IG Metall gewinnt erneut Mitglieder - Rekordeinnahmen

IG-Metall-Chef Detlef Wetzel spricht sich für eine Forderung von fünf bis sechs Prozent mehr Lohn für die 3,7 Millionen Beschäftigten der deutschen Metall- und Elektroindustrie aus.
IG-Metall-Chef Detlef Wetzel spricht sich für eine Forderung von fünf bis sechs Prozent mehr Lohn für die 3,7 Millionen Beschäftigten der deutschen Metall- und Elektroindustrie aus.
Foto: Frank Rumpenhorst
Was wir bereits wissen
Die IG Metall geht gestärkt in die aktuellen Tarifverhandlungen. Mehr Mitglieder sorgen auch für eine gut gefüllte Streikkasse.

Frankfurt/Main.. Das vierte Jahr in Folge hat die IG Metall 2014 die Zahl ihrer Mitglieder gesteigert. Zum Jahresende hatte Deutschlands größte Gewerkschaft 2,27 Millionen Mitglieder, also rund 3400 mehr als ein Jahr zuvor, wie der Erste Vorsitzende Detlef Wetzel am Montag in Frankfurt berichtete. Insgesamt seien mehr als 110.000 neue Mitglieder in die IG Metall eingetreten. Damit konnten Austritte und Sterbefälle mehr als ausgeglichen werden.

Auch wegen der höheren Tarifgehälter konnte Hauptkassierer Jürgen Kerner gleichzeitig mit 516 Millionen Euro (2013: 499 Millionen Euro) einen erneuten Rekord bei den Beiträgen verbuchen. Dazu kommen ungenannte Erträge aus dem Milliardenvermögen der Gewerkschaft, die ebenfalls in die Organisation und in die Streikkasse fließen.

Eindämmung der Werkverträge großes Ziel

Rente In diesem Jahr will die IG Metall vor allem Beschäftigte der industriellen Dienstleister neu organisieren, deren Arbeit zuvor aus den Metallunternehmen ausgelagert worden sei. "Sie dürfen nicht anders behandelt werden, weil sich das Firmenlogo oder die Farbe des Arbeitsanzugs geändert hat", sagte Wetzel. Die IG Metall strebe ein System unterschiedlicher Tarifverträge entlang der Wertschöpfungsketten an. Politisch stehe die Eindämmung der Werkverträge auf dem Plan.

Wetzels Stellvertreter Jörg Hofmann verteidigte die Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld und teils neuartigen Teilzeitmodellen für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten der deutschen Metall- und Elektroindustrie. In den laufenden Tarifverhandlungen erwarte er von den Arbeitgebern in der zweiten Runde ein Angebot, sagte Hofmann. An dessen Qualität werde sich die Intensität der ab dem 29. Januar flächendeckend möglichen Warnstreiks orientieren. An einen Arbeitskampf denke er zu Beginn der Verhandlungen noch nicht. "Wir werden es schaffen, auch in diesem Jahr ohne Urabstimmung und Streik zu einer Lösung zu kommen." (dpa)