Kampfansage gegen die Kostenlos-Kultur im Internet
21.08.2009 | 09:01 Uhr 2009-08-21T09:01:00+0200
Essen. Immer mehr Medienhäuser denken über Bezahlangebote für ihre Online-Inhalte nach. Doch der so genannte „Paid Content”, der bezahlte Inhalt, ist nur schwer durchzusetzen.
„Kostenlos” und Internet sind zwei Begriffe, die für viele untrennbar zusammenhängen. Kaum jemand ist bislang bereit, für Inhalte im Netz zu zahlen. Vor allem nicht für Information. Eine Gratiskultur, die noch aus den Jugendjahren des Netzes stammt. Deshalb ist das komplette Online-Angebot fast aller großen Zeitungen und Zeitschriften kostenlos.
"Qualitätsjournalismus ist nicht billig"
Genau das soll sich nun ändern. Angestoßen hat die Debatte Rupert Murdoch, der Vorstandschef der News Corp., einer der größten Medienkonzerne der Welt. „Qualitätsjournalismus ist nicht billig”, sagte Murdoch vor kurzem. Deshalb will er viele Nachrichten aus seinem Konzern bald nur noch kostenpflichtig anbieten.
Springer-Chef Mathias Döpfner nahm den Ball auf und kündigte an, sein Verlag werde künftig ebenfalls Bezahlinhalte anbieten. Es könne nicht sein, findet Döpfner, dass Printredaktionen mit hohen Kosten wertvolle Inhalte erstellen, die Online-Kollegen sie aber kostenlos vermarkten würden.
Hohe Kosten für die Printredaktionen
Zustimmung kommt auch von Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe. Bei „Paid Content” gehe es nicht um die Ökonomisierung des Netzes, sondern um Qualitätssicherung, genauer gesagt „um die Refinanzierung professioneller journalistischer Leistung”. Unabhängig, glaubwürdig, investigativ.
Doch die Umsetzung der Verlegerpläne ist nicht einfach. Bei Welt- oder Deutschlandnachrichten ist sie nach Ansicht vieler Experten sogar unmöglich. Zu viele Anbieter gibt es hier. Und wenn nur einer nicht mitzieht und seine Inhalte weiter kostenlos im Netz anbietet, bricht das Geschäftsmodell der anderen zusammen. Komplett kostenpflichtige Portale wird es deshalb wohl auch nie geben.
"Erprobung mutiger neuer Geschäftsmodelle"
Zahlen sollen die Kunden dagegen für „Premium-Inhalte”. Das könnten exklusive Hintergrundgeschichten sein, aber auch lokale Nachrichten, die sonst niemand anbietet. Was sie kosten dürfen, wie sie bezahlt werden können oder ob das Kartellamt Einwände erhebt – all das ist offen. Auch deshalb spricht Hombach von der „Erprobung mutiger neuer Geschäftsmodelle”.
Ein idealer Weg zur Vermarktung von Inhalten sind nach Einschätzung der Verleger die Mobiltelefone, die zu technischen Alleskönnern geworden sind. Deshalb hat Springer spezielle Applikationen für das iPhone entwickelt.
Pläne für ein Mobilfunkportal
Die WAZ-Mediengruppe geht noch einen Schritt weiter: „Wir planen den Launch eines Mobilfunkportals und eines Mobilfunktarifs", sagt Geschäftsführer Christian Nienhaus. Inwieweit Fremdnutzer auf dem Mobilfunkportal der WAZ für Inhalte zahlen müssen, ist noch nicht entschieden. „Wir werden hier den Markt weiter analysieren.”

17:03
Soweit ich mich erinnere, hat die WAZ im Zuge der Umbennung der URL von WAZ.de auf derwesten.de vor ca. 2 Jahren schon einmal einen Versuchsballon gestartet.
Damals mußte man sich anmelden, um auf derwesten.de die Artikel lesen zu können.
Allerdings war der Spuk nach 1-2 Wochen vorbei - vermutlich hat sich niemand angemeldet.
Da der Hombach auch damals schon bei der WAZ war, muß man ihm leider konstatieren, da er (Hombach) nichts gelernt hat, denn das Gleiche wird wieder passieren
13:44
es gibt genug Infoseiten die Kostenpflichtig sind....da habe ich einen Rechtsanspruch auf Richtigkeit der Info, so als Infobroker...Zeitungen verbreiten Propaganda sollen sich mit den Werbeeinnahmen zufrieden geben, und das ist doch wohl genug!
07:54
Ich habe die WAZ nie abboniert und werde auch im Internet nicht dafür bezahlen.
Wenn es auch sehr praktisch ist mehrere Lokalteile zu lesen, so könnte ich aber doch auch gut wieder drauf verzichten.
21:32
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11:46
Kampfansage gegen die Kostenlos-Kultur im Internet
Liebe Redakttionen. Versucht es nur. Ihr werdet merken, dass ihr tierisch auf die Nase fallen werdet. Ihr muesst dann schon wirklich Qualitaet liefern, um zahlende Kunden zu gewinnen.
Und die WAZ kommt mit einem eigenen Mobilfunktarif. Muss wirklich jeder Supermarkt, jede Pommesbude und jede Redaktion ihren eigenen Mobilfunktarif haben?
09:16
Sorry, aber der Mensch ist nunmal ein Homo Oeconomicus. Jeder hat natürlich das Recht für seine Sachen Geld zu verlangen. Denoch muss ich gestehen, würde ich dafür kein Geld ausgeben.
Das alles findet man im Internet auch kostenlos. Und genau das ist es, warum ich auch das Internet so schätze. Man kommt an Informationen, ohne dafür direkt Geld aufbringen zu müssen. Meiner Meinung nach ist das heutzutage wichtiger denn je.
Zu dem beschaffe ich mir die Hintergrund Infos lieber selbst durch suchen, statt dafür zu zahlen ohne Gatantie, das die erhaltenen Infos auch stimmen.
Grade in Zeiten von zunehmender Zensur und zunehmender Kommerzialisierung von so ziemlich allem was geht, ist es gut, dass man im Internet wenigstens noch Informationen bekommt ohne dafür zahlen zu müssen.
Man kann ja auch den unterschiedlichsten Wegen im Internet Geld verdienen (und zwar ziemlich viel).
Aber ob es auch bei einem Grundpfeiler des Internet (kostenlose freie Informationen) klappt, weiß ich nicht.
01:52
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00:02
Ich lese viel Beiträge online. Wenn ich mich jetzt überall mit Passwort und Benutzernamen einloggen müsste, würde ich es lassen. Dann würde ich mir eben wieder meine drei Zeitungen kaufen. Mir geht es gar nicht um das Bezahlen, aber diesen unüberschaubaren Wust von Zugangsdaten geht mir unsäglich auf die Nerven. Es ist schon jetzt so. Überall, wo ich mich registrieren muss, gehe ich halt nicht hin
19:30
Mein alter Deutschlehrer hätte mir bei einer Formulierung wie Kampfansage gegen mächtig eins hinter die Löffel gegeben. Die Macher des erklärten Qualitätsjournalismus scheinen mit solchen Banalitäten eher nichts am Hut zu haben.
21:38
Hier ein sehr interessanter Videobeitrag über den erwähnten Vorreiter Rupert Murdoch, seinen TV-Kanal Fox und seinen Qualitäts Journalismus
video.google.com/videoplay?docid=5961496076580102802&hl=de