Ivo Grünhagen soll an der Spitze von Enervie abgelöst werden

Hagen/Lüdenscheid..  Die Krise beim Hagener Energieunternehmen Enervie hat jetzt auch personelle Folgen: Vorstandssprecher Ivo Grünhagen soll gehen. Für morgen hat Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz eine Sondersitzung des Aufsichtsrates einberufen. Einziger Tagesordnungspunkt: die Abberufung Grünhagens.

Die Vorstellungen über die künftige Geschäftspolitik waren offenbar zu unterschiedlich. Zweifel, dass es zu einer Mehrheit für die Abberufung kommen wird, gibt es nicht. Der Zeitpunkt für den Ausstieg Grünhagens ist allerdings noch offen.

Nach Informationen unserer Zeitung hat es gestern Vormittag ein Treffen zwischen den drei größten Anteilseignern aus Hagen (42,7 %), Lüdenscheid (24,1 %) und des einzigen privaten Aktionärs, dem Lüner Unternehmen Remondis (19,1%) gegeben. Danach war die Ablösung des Enervie-Chefs beschlossene Sache.

Entscheidender Auslöser für den Schritt soll ein von Grünhagen verantwortetes Schreiben an Banken im Zuge der Akquise von neuen Krediten gewesen sein. Darin soll Grünhagen nach übereinstimmender Darstellung mehrerer Quellen gegenüber den Banken unter anderem erklärt haben, dass das Unternehmen in den kommenden 15 Jahren keine Dividende ausschütten werde. Eine Aussage, die nicht abgesprochen war. Das schon seit Wochen angeschlagene Verhältnis war danach endgültig beschädigt.

Wie es an der Spitze von Enervie weitergehen wird, ist noch unklar. Einen geborenen Kronprinzen im Haus gibt es nicht. Die aktuelle, schwierige Geschäftslage spricht allerdings dafür, dass die beiden Co-Vorstände Erik Höhne (Technik) und Wolfgang Struwe (Vertrieb) im Amt bleiben.

Enervie steckt in einer tiefen Krise. Durch die Energiewende und die unrentabel gewordenen Kraftwerke sind zweistellige Millionenverluste angehäuft worden. Durch die beabsichtige Abschaltung aller Kraftwerke werden wohl mehr als 300 Arbeitsplätze wegfallen.