Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Altersvorsorge

Interesse der Deutschen an privater Altersvorsorge sinkt

04.10.2012 | 10:45 Uhr
Interesse der Deutschen an privater Altersvorsorge sinkt
Das Interesse der Deutschen an einer privaten Altersvorsorge lässt laut einer Studie nach.

Berlin.  Versicherungen werden nicht müde, zu betonen, wie wichtig eine private Altersvorsorge ist. Doch zu vielen Bürgern dringen sie mit ihrem Appell nicht durch: Einer Studie zufolge glauben 44 Prozent der Deutschen, sie seien ausreichend abgesichert. Besonders die Riester-Rente kommt immer schlechter an.

Immer weniger Deutsche wollen trotz der Debatte über drohende Altersarmut Geld für eine zusätzliche private Rente ausgeben. Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Allensbach-Studie für die Postbank lehnen 42 Prozent der Bürger eine Erweiterung ihrer privaten Altersvorsorge ab. Damit ist in der seit 2003 jährlich erhobenen Befragung ein Negativ-Rekord erreicht. Vor neun Jahren waren es nur 30 Prozent. Auch die Aufwendungen zur Sicherung des Einkommens im Alter sinken: Gaben die Berufstätigen 2005 noch 204 Euro pro Monat für ihre private Altersvorsorge aus, sind es jetzt nur noch 185 Euro.

Nur 14 Prozent derjenigen, die sich nicht ausreichend abgesichert fühlen, würden sich der Umfrage zufolge für eine sichere Altersvorsorge einschränken. Vor zwei Jahren waren noch 22 Prozent dazu bereit. Junge Leute denken immer weniger an ihren Lebensstandard im Alter: Jeder Vierte im Alter zwischen 16 und 29 Jahren hält seine heutige Altersvorsorge für ausreichend. Vor fünf Jahren glaubte das nur jeder Sechste. Nimmt man alle Altersgruppen der Beruftätigen zusammen, erklären 44 Prozent, genug für ihr Alter vorzusorgen.

Schuldenkrise sorgt für Verunsicherung

Nach der Erhebung liegen die Ursachen für dieses Verhalten auch in der Schuldenkrise. Knapp über die Hälfte der 1642 Befragten bangt deswegen um die Sicherheit der Altersversorgung. "Die Bereitschaft, neue und langfristige Vorsorgeverträge in dieser Situation abzuschließen, ist dementsprechend gering", erklärte Postbank-Vorstandsmitglied Michael Meyer. Außerdem habe die historisch gute Beschäftigungslage erheblichen Einfluss; die gute Arbeitsmarktlage wiege offenbar viele in Sicherheit.

Diejenigen Berufstätigen, die neben der gesetzlichen Rente ein zusätzliches Standbein ihrer Altersversorgung aufbauen wollen, setzen der Untersuchung zufolge zunehmend auf Immobilien. Fast jeder Dritte dieser Gruppe plant den Bau oder Kauf eines Eigenheims. Das sind gut ein Drittel mehr als 2003. Zudem wollen 14 Prozent in Mietwohnungen investieren. Damit hat sich das Interesse an dieser Form der Altersvorsorge gegenüber dem vergangenem Jahr verdoppelt.

Riester-Rente wird immer unwichtiger bei Planungen

Eine wichtige Rolle für ein auskömmliches Alter spielen auch Erbschaften bei den Planungen. Jeder vierte Berufstätige gibt an, dies sei für ihn ein wichtiger Baustein. Die staatlich geförderte Riester-Rente wird dagegen immer unwichtiger. War sie vor fünf Jahren noch für 31 Prozent eine ideale Form der Alterssicherung, ist sie es jetzt nur noch für jeden Vierten.

Trotz der verunsichernden Aussichten bei der Rente, die derzeit in allen Parteien diskutiert wird, lehnt eine deutliche Mehrheit eine obligatorische private Zusatzrente ab. Dagegen sind 48 Prozent, 24 Prozent sind für die Pflicht-Rente, und der Rest hat keine Meinung in dieser Frage. Allerdings befürworten 56 Prozent eine obligatorische betriebliche Altersvorsorge. 19 Prozent sind dagegen.

Für die Erhebung wurden 1.642 Bürger ab 16 Jahren persönlich befragt. (rtr, dapd, afp)


Kommentare
29.10.2012
12:29
Interesse der Deutschen an privater Altersvorsorge sinkt
von meinemeinungdazu | #22

Sinkt das Interesse, oder fehlt eher das Geld??? Das Geld fehlt, und es wäre trotzdem eine Fehlinvestition. Das ist das Gute daran.

26.10.2012
18:18
Interesse der Deutschen an privater Altersvorsorge sinkt
von buerger99 | #21

Vielleicht geht dem Bürger bei explodierenden Preisen, Steuern, EEG Umlagen, Niedriglöhnen schlicht die Knete aus, den Versicherungen noch das Geld in den Rachen zuwerfen ?

23.10.2012
07:36
Interesse der Deutschen an privater Altersvorsorge sinkt
von B.Schmitz | #20

Wer kann sich denn noch eine private Vorsorge leisten? Das Geld wird immer weniger und alles wird teurer. Wir werden von der Regierung ausgebeutet und dann sollen wir noch mehr Geld ausgeben?
Wenn die Regierung unsere Gelder nicht veruntreuen würde, für Flüchtlinge, für Afghanistan, für Griechenland, Manager, Banker usw. hätte Deutschland auch genug Geld. Der Mauerfall hat uns im Westen reichlich Geld gekostet. Unsere Rentenkassen waren immer gut gefüllt. Aber andere müssen ja schließlich davon profitieren obwohl sie nie eingezahlt haben und bekommen dann noch eine höhere Rentenerhöhung als wir aus dem Westen. Das ist schon eine Frechheit.
Die Riester-Rente ist der größte Mist überhaupt.

15.10.2012
20:15
Interesse der Deutschen an privater Altersvorsorge sinkt
von DerMerkerNRW | #19

Warum Vorsorgen, die Knete landet zum Schluß beim Staat, speziell bei der jetzigen Regierung, die jegliche Realität zum Mensch und Bürger verloren hat!

Armes Deutschland

15.10.2012
13:30
Interesse der Deutschen an privater Altersvorsorge sinkt
von ruhry | #18

Ich glaube nicht das dieses Interesse sinkt. Nur diejenigen die sich private Vorsorge überhaupt noch leisten können werden "den Teufel tun" und erzählen wie sie es tun (Ausnahme Immobilien). Warum sollte ich ausgerechnet Allensbach als Dienstleister für die Postbank mit angeschlossenen Versicherungen und damit letztendlich dem Staat erzählen wie ich meine "Notgroschen" anlege? Damit der Politik sofort wieder eine neue Steuer dazu einfällt? Im Leben nicht!!! Die DRV und die ihr angeschlossenen Zwangsbeitragszahler hätten gar keine "Versorgungslücke" zu beklagen wenn endlich mal ALLE Berufe in diese Kasse einzahlen müßten und wenn man nicht die DRV-Beschäftigten und -Beamten mit dem sauer verdienten Beitragsgeld in den gut dotierten Vorruhestand verabschieden würde.

13.10.2012
18:29
Interesse der Deutschen an privater Altersvorsorge sinkt
von wimmel | #17

Die GRV ist der Politik schon sehr lange ein Dorn im Auge, da haftet nämlich der Staat und bei den Privaten verdienen die Versicherungen und es haftet Jeder selber.
Langsam durchschauen die Bürger dieses Privatisierungsspiel, auch in anderen Bereichen, besonders bei den kommunalen Betrieben.

07.10.2012
20:50
Interesse der Deutschen an privater Altersvorsorge sinkt
von meinemeinungdazu | #16

Die Riesterrente ist großer Betrug an den Bürgern, produziert von der mangelhaften Politik. Privatisierung ist immer teurer mit weniger Ertrag. Darum gehört die private Rente in die Tonne. Nur die Stärkung der gesetzlichen Rente macht Sinn, sonst gar nichts. Somit hat die Politik massiv versagt.

07.10.2012
19:08
Interesse der Deutschen an privater Altersvorsorge sinkt
von wawad | #15

Ja warum soll ich mich denn noch mehr sparen,dann kann ich das Arbeiten doch auch ganz aufgeben.Wer sagt denn das ich überhaupt bis 65 lebe.Aus meinen Bekannten Kreis sind zig Leute vor dem 40 verstorben

07.10.2012
13:40
Interesse der Deutschen an privater Altersvorsorge sinkt
von Pinky00 | #14

Es würde schon reichen, würde die Beitragsbemessungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung vollständig abgeschafft werden. So manch einer würde staunen wie gut es dann auf einmal mit der Rentenkassen wieder läuft und wir bräuchten alle keinerlei Zusatzversicherungen mehr. Aber die Leute, die jenseits der Beitragsbemessungsgrenze liegen, die mögen ja nicht teilen, obwohl es 5 mal für einen Selbst reichen würde. Deutschland ist nicht arm. Die Kohlen sind nur höchst bescheiden verteilt.

05.10.2012
16:55
Interesse der Deutschen an privater Altersvorsorge sinkt
von fogfog | #13

die riester rente ist die mit abstand beste lobby arbeit der versicherungen bei den politikern. wer das geld da anlegt ist selber schuld. selbst die 5 euro im monat sind rausgeschmissenes geld das in den taschen der versicherungen landet, wenn politiker
was für ihre altersvorsorge brauchen erhöhen sie ihre diäten (z.b. in NRW) um 500 euro.
und der minijobber soll sich das vom mund absparen, lasst es leute, lebt heute so gut wie möglich denn die private altersvorsorge ist nicht nachhaltig.

Aus dem Ressort
Nach Verlustjahren wieder Plus bei Peugeot Citroën
Autobauer
Einen großen Beitrag zur Erholung beim Autobauer PSA Peugeot Citroën leistete die Autosparte. Hier lag der Gewinn bei 7 Millionen Euro. Insgesamt machte der Autobauer im ersten Halbjahr 2014 einen Gewinn von 477 Millionen Euro vor Sonderposten.
Kunden wollen den individuellen Einkaufswagen
Discounter
Einkaufswagen müssen heutzutage nicht nur effizient sein, sondern auch hübsch, wendig und passend für jeden Verbraucher. Die Hersteller-Firma Wanzl aus Schwaben weiß, warum der Markt in Europa so umkämpft ist - und nennt Zukunftsprobleme.
Nach der Besetzung - Zukunft des Thyssen-Krupp-Hauses unklar
Hausbesetzer
Ohne Gewalt ging die Besetzung des ehemaligen Thyssen-Krupp-Gebäudes an der Frohnhauser Straße am Montagabend zu Ende. 16 Männer und Frauen hatten für mehr Freiräume für Kunst und Soziales demonstriert. Was das Unternehmen mit dem Haus plant, ist noch ungewiss
Kurz vor Fusion - E-Plus lässt Telefónica alt aussehen
Telefonkonzern
Höhere Kundenzahlen und ein starkes Datengeschäft lassen den drittgrößten deutschen Mobilfunkbetreiber E-Plus mit starken Zahlen in den Zusammenschluss mit Telefónica Deutschland im Herbst gehen. Telefónica blieb hingegen in den roten Zahlen.
Bäcker Stauffenberg muss Ex-Mitarbeiterin wieder einstellen
Arbeitsgericht
Erneut klagte eine ehemalige Mitarbeiterin vor dem Arbeitsgericht erfolgreich gegen ihre Kündigung durch die in finanzielle Schieflage geratene Großbäckerei Stauffenberg. Der Arbeitgeber muss sie nun weiterhin beschäftigen. Die Portioniererin erhält nun ihr gesamtes Gehalt seit Februar zurück.
Umfrage
Neue Runde in der Affäre Schavan: Norbert Lammert sagt seine Rede an der Uni Düsseldorf ab. Ist das angemessen als Bundestagspräsident?

Neue Runde in der Affäre Schavan: Norbert Lammert sagt seine Rede an der Uni Düsseldorf ab. Ist das angemessen als Bundestagspräsident?