Karstadt-Feinkostmarke Perfetto steht auf dem Prüfstand

Die Warenhauskette Karstadt hat viele Baustellen.
Die Warenhauskette Karstadt hat viele Baustellen.
Foto: dpa
Noch eine Baustelle für den Essener Warenhauskonzern Karstadt: Das Geschäft mit Delikatessen der Tochterfirma Perfetto läuft offenbar schlecht.

Essen.. Die Karstadt-Lebensmitteltochter Perfetto steht auf dem Prüfstand. Das Karstadt-Gemeinschaftsunternehmen mit der Kölner Rewe-Gruppe sei ein „erheblicher Sanierungsfall“, verlautete aus dem Umfeld des Unternehmens. Dies sei auch Thema während der Karstadt-Aufsichtsratssitzung in der vergangenen Woche gewesen. Jeder Perfetto-Markt sei genau unter die Lupe genommen worden. Perfetto verzeichne weiterhin Rückgänge bei Kundenfrequenz und Umsatz. Für das abgelaufene Geschäftsjahr werde ein Verlust von rund zehn Millionen Euro befürchtet, hieß es.

Neue Sanierungsverhandlungen zeichnen sich ab. Schon für die Jahre 2011 bis 2013 galt ein mit der Gewerkschaft Verdi vereinbarter Sanierungstarifvertrag, durch den sich die Personalkosten verringerten.

Unter der Marke Perfetto („Feine Kost bei Karstadt“) gibt es bundesweit 43 Filialen, wie dem Online-Auftritt des Unternehmens zu entnehmen ist. Allein in NRW zählt Perfetto neun Standorte, darunter in Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Mülheim, Iserlohn und Recklinghausen. Laut Bundesanzeiger hat das Unternehmen im Jahr 2013 rund 2100 Mitarbeiter beschäftigt.

Schon in der Vergangenheit Verluste in der Bilanz

Perfetto hat sich auf hochpreisige Lebensmittel und Delikatessen spezialisiert. Die Marke gehört zur vor zehn Jahren gegründeten Gemeinschaftsfirma Karstadt Feinkost GmbH & Co. KG mit Sitz in Köln. Die Essener Warenhauskette Karstadt hält die Anteilsmehrheit, daneben sitzt der Lebensmittelriese Rewe mit im Boot.

Die im Bundesanzeiger veröffentlichen Zahlen für 2013 lassen die schwierige Lage der Firma Karstadt Feinkost erahnen: Angegeben wird ein Jahresfehlbetrag von knapp zwei Millionen Euro und ein Bilanzverlust von rund 63 Millionen Euro. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent auf 294,8 Millionen Euro zurück.

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