IWF-Chefin Lagarde fordert mehr Entschlossenheit von Europa
22.06.2012 | 06:49 Uhr 2012-06-22T06:49:00+0200
Brüssel. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, macht Vorschläge, wie die seit mehr als zwei Jahren grassierende Euro-Krise eingedämmt werden könnte. Die Französin fordert: nicht kleckern, sondern klotzen.
Nicht kleckern, sondern klotzen in der Eurokrise – das fordert die Chefin des Internationalen Währungsfonds IWF, Christine Lagarde, von den Europäern. Mit vielen ihrer Vorschläge, die sie in der Nacht zum Donnerstag in Luxemburg nach einem Treffen der europäischen Finanzminister präsentierte, dürfte Lagarde in Deutschland allerdings auf heftige Gegenwehr stoßen.
Sichtbar keine Probleme mit Lagardes umfassenden Vorstellungen, in welche Richtung sich die Euro-Währungsunion entwickeln muss, hatte ihr Nebensitzer, Jean-Claude Juncker. Der Luxemburger Premierminister leitet die Eurogruppe, die die 17 Euro-Staaten umfasst . Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) äußerte sich direkt nach dem Eurogruppen-Treffen dagegen nicht.
IWF stemmt einen Teil der Notkredite
Der Internationale Währungsfonds IWF kann ein gewisses Mitsprache-Recht im Krisenkampf der Europäer beanspruchen. Schließlich stemmt er einen Teil der Notkredite für die Euro-Sorgenstaaten Griechenland, Portugal und Irland. Lagarde präsentierte die IWF-Ansichten nur wenige Tage nach dem Druck der weltweit führenden Industriestaaten auf die Europäer beim „G20“-Gipfel in Mexiko .
„Wir sehen deutlich zusätzliche Spannungen und akuten Stress bei Banken und Staaten“, sagt die einstige französische Finanzministerin zur Lage im kriselnden Euro-Währungsraum. Die Europäer müssten daher bekräftigen, dass sie langfristig eine „echte Währungsunion“ anstrebten. Zusätzlich müssten sie kurzfristig etwas tun, damit die Unsicherheit schwinde.
IWF-Chefin Lagarde weiß genau, dass sie mit ihren Vorstellungen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht unbedingt begeistern wird. Zwar öffnet sich Merkel immer mehr für „Mehr Europa“, aber mochte sich - anders als Frankreich - bisher nicht für das teilweise gemeinsame Schuldenmachen erwärmen.
Gemeinsame Schulden
Doch genau dies rät die IWF-Chefin den Europäern – „egal, ob man das Euro-Bonds oder Euro-Bills nennt“, wie Lagarde betont. Noch mit einem anderen Vorschlag dürfte die Französin in Berlin anecken.
Wie die EU-Kommission fordert sie die Europäer auf, eine Bankenunion zu bilden. Dazu gehört nicht nur ein gemeinsame Strategie, wie taumelnde Banken möglichst geräuschlos geschlossen werden könnten, sondern auch eine europäische Einlagensicherung, sprich: eine europäische Garantie für Sparguthaben.
Und noch etwas verlangt Lagarde, was Deutschland bisher ablehnte: Angesichts der spanischen Misere müssten sich klamme europäische Banken baldmöglichst direkt – ohne Umwege über den Staat – an den Euro-Rettungsfonds wenden können, um Notkredite zu erhalten. Spanien, das wohl Anfang nächster Woche um Hilfe für seine erwähnte die IWF-Chefin in diesem Zusammenhang nicht. Sie betonte aber, dass die Europäer die fatale Verbindung von gebeutelten Staaten und strauchelnden Banken durchschlagen müssten.
Spanien braucht anders als Griechenland, Irland und Portugal keine Notkredite für den Staat, sondern „nur“ für die kriselnde Bankenbranche. An den Finanzmärkten sorgte das trotzdem für Aufregung. Spekulationen kursierten, ob nicht auch der spanische Staat, der sich derzeit nur relativ teuer Geld leihen kann, demnächst Notkredite beantragen muss.
„Einfallsreiche Geldpolitik“
Nach all diesen Empfehlungen hörte Lagarde immer noch nicht auf. Sie fordert auch von der – politisch unabhängigen – Europäischen Zentralbank (EZB) eine „kreative und einfallsreiche Geldpolitik“ . Lagarde blieb hier aber wohl bewusst vage, wie sie sich ein stärkeres Eingreifen der obersten Euro-Hüterin in die Schuldenkrise vorstellt. Sie sagte lediglich, dass die EZB weiter oder stärker Schuldverschreibungen kriselnder Euro-Staaten kaufen und andere Schritte erwägen könne.
Lagarde befeuert mit den IWF-Vorstellungen der Diskussion um Europas Zukunft. Ende nächster Woche treffen sich dann Kanzlerin Merkel und ihre europäischen Amtskollegen zu einem EU-Gipfel in Brüssel. Er steht – wieder einmal – ganz im Zeichen der Euro-Krise. Die Staats- und Regierungschefs wollen diesmal „Bausteine“ (EU-Jargon) für eine engere europäische Wirtschafrts- und Währungsunion prüfen.

02:21
Lagarde spricht von Geldpolitik und die meisten der Kommentatoren hier verstehen nur Bahnhof.
Mein Gott, hier geht es darum, das Lagarde eigentlich fordert, was in anderen Ländern gang und gäbe ist: dass die Zentralbank ihre ureigenste Aufgabe verfolgt.
Und das heißt; Wirtschaft und Staat mit Geld zu versorgen.
Problem aber ist: alle, die hier schreiben, wissen gar nicht, was das ist: Geld.
16:56
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16:11
Fordern kann man immer, jedoch Geben nichts. So reitet sich das System in den Ruin. Man kann darauf wetten.
15:08
wir retten die banken-und ihren mitarbeitern die guten gehälter
egal was es den steuerzahler kostet!!
man sollte die gute frau mal nen paar tage unter tage arbeiten lassen-und nen paar andere auch.
12:23
Wunderbar, dann zahlt die deutsche Verkäuferin mit ihren Steuerngeldern die Kapitalflucht der Reichen in Italien, Spanien etc.
Mal Target2 ansehen.
Sorry - aber was acht die deutsche Verkäuferin zum jetzigen Zeitpunkt.
Die Verkäuferin überweist ja jetzt kein Geld von ihrem Konto nach Spanien, Italien, usw.
Nein da geht eine deutsche Bank A hin und leiht sich Geld bei der EZB zu 1% Zinsen.
Diese Bank A leiht dann das Geld nach Spanien, usw. zu 7%
Die Bank in Spanien zahlt dann mit diesem Geld Zinsansprüche der deutschen Bank B.
und wenn das alles schief geht - dann zahlt die deutsche Verkäuferin
12:13
Spannend, daß die IWF-Chefin über bestehendes Recht und Gesetz hinweggehen will. Die Dame sollte sich sachkundig machen, bevor sie rechtswidrige Forderungen stellt. Nicht vergessen: die Finanzkrise ging von den USA aus. Da haben alle Kontrollmechanismen versagt, nun soll Europa, gemeint ist Deutschland, die Zeche zahlen. Wer wundert sich noch, daß amerikanische Ratingagenturen europäische Staaten und Banken heravstufen? Dahinter steckt System: Euopa soll geschwächt werden.
Das ist ja ein wunderbarer Text!
Endlich mal einer von den Wenigen hier, der offensichtlich verstanden hat, was in Europa veranstaltet werden soll.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch einmal sich anzusehen, wo Frau Lagarde die letzten zwanzig Jahre gearbeitet hat... :-)
11:22
nein es ist zum KOTZEN ! !
statt den banken den menschen
1.000.000.000.000 : 7.000.000.000 = 142,86 € für jeden erdenbuerger
da kaeme die wirtschaft wieder in schwung
und nicht fuer einige zehntausend die 1.000.000.000
denn was wollen die davon kaufen ???
10:51
"taumelnde Banken möglichst geräuschlos schließen" - ja, das hätte ich mir schon längst gewünscht, dann könnte ich jetzt in aller Ruhe EM 2012 gucken. Aber die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, daß das ganz offenbar nicht geht.
"fatale Verbindung von gebeutelten Staaten und strauchelnden Banken durchschlagen" - wenn eine Bank strauchelt und gerettet wird, wissen die "Märkte" doch ganz genau, wo der Rettungsring hergekommen ist, nämlich vom Staat. Und schon nehmen die Ratingagenturen ihre Neubewertungen vor.
Diese ganze Rumschrauberei am System bringt doch nichts. Vielleicht sollten wir uns allmählich mit dem Gedanken anfreunden, daß gut zwanzig Jahre nach dem Ende des Kommunismus auch der Kapitalismus gescheitert ist. Den Völkern bringt er keine Vorteile mehr, einzig und allein die herrschende Clique kann daraus noch den Honig saugen, den sie braucht.
10:39
Die Mächtigen und Reichen schieben sich die Kohle wie immer gegenseitig in den Allerwertesten.
Das Volk wird mit verlogenen Floskeln verdummt und finanziell ausgemergelt.
09:47
als Kopfgeld an jeden EU-Bürger auszahlen. Alles andere ist Unsinn hoch 1000.
Wir geben den Banken Geld zu 1 % und die verleihen dann das Geld zu 6 % an Spanien.
Das einzige was hilft ist ein Kapitalschnitt. Der hätte auch den angenehmen Nebeneffekt das keiner mehr einen Staat Geld leiht.