Karstadt will Zentrale in Essen aufgeben

Essen..  Der angeschlagene Warenhauskonzern Karstadt sucht eine neue Firmenzentrale und schließt nicht aus, seinen bisherigen Sitz Essen zu verlassen. Das geht aus einer Mitteilung an alle Mitarbeiter hervor, die die Karstadt-Spitze gestern verschickte.

In der internen Mitteilung, die unserer Zeitung vorliegt, heißt es, dass der im Jahr 1969 in Betrieb genommene Verwaltungskomplex im Essener Stadtteil Bredeney nicht mehr zeitgemäß sei. „Das Gebäude des Karstadt Service Center entspricht weder funktional noch technisch den Anforderungen eines modernen Arbeitgebers und Unternehmens“, heißt es in dem Schreiben.

Die Konzern-Führung plant deshalb, einen „modernen Zentralstandort“ zu entwickeln, der „speziell auf die Bedürfnisse von Karstadt zugeschnitten ist“. Nach unseren Informationen ist ein Umzug in den nächsten zwölf bis 18 Monaten geplant. Wo die neue Zentrale entstehen soll, ist offenbar völlig offen. In der Mitteilung an die Belegschaft heißt es dazu, bei der Standortsuche wolle man den „Bedürfnissen der Mitarbeiter und Besucher von der Erreichbarkeit her“ Rechnung tragen. Dazu wurde analysiert, von wo die Karstadt-Beschäftigten täglich zur Arbeit fahren.

Längst zu groß geworden

Wie aus dem Unternehmensumfeld verlautete, fühlt sich Karstadt offenbar nicht mehr an den Traditionsstandort Essen gebunden. „Wir suchen ergebnisoffen“, heißt es. Die Zentrale in Bredeney, die Ende der 1960er-Jahre für den damals größten deutschen Handelskonzern gebaut wurde, ist längst zu groß zu geworden. Von Essen aus steuerte Karstadt in den vergangenen Jahrzehnten eine Fülle von Tochterunternehmen wie Neckermann, Quelle, Kepa, Hertie und andere, die inzwischen vom Markt verschwunden sind oder nicht mehr zum Konzern gehören. Die dritte Etage des Gebäudes steht komplett leer.