Kanadier liegen bei Kaufhof vorn

An Rhein und Ruhr..  Im Bieterrennen um den Kaufhof zwischen Hudson’s Bay und Karstadt-Eigner René Benko scheinen die Kanadier auf der Zielgeraden die Nase vorn zu haben. Nach Informationen der NRZ aus Branchenkreisen verhandelt Kaufhof-Mutter Metro derzeit mit der Hudson’s Bay Company (HBC) „auf Ziel“. Es gehe um letzte Details für einen Kaufvertrag, über den der Metro-Aufsichtsrat dann zeitnah entscheiden könne. Im Falle des Zuschlags, der dem Vernehmen nach bereits in der kommenden Woche erfolgen könne, stünde HBC bereit für die Übernahme, auch die Finanzierung sei geklärt.

Knapp unter 3 Milliarden

Ob die Metro, die ihre Warenhaus-Kette Kaufhof seit Jahren nicht mehr zum Kerngeschäft zählt und deshalb verkaufen will, parallel dazu auch noch mit Benko verhandelt, ist ungewiss. Das „Handelsblatt“ hatte berichtet, Benko sei bereits aus dem Rennen.

Für den österreichischen Immobilieninvestor wäre dies die zweite Niederlage im Bemühen um den Kaufhof. Benko hatte sich bereits 2011 ein Bietergefecht geliefert – seinerzeit gegen den damaligen Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen. Seit dieser Karstadt im vergangenen Jahr für einen symbolischen Euro an Benko übergeben hat, ist wieder von der Deutschen Warenhaus AG der beiden Branchenführer aus Essen und Düsseldorf die Rede.

Berichten zufolge hatten Hudson’s Bay und Benkos Firma Signa Retail einen ähnlichen Kaufpreis angeboten, der knapp unter drei Milliarden Euro liegen soll. Beide hatten eine Standort- und Beschäftigungsgarantie für Filialen und Mitarbeiter abgegeben. Eine mitentscheidende Rolle könnte die Arbeitnehmerseite im Metro-Aufsichtsrat spielen. Sie hegte Bedenken gegen beide Bieter. Bei den Kanadiern wegen des fehlenden Verständnisses für die deutsche Mitbestimmung, bei Karstadt wegen der dort fehlenden Tarifbindung. HBC hat die Tarifbindung zugesagt, nach Informationen der NRZ hat jedoch auch Karstadt-Chef Stephan Fanderl, gleichzeitig Geschäftsführer der Signa Retail, für den Fall einer Fusion die Rückkehr in den Tarif in Aussicht gestellt.

Was bei einem Zuschlag für die Kanadier aber entfällt, ist die Sorge um die Kaufhof-Zentrale in Köln. HBC will auch das Kaufhof-Management im Amt belassen und verspricht, ihm keine amerikanische Kaufhauskultur aufdrücken zu wollen, die hier nicht funktioniert. Auch das war eine Sorge der Metro.