Das aktuelle Wetter NRW 16°C
Warenhauskonzern

Karstadt-Eigner Berggruen kommt Dienstag nach Essen

02.06.2013 | 16:00 Uhr
Karstadt-Eigner Berggruen kommt Dienstag nach Essen
Karstadt-Besitzer Nicolas Berggruen in New York. Am Dienstag soll er zu einem Besuch in die Karstadt-Zentrale in Essen-Bredeney kommen.Foto: Claire Schneider

Essen.   Der Milliardär und Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen kommt am Dienstag in die Zentrale des kriselnden Warenhauskonzerns nach Essen-Bredeney. In Medien ist von einem „Krisengespräch“ die Rede. Den Eindruck wies das Unternehmen am Sonntag allerdings zurück.

Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen trifft am Dienstag in Essen mit dem Management des Warenhaus-Konzerns zusammen. Dabei handele es sich um einen „ganz normalen Informationsbesuch“, von einem Krisen-Treffen könne keine Rede sein, sagte ein Berggruen-Sprecher. Die „Bild am Sonntag“ hatte von einer Krisensitzung berichtet.

Berggruen, der sich auch in der internationalen Politik-Beratung engagiert, stellt heute in Berlin sein Buch „Klug regieren – Politik für das 21. Jahrhundert“ vor. Auch wenn sich der deutsch-amerikanische Finanzinvestor und Mäzen auf einer gewöhnlichen Europa-Reise befindet, kommt er doch zu einem Zeitpunkt, in dem ihm zunehmende Kritik in Deutschland entgegenschlägt.

Lesen Sie auch:
Karstadt-Chef Jennings gerät stärker unter Druck

Unruhe bei Karstadt: Berichte über Umsatz-Einbußen machen die Runde. Dass die Beschäftigten auf Lohnsteigerungen verzichten sollen, sorgt für Unmut. Karstadt-Geschäftsführer Jennings gerät unter Druck. Kritik gibt es auch an Karstadt-Eigentümer Berggruen.

Die Gewerkschaft Verdi ist erzürnt, nachdem Karstadt angekündigt hat, zeitweise aus dem Flächentarifvertrag auszusteigen. Ein im Juli 2012 angekündigter Abbau von 2000 Arbeitsplätzen ist weitgehend abgeschlossen.

Kaufhof lehnt Fusion mit Karstadt ab

Vor dem Hintergrund der neuerlichen Belastungen für die Beschäftigten dürfte eine Vereinbarung zwischen Karstadt und Berggruen für Diskussionen sorgen, wonach der angeschlagene Warenhauskonzern zwischen acht und zwölf Millionen Euro jährlich für die Nutzung der Namensrechte bezahlen muss. Berggruen soll laut „Bild am Sonntag“ für die Rechte einmalig fünf Millionen Euro bezahlt haben.

Den immer wieder auftauchenden Spekulationen über ein Zusammengehen von Karstadt und Kaufhof erteilte Kaufhof-Chef Lovro Mandac eine Absage. Karstadt sei kein geeigneter Fusionskandidat, sagte Mandac der FAZ. Für den Fall eines Zusammenschlusses müsste man in den nächsten drei Jahren zu viel Kraft für die Integration aufwenden. Doppelstrukturen wie zwei Zentralen oder zwei Logistiksysteme müssten vereinheitlicht werden. Wünschenswert wäre vielmehr ein strategischer Partner aus dem Ausland.



Kommentare
02.06.2013
21:24
Karstadt-Eigner Berggruen kommt Dienstag nach Essen
von derSchatten | #2

Er kann ja nichts dafür, aber auf dem Bild sieht er arrogant aus. Wer hat der HAT!

02.06.2013
20:10
Karstadt-Eigner Berggruen kommt Dienstag nach Essen
von Lirpa | #1

Karstadt wird,daran gibt es kaum Zweifel,das zweite Opel-Bochum werden.Inzwischen zum Ramschladen verkommen,der sich nur noch versucht mit pausenlosen Rabattzusagen für "Freunde des Hauses" zu retten. Marketing in der primitivsten Form.

Aus dem Ressort
Warum Buchhändler das Ende der Buchpreisbindung fürchten
Freihandel
Buchhändler machen mobil gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA. Ihre Angst: Bei den Verhandlungen könnten die Europäer die deutsche Buchpreisbindung opfern. Aber sind die festen Preise überhaupt noch zeitgemäß - und was wäre, wenn die Preisbindung verschwände?
„Rote Karte gegen Tarifflucht“ bei Amazon in Rheinberg
Streik
Die Beschäftigten des Onlineversandhändlers Amazon wollen unbedingt einen Tarifvertrag abschließen. Die Haltung, dass das Unternehmen mit den Mitarbeitervertretern darüber nicht einmal reden wolle, müsse aufgebrochen werden. Man werde nicht locker lassen, kündigen DGB und Verdi an.
Autozulieferer Hella aus Lippstadt geht an die Börse
Familienunternehmen
Mit neuer LED-Lichttechnik und Elektronik für die Automobil-Industrie wächst Hella aus Lippstadt seit Jahren. Jetzt geht das Familienunternehmen an die Börse. Platziert werden aber nur 15 Prozent der Anteile.
Arbeitslosenquote ist in Duisburg deutlich gefallen
Arbeitsmarkt
Im Oktober sank die Quote um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Damit liegt die Stadt an der Spitze im Ruhrgebiet. Insgesamt waren gut 30.500 Menschen in Duisburg arbeitslos gemeldet. Insbesondere bei der Jugendarbeitslosigkeit gibt es positive Entwicklungen.
Nahles startet in Bochum neues Portal für Haushaltshilfen
Haushalts-Börse
In vielen Haushalten arbeiten Putzhilfen, Gärtner oder Babysitter - häufig ohne bei den Behörden angemeldet zu sein. Die Schwarzarbeit im privaten Bereich will die Minijobzentrale jetzt mit einer neuen Online-Stellenbörse bekämpfen - undhat dafür ein digitales "Schwarzes Brett" entwickelt.
Umfrage
Statt mit Aufkleber will Verkehrsminister Dobrindt die Pkw-Maut mit automatischer Nummernschild-Erkennung an den Autobahnen kontrollieren lassen. Was halten Sie davon?

Statt mit Aufkleber will Verkehrsminister Dobrindt die Pkw-Maut mit automatischer Nummernschild-Erkennung an den Autobahnen kontrollieren lassen. Was halten Sie davon?