Insolvenz-Experte soll Kettler retten

Ense..  Seit einigen Monaten schon verdichteten sich die Gerüchte um eine Schieflage des Unternehmens Kettler aus Ense. Gestern Abend bestätigte der führende und traditionsreiche Hersteller für Sport- und Freizeitartikel, dass die Gesellschaft ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung nach Paragraf 270a durchführen wird.

„Keep on running!“ heißt es in einer Werbung für Laufbänder der „Heinz Kettler GmbH und Co. KG“. Bei der Kettler-Unternehmensgruppe mit Stammsitz in Ense-Parsit selbst läuft es aktuell nicht mehr so gut. Aufgrund wirtschaftlicher Probleme und der Angst vor einer „unabgestimmten Übernahme durch einen Finanzinvestor“ will das Unternehmen ein „Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung“ durchführen. Dies geht aus einer schriftlichen Stellungnahme der Kettler-Geschäftsführung hervor, die unserer Redaktion seit gestern Abend vorliegt.

Wörtlich heißt zu den Plänen der weltweit agierenden Firma aus dem Kreis Soest: „Dieser Schritt ist zum Schutz des traditionsreichen Familienunternehmens mit rund 1100 Mitarbeitern alleine in Deutschland notwendig geworden, um die unabgestimmte Übernahme durch einen Finanzinvestor zu vermeiden und das Unternehmen neu auszurichten.“

Kettler werde „seinen operativen Geschäftsbetrieb uneingeschränkt im Rahmen der vom Gericht bewilligten Eigenverwaltung fortführen“, so dass die Lieferung von Waren für die Kunden weiterhin gewährleistet sei.

Sanierungsverfahren

Als Sachwalter in dem Sanierungs-Verfahren wird die Firma unterstützt durch den Insolvenzverwalter und Rechtsanwalt Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger von „White & Case“. Im Rahmen seiner bisherigen Tätigkeit hat der Spezialist für Insolvenz- und Sanierungsrecht nach eigenen Angaben mehr als 1750 Gesellschaften durch die Insolvenz geführt. White & Case Insolvenz GbR hat seinen Sitz in Berlin, Dortmund und anderen Städten.

Zudem, so heißt es in der Kettler-Mitteilung, würde das bisherige Management von dem „Chief Restructuring Officer (CRO)“ Christian Krause begleitet, den Dr. Karin Kettler als Tochter des verstorbenen Firmengründers Heinz Kettler und Alleineigentümerin der Kettler-Gruppe ausgewählt habe.

Auch 66 Jahre nach der Gründung des Unternehmens stehe man für Qualitätsprodukte „Made in Germany“, bekennt sich Kettler zu seinen deutschen Produktionsstandorten. Der visionäre und innovative Firmengründer Heinz Kettler hatte über Jahrzehnte die Trends im Sport- und Freizeitmarkt frühzeitig erkannt.