Jeder dritte Zug wird fahren

An Rhein und Ruhr..  Der Streik der Lokführer trifft von Mittwochmorgen an auch den Personenverkehr. Welches Angebot steht Reisenden zur Verfügung, welche Informationsmöglichkeiten gibt es, welche Auswirkungen hat es auf die Staus an Rhein und Ruhr? Antworten auf zentrale Fragen.

Wie viele Züge werden fahren?

Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg hat angesichts der neunten Streikaktion bereits Erfahrungen gesammelt: Wieder einmal wird – zumindest in der Region NRW – sowohl im Fern- wie im Regionalverkehr jeder dritte Zug fahren. Ein relativ stabiles Angebot. Über die Pfingstfeiertage sollen zusätzliche Züge auf den wichtigen Achsen, beispielsweise zwischen dem Ruhrgebiet und Berlin, eingesetzt werden.

Wo kann man sich informieren, welche Alternativen gibt es?

Die Notfahrpläne zumindest für Mittwoch und Donnerstag sind unter www.bahn.de /aktuell zu finden. Dort gibt es Meldungen nach Bundesländern sortiert. Auch die kostenlose Servicenummer 08000 996 633 ist nach Bahnangaben wieder freigeschaltet. Die Notfahrpläne werden von Tag zu Tag aktualisiert. Bei Ausfall können Bahnkunden alternative – auch höherwertige – Züge nutzen. In diesem Fall wird bei zuggebundenen Angeboten die Zugbindung aufgehoben. Reisende haben außerdem die Möglichkeit, mit ihren DB Fahrkarten auf die Fernbusse der DB (IC Bus und berlinlinienbus.de) auszuweichen, sofern freie Plätze verfügbar sind.

Wie sieht’s an Rhein und Ruhr aus?

Ähnlich wie bei den Streiks in der Vergangenheit sollen die wichtigen Regionalexpress- und S-Bahn-Verbindungen im Stundentakt bedient werden.

Wird es auf den Straßen voll?

Davon ist auszugehen, besonders am Freitagnachmittag, wenn die Pfingstreisewelle ins Rollen kommt. Der Landesbetrieb Straßenbau hat in Abstimmung mit dem Landesverkehrsministerium beschlossen, vom heutigen Mittwoch an bis Freitagabend die Zahl seiner Tagesbaustellen auf Autobahnen zu reduzieren. Täglich wird im Land im Schnitt an 80 Stellen gebuddelt. Das soll deutlich weniger werden. Nach Pfingsten soll die Situation dann neu bewertet werden.

Hat der Streik beim Güterverkehr schon Folgen bei der Wirtschaft?

Bahn-Vorstand Homburg versprach gestern, gerade Produktionsbetriebe bei der Ver- und Entsorgung zu bevorzugen. Jedoch warnte er vor einem immensen Schaden für sein Unternehmen: „Gerade große Kunden bauen sich ein zweites Standbein auf und verlagern Verkehr auf die Straße.“ Die Chemie-Industrie überdenkt derzeit ihre Logistikkonzepte. „Die Pläne der Branche, ihre Transporte verstärkt auf die Bahn zu verlagern, bekommen durch den erneuten und kurzfristig angekündigten Ausstand einen empfindlichen Dämpfer versetzt“, erklärte gestern der Hauptgeschäftsführer des Verbandes VCI, Utz Tilmann. Die Chemie gehört zusammen mit Stahl- und Autoindustrie zu den wichtigsten Güterkunden der Deutschen Bahn.