Investoren sind gegen RWE-Dividende

Essen..  Es ist selten, dass sich Investoren gegen eine hohe Dividende aussprechen. Doch beim angeschlagenen Essener Energieversorger RWE sind es ausgerechnet Aktionärsschützer und Vertreter von Investmentgesellschaften, die sich dafür starkmachen, weniger Geld an die Anteilseigner auszuschütten. „RWE könnte das Geld auch intern gut gebrauchen“, sagt beispielsweise Ingo Speich, Fondsmanager bei Union Investment. „Dem Unternehmen würde ein kompletter Ausfall der Dividende eigentlich sehr gut tun.“

Ähnlich formuliert es Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Auch er sagt, RWE würde eine Dividenden-Nullrunde „eigentlich gut tun“. Denn das Unternehmen brauche Geld, „um in eine Vorwärtsstrategie investieren zu können“. Bislang ist der Ruhrkonzern noch stark von der Braunkohleförderung und entsprechenden Kraftwerken abhängig. Bei den erneuerbaren Energien gibt es Nachholbedarf.

Die Dividende von RWE ist auch ein hoch politisches Thema. Die kommunalen Aktionäre von RWE – darunter Revierstädte wie Essen und Mülheim – halten zusammen 24 Prozent der RWE-Aktien, sind mit vier Vertretern im Aufsichtsrat präsent und haben sich zuletzt vehement für eine ordentliche Gewinnausschüttung ausgesprochen. Auch bei der Hauptversammlung in der Essener Grugahalle wollen die Kommunen ihren Standpunkt vertreten.