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Karstadt bestellt Betriebsräte zu Krisentreffen ein

13.05.2013 | 13:46 Uhr
Karstadt bestellt Betriebsräte zu Krisentreffen ein
Karstadt hat überraschend seine Betriebsräte einbestellt.Foto: Ralf Rottmann

Berlin/Essen.  Die Warenhauskette Karstadt hat Betriebsräte aller Standorte am Montag zu einem Krisentreffen in der Essener Zentrale zusammengerufen. Ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi bestätigte das Treffen. Es laufe seit dem Vormittag. Die Kette mit mehr als 10 000 Beschäftigten soll nach nicht bestätigten Medienberichten unter deutlichen Umsatzeinbußen leiden.

Der kriselnde Kaufhauskonzern Karstadt hat seine Betriebsräte für Montag zu Gesprächen einbestellt. Das Betriebsrätetreffen werde gegen Mittag in Düsseldorf beginnen und werde voraussichtlich mehrere Stunden dauern, sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi in Berlin. Über den Inhalt des Gesprächs sei Verdi vorab nicht informiert worden. Die Gewerkschaft werde bei dem Treffen jedoch vertreten sein.

Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" vom Montag handelt es sich bei dem Gespräch um ein "Krisentreffen", zu dem die Konzernführung geladen hat. Demnach sollen aus jeder Filiale fünf Betriebsräte kommen und damit ungewöhnlich viele. Dies deute auf "heikle Themen" hin, berichtete die Zeitung. Ende der Woche seien zudem Betriebsversammlungen angesetzt, in denen voraussichtlich sämtliche Mitarbeiter des Konzerns über den Ausgang der Betriebsratsgespräche am Montag informiert würden.

Karstadt steckt seit Jahren in der Krise. 2010 war die Kaufhauskette nach der Pleite des Touristik- und Handelskonzerns Arcandor vom US-deutschen Investor Nicolas Berggruen übernommen und damit vor dem Aus bewahrt worden. Berggruen versprach, die Arbeitsplätze zu erhalten und die Filialen zu modernisieren.

Weiterer Stellenabbau nicht ausgeschlossen

Im Sommer 2012 kündigte Karstadt dann allerdings den Abbau von rund 2000 Stellen bis 2014 an. Davon wurden schon rund 1850 durch Frühpensionierung, freiwilligen Austritt, natürliche Fluktuation und Nichtverlängerung befristeter Arbeitsverträge eingespart. Insgesamt arbeiten rund 22.000 Menschen bei Karstadt.

Karstadt-Chef Andrew Jennings hatte kürzlich vor einem schwierigen Geschäft für sein Unternehmen in diesem Jahr gewarnt. "Dieses Jahr wird noch hart werden, aber dann werden wir Land sehen", sagte Jennings in einem Interview mit der Berliner Tageszeitung "Der Tagesspiegel".

Einen weiteren Stellenabbau wollte Jennings nicht ausschließen. Karstadt habe nach den bisherigen Einschnitten nun zwar "die richtige Größe", sagte Jennings dem "Tagesspiegel". "Es ist aber klar, dass am Ende der Kunde entscheidet, ob wir erfolgreich sind oder nicht." Im Geschäftsjahr 2010/2011 hatte Karstadt demnach 21 Millionen Euro Verlust gemacht. (afp/dpa)


Kommentare
13.05.2013
20:32
Was soll man dazu noch schreiben?
von MiriamWenner | #5

Im Prinzip, können einem die Mitarbeiter wirklich leid tun. Jetzt haben sie so viele Jahre zur Sanierung dieses "Unternehmens" beigetragen und ihre Arbeitsplätze sind trotzdem nicht sicher - sie werden es auch nie sein! Das auserkorene Fashion-Konzept von Herrn Jennings scheint ja bestens aufzugehen - fragt sich nur für wen!
Wer kann, sollte gehen! Diese lassen sich ausnehmen wie eine Hafermastgans. Der Betriebsrat wird dann erneut scheinheilig irgend einen Erfolg vermelden, den es schon lange nicht mehr bei Karstadt gibt. So frisst die Belegschaft dann erneut diese bittere Pille und wird mit realem Lohnverzicht entlohnt. Wenn man nun noch die Inflation (2% nach offizieller Lesart) hinzurechnet, wird es wirklich bitter. Und dieser Schritt wird nicht der letzte in dieser Richtung sein und bleiben - soviel ist sicher. Ich rechne täglich mit einer erneuten Insolvenz.

13.05.2013
15:14
Karstadt bestellt Betriebsräte zu Krisentreffen ein
von schneekiller | #4

Ich kann dem vorherigem Kommentar nur voll zustimmen,
Karstadt ist ein Relikt der 70er Jahre, aber leider nicht nur das Kaufhaus, sondern auch seine Mitarbeiter. Kundenorientiert heißt dort, schnell weg, ein Kunde naht, ein Kunde sucht etwas? Nur nicht helfen, ein "dahinten" reicht.
Und zur Krönung öffnet eine ganze Stadt an einem Abend in der Woche länger, wie in Recklinghausen zum Anlass "Recklinghausen leuchtet" geschehen, nur Karstadt bleibt zu, da laut Betriebsrat die Belastung für die Mitarbeiter zu groß wäre!!!
Ob die Mitarbeiter in den anderen Geschäften weniger Belastung haben?
Naja, man darf sich dann nur nicht wundern, wenn zu so einem Anlaß die Lichter ausbleiben, dass sie auch für immer dunkel bleiben können.

13.05.2013
14:20
Karstadt bestellt Betriebsräte zu Krisentreffen ein
von vivalavida | #3

Karstadt ist ein Relikt der 70. Jahre.
Warenhäuser die alles unter einem Dach anbieten haben seit dem Ende der 1980er keine Zukunft mehr.
Karstadt hatte schon immer ein schlechtes Management und überteuerte Preise.
Das beste Personal der Welt kann bei Karstadt auf dauer nichts verkaufen.

13.05.2013
14:16
Karstadt bestellt Betriebsräte zu Krisentreffen ein
von freischwimmer | #2

und wo bleibt Herr Berggrün der große Retter u. Sanierer ?

13.05.2013
14:06
Kein Wunder!
von BrettBumms | #1

Was kann ich denn bei karstadt noch kaufen?

Der Multimediabereich von karstadt macht dicht. Keine Kameras, keine Laptops, keine PCs, keine Fernseher mehr.

Okay, meistens war Karstadt ja auch viel zu teuer und zu unflexibel. Aber wozu sollte man denn jetzt noch nach Karstadt fahren?

Der Lbensmittelbereich gehört auch schon nicht mehr zu Karstadt und wegen der "Klamotten" fährt man doch eher zu den Spezialisten.

Für mich ist dies das Ende von Karstadt!

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