Das aktuelle Wetter NRW 6°C
Wirtschaft

Immer mehr Mütter erwerbstätig

23.01.2013 | 07:08 Uhr
Foto: /ddp/Kirsten Neumann

Immer mehr Mütter in Deutschland sind berufstätig. Seit 2006 hat sich die Erwerbstätigenquote von Müttern mit minderjährigen Kindern um rund sechs Prozentpunkte von 64,1 auf 70,2 Prozent erhöht, wie aus dem neuen Fachkräftebericht von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hervorgeht, berichten die Dortmunder "Ruhr Nachrichten".

Dortmund/Düsseldorf (dapd). Immer mehr Mütter in Deutschland sind berufstätig. Seit 2006 hat sich die Erwerbstätigenquote von Müttern mit minderjährigen Kindern um rund sechs Prozentpunkte von 64,1 auf 70,2 Prozent erhöht, wie aus dem neuen Fachkräftebericht von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hervorgeht, berichten die Dortmunder "Ruhr Nachrichten" (Mittwochausgabe). Damit sei die Zahl der berufstätigen Mütter um 60.000 auf 5,6 Millionen gestiegen, heißt es in dem Bericht, der am (heutigen) Mittwoch im Kabinett beraten wird.

"Nicht nur die Anzahl der erwerbstätigen Mütter, auch ihr Arbeitsvolumen nahm zwischen 2010 und 2011 um rund 5,2 Millionen auf 142,2 Millionen Stunden zu", zitiert das Blatt weiter. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Müttern sei um etwas mehr als eine halbe Stunde auf 25,6 Stunden gestiegen.

Die Bundesregierung zieht laut Bericht eine positive Bilanz ihrer Maßnahmen zur Fachkräftesicherung. Die Erwerbsbeteiligung steige, insbesondere die von Frauen und Älteren. Zudem sei die Quote der Schulabgänger ohne Abschluss von 2006 bis 2010 von 7,9 auf 6,2 Prozent gesunken. "Es besteht aber weiter Handlungsbedarf", heißt es in dem Bericht. 45,6 Prozent der erwerbstätigen Frauen zwischen 20 und 64 Jahren hätten im Jahr 2011 lediglich in Teilzeit gearbeitet.

Jede zweite Mutter mit ausländischen Wurzen ohne Job

Wie die Zeitung "Rheinische Post" (Mittwochausgabe) ergänzend berichtet, sieht das Arbeitsministerium dem Bericht zufolge "besonderen Handlungsbedarf" bei Müttern mit ausländischen Wurzeln. Demnach hat nur jede zweite Mutter mit Migrationshintergrund einen Job. Bei den Müttern ohne diesen Hintergrund seien es dagegen 72 Prozent. Die Bundesregierung will nun gezielt Förderprojekte auflegen, die den Müttern beim Einstieg in den Job helfen sollen.

Die Arbeitslosigkeit von Ausländern war dem Bericht zufolge Ende vergangenen Jahres doppelt so hoch wie bei den Deutschen. Über 70 Prozent aller arbeitslos gemeldeten Ausländer hätten keinen anerkannten Berufsabschluss.

Bei der Integration bestünden "erhebliche Defizite". Während 2011 rund 76 Prozent aller möglichen Erwerbstätigen einem geregelten Job nachgingen, waren es bei den Migranten nur 68 Prozent. Eine stärkere Beteiligung der Migranten am Arbeitsleben sei "volkswirtschaftlich geboten". Jede zehnte Person zwischen 15 und 64 Jahren in Deutschland habe inzwischen einen ausländischen Pass. "Die Bemühungen um eine verbesserte Integration von (arbeitslosen) Migranten in den Arbeitsmarkt müssen verstärkt werden", bilanziert das Arbeitsministerium.

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
23.01.2013
08:52
Fragt sich, zu welchen Konditionen:
von nachdenken | #1

"24-Stunden-Kita in Schwerin:
Seine Mama hat Yannic seit 22 Stunden nicht mehr gesehen."

"Yannics Mutter arbeitet im Schichtdienst bei McDonald’s. Sein Vater stapelt bis in den Abend Paletten. Ihr Kind bringen sie in eine 24-Stunden-Kita in Schwerin. Die Einrichtung rettet Eltern wie ihnen den Arbeitsplatz. Doch Familien und Erzieher bringt sie an ihre Grenzen. "

aus:

http://duckhome.de/tb/archives/10486-Beruf,-Gesellschaft,-Armut-und-Arbeit,-ein-Zustandsbericht.html



Umfrage
Die Große Koalition hat sich auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote geeinigt. Was halten Sie von der Maßnahme?

Die Große Koalition hat sich auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote geeinigt. Was halten Sie von der Maßnahme?

 
Fotos und Videos
Aus dem Ressort
Wie Kunden durch Undercover-Verkäufer getäuscht werden
Einzelhandel
Ein guter Verkäufer berät objektiv und vielseitig. Recherchen einer Wochenzeitung und eines Politikmagazins haben jetzt gezeigt, dass in vielen Kaufhäusern und Elektronikmärkten Promoter einzelner Marken auf den Verkaufsflächen arbeiten. Für den Kunden ist das in den meisten Fällen nicht erkennbar.
Bundesverwaltungsgericht entscheidet über Sonntagsarbeit
Urteil
Wie weit darf der Schutz des arbeitsfreien Sonntags verwässert werden? Zu dieser Frage muss das Bundesverwaltungsgericht ein Grundsatzurteil fällen. Konkret geht es um Ausnahmen in Hessen, etwa für Callcenter. Gegen diese Ausnahmen hatten die Gewerkschaft sowie Kirchengemeinden geklagt.
Unsicherheit und Angst bei den Burger-King-Mitarbeitern
Burger King
Nach der Schließung der von Yi-Ko betriebenen Burger-King-Filialen herrscht bei den Mitarbeitern in Essen Unsicherheit, Sorge und Angst. Keiner weiß, wie es weiter geht. Von der Geschäftsführung gebe es keine Informationen. Die Gewerkschaft hält eine Insolvenz für die beste Lösung.
Countdown für Opel  Bochum läuft - Chronik des Niedergangs
Opel
Nach 52 Jahren bleiben im einzigen Automobilwerk des Ruhrgebiets am 5. Dezember die Bänder für immer stehen. Was als Paradebeispiel für den Wandel der Montanregion begann, fällt am Ende auch der Globalisierung zum Opfer – aber zuvorderst den vielen Fehlern der Opel-Manager. Eine Chronik.
Massentierhaltung ist eine Brutstätte für gefährliche Keime
Antibiotika
In deutschen Mastbetrieben finden Keime ideale Bedingungen. Dort werden sie resistent gegen Medikamente, die später auch bei der Behandlung von Menschen auf der Intensivstation nicht mehr wirken. Noch mehr betroffen als Nordrhein-Westfalen ist das Agrarland Niedersachsen.