Kahlschlag bei Neckermann - 1400 Stellen fallen weg
27.04.2012 | 14:31 Uhr 2012-04-27T14:31:41+0200
Frankfurt. Der Versandhändler Neckermann baut massiv Stellen ab. Das Unternehmen will nach Angaben der Gewerkschaft Verdi 1400 Jobs streichen. Die meisten Jobs sollen am Stammsitz in Frankfurt wegfallen. Das sei "eine soziale Kastastrophe", hieß es von Seiten der Gewerkschaft.
Der Versandhändler Neckermann will mehr als jeden zweiten Arbeitsplatz in Deutschland streichen. Von gut 2.500 Stellen sollen 1.380 wegfallen, teilte das Unternehmen am Freitag in Frankfurt am Main mit. Betroffen ist vor allem der Stammsitz Frankfurt, wo allein von der Schließung der gesamten Logistik 800 Arbeitsplätze betroffen sind. Der Jobabbau sei "unverzichtbar" für die Neuaufstellung von Neckermann als reiner Online-Händler und das Ende des Kataloggeschäfts, erklärte das Versandhaus.
Die Gewerkschaft Verdi sprach von einem "Kahlschlag" und bezeichnete vor allem die geplanten Schließung der Logistik als "eine soziale Katastrophe". "Die Beschäftigten wurden kalt erwischt und sind geschockt", sagte Verdi-Handelsvorstand Stefanie Nutzenberger. Die Pläne kämen trotz der bekannten Probleme bei Neckermann völlig überraschend.
Neckermann-Kataloge werden abgeschafft
Das 1950 gegründete Versandhaus Neckermann gehört dem US-Finanzinvestor Sun Capital. Das Versandhaus wie auch dessen große Schwester Quelle und die Karstadt-Warenhäuser waren unter dem Dach des Handelskonzerns Arcandor, bis dieser in die Pleite rutschte.
Mit der geplanten Massenentlassung und der Neuausrichtung setzt Neckermann voll auf das 1995 gestartete Online-Geschäft. Kataloge wird es nicht mehr geben. Auch das eigene Textilgeschäft werde eingestellt, kündigte das Versandhaus an.
Der Handel per Internet mache fast 80 Prozent des Umsatzes aus und sei 2011 um knapp 19 und im ersten Quartal 2012 um 30 Prozent gewachsen. Dagegen sei der Umsatz im Katalog-Geschäft im Startquartal um rund 50 Prozent eingebrochen, erklärte Neckermann. Konkrete Umsatzzahlen wurden nicht genannt. (dapd)

19:14
Man merkt, wie der Binnenmarkt brummt!
Das hat damit das der Binnenmarkt brummt nichts zu tun. Der Verkauf per Katalog bei Neckermann ist im ersten Quartal um 50 % gesunken. Das liegt daran das im Zeitalter des Internet die Leute ihre Ware nicht mehr aus einem Katalog suchen und per Telefon oder schriftlich bestellen, sondern im dem Internet.
wen man Zb. be neckermann.de nach "Hosen" sucht erhält man 4518 verschiedene Hosen angezeigt. Soviel Produkte kann man kaum in einen Katalog aufnehmen.
17:27
doch nichts mit Sun Capital zu tun, sondern mit der neuen Lebenwirklichkeit der Menschen. Wer kauft denn noch bei Neckermann ein? Die meisten Leute kaufen online bei Zalando oder amazon. Oder ersteigern ihre Klamotten bei ebay. Neckermann hat das Online Zeitalter verpennnt, genau wie z.B. der Mediamarkt auch. Anderes Beispiel: Nokia hat das Smartphonezeitalter verschlafen, dafür gibt es eben neue Konkurrenten wie HTC oder Samsung.
Ganz einfache Sache: Wenn es Neckermann nicht bringt, das bringt es eben ein anderer.
17:01
War nach der Übernahme durch Sun Capital irgendjemand so naiv zu glauben dass es anders laufen würde?
16:56
Wer kauft auch bei solch einem überteuerten Versandhaus?
Das stimmt überhaupt nicht. Im Internet finden sich bei Neckermann sehr viele preiswerte Modeartikel. Nur im Katalog, da muss Neckermann die Preise für ein halbes Jahr festlegen.
15:03
Alles kein Problem, es wird doch kein Gewerkschaftsmanager gefeuert!
#1Aber ein wenig nörgeln müssen sie schon