In den USA waren Geschäfts- und Investmentbanken 66 Jahre lang bis 1999 getrennt
17.10.2011 | 18:02 Uhr 2011-10-17T18:02:00+0200
Berlin. Die Bundesregierung hat sich offen für eine Neuordnung des Bankenwesens gezeigt, um Geschäftsbanken besser vor den Risiken des Spekulationsgeschäfts abzuschirmen.
Die Trennung von Geschäfts- und Investmentbereichen sei ein „interessanter Ansatz“, über den „auf internationaler Ebene intensiv diskutiert werden“ sollte, sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums. Damit reagierte die Bundesregierung auf eine Debatte, die SPD-Chef Sigmar Gabriel am Wochenende neu belebt hatte.
Gabriel präzisierte seine Vorschläge am Montag: „Es geht nicht um Zerschlagung, sondern um die Trennung der Geschäftsbereiche“, sagte er im Deutschlandfunk. Ziel sei es zu verhindern, „dass es immer gleich die Geschäftsbanken erwischt“, wenn Spekulationsgeschäfte scheiterten. Wenn Banken dabei Verluste machten, dürfe dies nicht die Sparkonten in Gefahr bringen und den Kreditfluss an Unternehmen bremsen.
In der schwarz-gelben Koalition rief die Debatte ein gespaltenes Echo hervor. FDP-Fraktionsvize Florian Toncar warf Gabriel vor, „den Demonstranten auf der Straße“ hinterherzurennen. In der „Frankfurter Rundschau“ verwies er auf die Pleite der reinen Investmentbank Lehman Brothers in den USA, die 2008 eine Finanzkrise auslöste. Der CDU-Finanzexperte Klaus-Peter Flosbach sagte: „Wir brauchen keine Holzhammer-Vorschläge, sondern bessere Regulierung.“ Der FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke zeigte sich hingegen offen für eine Neuordnung. Dabei dürfe es aber nicht um eine Zerschlagung gehen, sondern um eine Trennung der Geschäftsbereiche, sagte er im Bayerischen Rundfunk.
„Wir brauchen Sparkassen statt Zockerbuden“
Das Bundesfinanzministerium betonte, dass solche Vorschläge auf internationaler Ebene diskutiert werden müssten. Ein Sprecher verwies darauf, dass in Großbritannien Vorschläge zu einer Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken vorlägen. Auch in den USA hat die Finanzkrise die Debatte über eine solche Trennung neu belebt. Dort war im Zuge der Bankenreform 1933 ein Trennbankensystem eingeführt worden; 1999 wurde die Trennung jedoch wieder aufgehoben. Anders als in den angelsächsischen Ländern gibt es in Deutschland traditionell ein Universalbankensystem, das Kredit- und Wertpapiergeschäfte vereint.
Die Linkspartei bezeichnete eine Trennung der Geschäftsbereiche als unzureichend. Die Banken müssten öffentlich-rechtlich organisiert werden, forderte Parteichef Klaus Ernst. Der frühere Parteichef Oskar Lafontaine äußerte sich ähnlich. „Wir brauchen Sparkassen statt Zockerbuden“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“.
Aus Protest gegen die Macht der Banken hatten vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main Demonstranten auch die zweite Nacht in Folge in Zelten verbracht. 150 bis 200 Menschen seien am Montagmorgen noch in dem Protest-Camp gewesen, sagte ein Sprecher der Bewegung „Occupy Frankfurt“. (afp)

23:13
Hat da nicht scho vor Jahren eine große deutsche Bank schon eine Trennung in Geschäfts- und Privatkunden unternommen? Sparkassen haben den Vorteil, dass ein Teil der Gewinne an den Träger (Gemeinde(n) oder Kreis) fließen oder aber auch Projekte in der Gemeinde gefördert werden (z. B. Jugend- oder Seniorenarbeit) - also für alle etwas tun.
Die Großbanken mit ihren Filialen treten in den jeweiligen Regionen oder Gemeinden nicht so deutlich auf (Ausnahmen gibt es auch hier) - ausser der ausgesprochenen Gewinnorientierung und nicht unbedingt auch dem Gemeinwohl mit öffentlich-rechtlichem Status und einer kommunalen Rechtsträgerin (Gemeinde, Kreis) wie Stadt- oder Kreissparkassen.
Das dumme ist nur, derr kleine Sparer erhält für seine Geldanlagen nur wenig Zinsen, bei Krediten ist der Zinssatz im allgemeinen großzügiger bemessen. Langjährige Kundentreue zählt überhaupt nicht mehr.
20:30
Da kann man mal sehen, was Proteste bewirken können. Auf einmal ist R2D2 verständnisvoll.
Obacht ist dennoch geboten, der Herr Schäuble ist gefährlich.
19:31
Grundsätzlich ist eine Trennung der Geschäftsbanken von den Investmentbanken die richtige Lösung. Andernfalls drohen die Banken, wenn sie im Investmentsegment Verluste hinnehmen müssten damit, die Geschäftsbankanteile mit in den Ruin zu ziehen.
Im Geschäftsbankbereich sind die Banken immer risikoscheu, wie so viele Kunden schon erlebt haben.
Ganz anders sieht die Sache im Investmentbereich aus, dort werden Kundengelder mit abenteuerlichen Renditeversprechen eingeworben (u.a. Öko und so 8-12% Renditeversprechen;-) und in Kreditkreisläufe mit Pleitestaaten angelegt, um Zinsrenditen von 25% zu relisieren. Dieses riskante Karusell von Kredtgewährung statt Rückzahlung ständige Neuverschuldung - Umschuldung genannt - mit hohen Zinsen, die Absicherungen über Ausfallversicherungen, die Wetten auf Ereignisse, das ist der Berich in dem die Investmentbanken mit nur 4% Eigenkapital als Eigenrisiko riesige Summen umwälzen.
Sie hinterlegen quasi wertlose, weil nicht mehr zahlungsfähige Staatsverschuldungen bei der EZB ab, erhalten von dieser zu 1,5% Zinsen dafür echtes Papiergeld und stecken es unverzüglich in ihr aufblühendes Kreditriesenrad, mit dem die Geldmenge völlig ohne Realwerte zu einer gigantischen Blase aufgepumpt wird. Hauptsache Provisionen und Zinsen wachsen.
Das ist dadurch möglich, weil keine Regierung auf Neuverschuldung verzichten will und genau dafür werden diese Investmentbanken als Kredtgeber gebraucht. Darum rette Steinbrück die Real-Hypo mit fast 100 Mrd. Steuergeld, darum ist die Zusammenarbeit, bzw. das Bürgenbeschaffen auch alternativloses Anliegen der Politiker geworden, weil sie nicht sparen wollen, eher den Angeboten und dem Freien der Investmentbranche erliegen.
Weiter trommeln nun die ganz Durchtriebenen nach staatlichen Aufsichten oder Verstaatlichung von Banken, also eine Gründung von Neo-Landes- und Staatsbanken, in denen Politiker sich lukrative Posten sichern (wie vormals u.a. Lafontaine im Aufsichtrat einer Staatspleitebank) und richtig hohe Verluste erwirtschaften, ohne jede private Rechenschaftspflicht, wie sie im Wettbewerb für Versager als Rauswurf üblich, geschickt zu vermeiden aber satt zu kassieren und haltet den Dieb zu skandieren.