelt es sich nur um ein unbestätigtes Gerücht aus Hackerkreisen?

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