In neuer Nokia-Stadt gehen die Lichter schon wieder aus
31.01.2009 | 21:43 Uhr 2009-01-31T21:43:00+0100
Cluj. Ein Jahr nach der Nokia-Euphorie zerstört die Krise die großen Hoffnungen von Cluj. Einer nach dem anderen ziehen die großen internationalen Konzerne wieder ab. Die Begründung eines Managements: Angesichts sinkender Nachfrage seien die Arbeitskräfte in Rumänien zu teuer.
Letztes Jahr war Aufbruch in Cluj. Der finnische Elektronik-Riese Nokia verlegte seine Handy-Produktion von Bochum nach Rumänien, und in Cluj, Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirks in Siebenbürgen, schien das goldene Zeitalter anzubrechen. Dies Jahr ist Trübsal – die globale Krise hat die großen Hoffnungen brutal zerstört. Einer nach dem anderen ziehen die großen internationalen Konzerne wieder ab. Der Kapitalismus, dessen Ankunft sie damals euphorisch feierten – sorry, Bochum! – zeigt seine hässliche Seite: Tschüss, Klausenburg.
Die vier Autokabel-Fabriken des japanischen Unternehmens ACE Fujikura – Hauptkunde Volkswagen - machen dicht. Von Transsylvanien wird die Produktion nach Marokko verlegt. 3000 Beschäftigte werden in den nächsten beiden Monaten die Entlassungspapiere in Empfang nehmen müssen. Hinzu kommen die Belegschaften zahlreicher kleinerer Zulieferer aus Cluj und Umgebung. Begründung des Fujikura-Managements: Angesichts sinkender Nachfrage seien die Arbeitskräfte in Rumänien zu teuer.
Die Behörden in Cluj schätzen, dass bis zum Frühling insgesamt 10.000 Beschäftigte ihren Job verlieren werden. Nicht immer sind es Arbeitgeber aus dem Ausland, die sich anderweits orientieren. Der größte Arbeitgeber im nahegelegenen Dej, der Papier- und Zellulose-Produzent Somes SA, hat ebenfalls Entlassungen angekündigt. 400 Leute sind betroffen.
Nokia gibt sich zugeknöpft
In der Nokia-Stadt gehen die Lichter aus
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Nokia selbst gibt sich bezüglich seiner genauen Pläne zugeknöpft. Die Tendenz freilich ist klar: Das große Rad wird nicht mehr gedreht. Aus den angekündigten bis zu 5000 Stellen sind 3000 geworden. Das Dezembergeschäft war enttäuschend, weswegen die Verträge von 104 Mitarbeitern nicht verlängert wurden. Und wichtige Zulieferer stornieren ihrerseits das Engagement in Cluj: Der chinesische Gehäuse-Hersteller BYD verzichtet auf die geplante Niederlassung. Die skandinavische Hansaprint, die für die Nokia-Handys Verpackungen und Betriebsanleitungen drucken sollte, hat bis auf weiteres alle Investitionen in Rumänien auf Eis gelegt.
In der Lebensmittel-Branche ziehen die internationalen Großkonzerne Coca Cola und Kraft aus Transsylvanien ab. Italienische Kleidungs- und Schuhproduzenten sind angesichts gestiegener Löhne in Rumänien bereits nach Moldawien oder in die Ukraine abgewandert. Auch der schwedische Autoteile-Hersteller Trelleborg, der erst vor drei Jahren aus England in den Bezirk Cluj umgezogen war, erwägt ebenfalls weiterzuziehen.

12:47
Solange sich Staaten/Kommunen versuchen gegenseitig auszustechen dadurch, das sie Abermillionen an Subventionen den Heuschrecken in den Hintern schieben, genau solange wird sich an der Wanderung der Tierchen auch nix ändern ! Die Konzerne wären doch dumm, wenn sie die Geschenke liegen lassen, die ihnen die Politiker hinterher tragen !!!
Beispiel Bochum-Cluj , erst wurden in Bochum die angepiesenen Subventionen von Stadt und Land abgegriffen, dann rannte Rumänien los und machte ( auch mit Hilfe der EU ) ein Faß auf und bereitete den Boden, also ab nach Rumänien mit Nokia und jetzt werden halt irgendwo anders auf dieser Welt wieder neue Anreize geschaffen, damit sich die Konzerne dort ansiedeln und schon zieht die Karawanne weiter.
Wäre Nokia wohl nach Rumänien gegangen, wenn sie dort selber Infrastruktur und Fabriken mit komplett eigenen Mitteln hätten bauen müssen ? Wohl kaum. Dieses Subventionsunwesen soll aufhören - spart jede Mnege Geld und dürfte die Wanderbewegungen auch ziemlich ausbremsen auf Dauer...
12:00
Es sind ja nicht nur die rumänischen Arbeitnehmer, die mehr wollen.
Manch´mal liegen die Sache auf einem Feld begründet, an das der Normalbürger nicht denkt:
der Wechselkurs.
Der rumänischer Leu ist in den letzten Jahren um 30% gegenüber dem Euro teurer geworden.
Es sind also nicht immer die Löhne oder andere Kosten, die den Ausschlag geben.
Nehmen wir China: die Währung Chinas ist maßlos unterbewertet. Hätte der Renmenbi wären auch chinesische Produkte teuerer.
00:25
Wenn es mit der deutschen Bildungspolitik so weiter geht, werden wir mittelfristig wieder konkurrenzfähig zur dritten Welt sein.
Dann, wenn die Politik den Eltern freistellt, ihre Kinder zur Schule oder zur Arbeit zu schicken.
20:19
tja Rumänien, zu hoch gepokert?
Pech gehabt, ich gönn es dir von ganzen Herzen!!
17:43
Dittsche Nokia in Indien gibts schon lange bestimmt 3-5 Jahre.
17:07
Nokia saniert sich wohl so langsam pleite!
Geier über NOKIA!
15:27
Wo ist eigentlich random wenn man sein neoliberales Geschwätz braucht :-) ?
14:15
Ach ja.
Im GAZA-Streifen sucht man noch arbeit.
14:11
Bravo NOKIA
Erst Bochum platt machen, jetzt Cluj?
Zu hohe Kosten?
Verstehe, das nächste NOKIA-Werk wird jetzt bestimmt mit Mitteln der EU in Indien eröffnet.
NOKIA-Handy? Nie wieder.
14:00
Handys kaufen keine Handys!