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Autobranche

IG Metall wirft Opel Wortbruch und Erpressung vor

18.05.2012 | 09:43 Uhr

Bochum.   Die Unsicherheit beim Autobauer Opel hält an. Die 3000 Mitarbeiter des Bochumer Werks erwarten nun klärende Worte von Opel-Chef Stracke, ob ihre Arbeitsplätze erhalten bleiben. Stracke kommt am Montag zu einer Betriebsversammlung nach Bochum.

Die Produktionsverlagerung des Kompaktmodells Astra vom Stammwerk Rüsselsheim ins Ausland schürt die Angst, dass das Bochumer Opel-Werk geschlossen werden könnte. Der Zafira, der zur Zeit in Bochum gebaut wird, könnte nach Rüsselsheim verlagert werden. Die Politik des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) stößt auf scharfe Kritik bei den Arbeitnehmervertretern.

Die IG Metall wirft Opel bei der Entscheidung zur Verlagerung der Produktion des wichtigen Modells Astra von Rüsselsheim nach Polen und Großbritannien Wortbruch vor. Der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild, sagte am Freitag im ZDF, die Arbeitnehmervertretung habe in der großen Krise Verträge mit dem Unternehmen geschlossen, die sicherstellten sollten, „dass solche Entscheidungen nicht an uns vorbei getroffen werden können“. „Deshalb sind wir verwundert“, erklärte Schild.

Die Menschen an den deutschen Standorten seien „stinksauer“. Dennoch sieht Schild, der auch im Opel-Aufsichtsrat sitzt, keines der vier deutschen Opel-Werke, auch das in Bochum nicht, momentan von der Schließung bedroht. Die IG Metall sei davon überzeugt, dass jeder Opel-Standort in Deutschland gehalten werden kann.

„Betriebswirtschaftlicher Wahnsinn“

Schild warnte, es wäre „betriebswirtschaftlicher Wahnsinn“, das Bochumer Werk zur Disposition zu stellen. Für die IG Metall sei es „unakzeptabel“, dass solche öffentlichen Gedankenspiele vom Unternehmen zugelassen werden. Das Opel-Stammwerk Rüsselsheim sei sicher das modernste und flexibelste Werk des Traditionsunternehmens in Europa und verfügte daher wohl über die höchste Bestandsgarantie in Deutschland, sagte Schild.

Zur Frage, ob die vier deutschen Standort – neben Rüsselsheim und Bochum, Eisenach und Kaiserslautern – gehalten werden können, sagte er: „Davon bin ich ganz fest überzeugt. Ich glaube, dass wir uns um die Zukunft der vier deutschen Standort keine Sorgen machen müssen.“ Die aktuellen Sorgen des Unternehmens seien Image- und Marketing-Probleme. Opel müsse von der US-Konzernmutter General Motors zudem Zugang zu den großen Wachstumsmärkten in der Welt erhalten, so etwa China.

„Nackte Erpressung“

„Klar ist, das sage ich für die ganze IG Metall: Die IG Metall wird nicht die Hand reichen für ein Gegeneinander der Standort. Was im britischen Werk Ellesmere Port geschehen sei, mit Lohnverzicht die Verlagerung von Astra-Produktionsteilen dorthin zu erreichen, sei „nackte Erpressung“ gewesen. Dieser Fall zeige, dass Opel und GM versuchten, Belegschaften gegeneinander auszuspielen.

Opel und GM hatten am Donnerstag entschieden, den Astra aus Kostengründen ab 2015 nicht mehr in Rüsselsheim sondern im britischen Ellesmere Port und im polnischen Gleiwitz zu bauen. (mit rtr)



Kommentare
19.05.2012
22:39
IG Metall wirft Opel Wortbruch und Erpressung vor
von Klug99 | #9

Was für ein Unsinn, wenn es betriebswirtschaftlicher Wahnsinn wäre würde GM es nicht machen! Einzig wahnsinnig ist die Tarifpolitik der Gewerkschaft die Deutschland konkurrenzunfähig macht!

18.05.2012
17:17
IG Metall wirft Opel Wortbruch und Erpressung vor
von silera | #8

Wenn die in Polen und Großbritanien für weniger Geld arbeiten wird der Astra dann besser ? Oder spielt die gute Verarbeitung dann keine Rolle .Doofe Frage: Wird der Astra
dann billiger?

1 Antwort
IG Metall wirft Opel Wortbruch und Erpressung vor
von Klug99 | #8-1

Die Qualität ist die Gleiche! Und GM verdient mehr Geld! Deshalb betriebswirtschaftlich auch richtig! Vielleicht wachen die Träumer mal auf und trennen sich von den Schwätzern die nichts anderes als den eigenen Job behalten wollen!

18.05.2012
14:49
IG Metall wirft Opel Wortbruch und Erpressung vor
von TVtotal | #7

Wie Wortbruch, Erpressung...schaut den Tatsachen endlich ins Auge, die Autoindustrie hat sich selber ihr Grab geschaufelt und wartet ab wenn die Autokreditblase platzt...öh kauft jetzt keine Zinsen ab 89 € monatlich und bis 5000 € Preisvorteil....

18.05.2012
12:14
Nicht zu verantwortende Aussagen.
von karlleokraus | #6

Wie kann der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter A.Schild in der Öffentlichkeit nur so verantwortungslose Parolen verbreiten, wie: "Ich glaube, dass wir uns um die Zukunft der vier deutschen Standorte keine Sorgen machen müssen."?
Was ich auch nicht verstehe, da sitzt der Mann im Opel-Aufsichtsrat und bekommt von den GM/Opel-Planspielen aber auch rein garnichts mit? Worüber wird denn bei den turnusmässig stattfindenden Aufsichtsratssitzungen diskutiert?
Interessant wäre es, einmal die letzten Besprechungsprotokolle, zumindest auszugsweise, zu veröffentlichen.

18.05.2012
11:09
IG Metall wirft Opel Wortbruch und Erpressung vor
von Cagliostro | #5

Nein, eine Schließung des Opel Werks in Bochum sehe ich auch nicht, viel mehr sehe ich überall blühende Landschaften. Nur keine Bange, der Zafira geht bestimmt nicht nach R´heim und alles wird gut.

Mal abwarten, zu welchem Zugeständnissen die hochqualifizierten Bochumer Opelaner (ich habe bisher geglaubt, die hätten alle 2005 das Unternehmen verlassen) bereit sind, wenn es um den eigenen Arbeitsplatz geht?

18.05.2012
11:01
Made in Germany ist Ausnahmefall
von FreieMeinung79 | #4

90% der in Deutschland zu gelassenen Autos, auch die der dt. Hersteller, kommen aus dem Ausland.

@# 2 Übrigens fahren "Opel" in China, allerdings unter anderen Marken von GM, sind aber identische Modelle.

18.05.2012
10:48
IG Metall wirft Opel Wortbruch und Erpressung vor
von ro-fisch | #3

#1 kann ich nur zustimmen, möchte jedoch nioch hinzufügen, dass es kaum noch solche Fahrzeuge gibt. Selbst MB lässt ihre neue A-/B-Klasse zwischenzeitlich im Niedriglohnsektor Rumänien bauen. Die Automobilindustie kann man nur durch Kaufverhalten zwingen, Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten!

18.05.2012
10:36
IG Metall wirft Opel Wortbruch und Erpressung vor
von darabu | #2

OPEL in China???? Der Autoboom in China ist kein Selbstläufer. Massenware haben die Chinesen selber. Die dortige Automobilindustrie liefert jährlich Millionen von Fahrzeugen. Zudem ist Korea nicht weit. OPEL hat in China oder Asien/Russland keine Chance, zu teuer , zu altbacken. Hört auf zu träumen. Es werden mittelfristig noch andere Autohersteller auf der Strecke bleiben, OPEL ist nur einer davon.

18.05.2012
10:25
IG Metall wirft Opel Wortbruch und Erpressung vor
von rudizehner | #1

Einmal mehr sollten sich Deutsche Staatsbürger dazu entscheiden, vorzugsweise Fahrzeuge zu kaufen, die auch in Deutschland hergestellt werden.
Sollte der Astra nicht mehr hier hergestellt werden, wird mein nächstes Auto kein Astra, vielleicht auch gar kein Opel, mehr sein. Die Konkurrenz hat genügend Auswahl und freut sich über Neukunden, die -Made in Germany- zu schätzen wissen.

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