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Ifo meldet überraschenden Rückschlag für deutsche Konjunktur

22.03.2013 | 12:31 Uhr
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Ifo meldet überraschenden Rückschlag für deutsche Konjunktur
Die Euphorie in der deutschen Wirtschaft flaut ab. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sankt erstmals seit Oktober wieder.Foto: dpa

München  Zum ersten Mal seit Oktober sinkt der Ifo-Geschäftsklimaindex wieder. Experten haben mit einem leichten Plus gerechnet. Um so überraschender ist am Freitag die Meldung des Ifo-Instituts aus München. Der DAX büßt kurzzeitig ein. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn spricht von "minimalem Rückgang".

Die Euphoriewelle in der deutschen Wirtschaft ist vorerst gestoppt: Zum ersten Mal seit Oktober sank der Ifo-Geschäftsklimaindex wieder. Der wichtigste Frühindikator für die Konjunktur verlor 0,7 Zähler auf 106,7 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag mitteilte. Der DAX büßte nach der Veröffentlichung zunächst an Wert ein, fing sich dann aber wieder. Experten hatten mit einem leichten Plus gerechnet.

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn bewertete die Zahlen positiv. Er sprach von einem "minimalen Rückgang" und fügte hinzu: "Die deutsche Wirtschaft behauptet sich mit einer guten Binnenkonjunktur in schwierigem Umfeld." Der aktuelle Wert ist der zweithöchste seit Mai 2012. Ihre momentane Geschäftslage bewerteten die etwa 7.000 befragten Unternehmen fast genauso gut wie zuletzt. Etwas stärker gingen jedoch die Geschäftserwartungen im Vergleich zum Februar zurück.

Industriefirmen bewerten Geschäftsverlauf weniger optimistisch

In den Branchen ist die Entwicklung unterschiedlich. Die Industriefirmen, die das Schwergewicht der deutschen Wirtschaft ausmachen, bewerteten sowohl die aktuelle Lage als auch den weiteren Geschäftsverlauf in den kommenden sechs Monaten weniger optimistisch als im Februar. "Die Exporterwartungen sanken merklich, sind aber weiterhin positiv ausgerichtet", erläuterte Sinn.

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Bild: dapd

Nach einem starken Plus im vergangenen Monat trübte sich auch das Geschäftsklima im Großhandel deutlich ein. Die befragten Firmen bewerteten die momentane Situation und die nahe Zukunft schlechter als zuletzt.

Im Einzelhandel gab es dagegen ein leichtes Plus. Mit der aktuellen Lage sind sie "etwas zufriedener als zuvor", und sie blicken laut Ifo auch weniger pessimistisch auf die weitere Entwicklung.

Das Bauhauptgewerbe ist deutlich zufriedener, aber auch skeptischer

Im Bauhauptgewerbe stieg der Geschäftsklimaindex sogar auf den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung, wie Sinn erläuterte. Mit der aktuellen Situation sind die Firmen deutlich zufriedener. Im Hinblick auf die weitere Geschäftsentwicklung sind sie zwar etwas skeptischer als im Februar. Der Wert liege jedoch nach wie vor sehr hoch, betonte der Ifo-Präsident.

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Im Dienstleistungsgewerbe ging der Geschäftsklimaindikator im März dagegen zurück. Beide Kriterien fielen etwas negativer aus. "Trotzdem besteht weiterhin die Absicht, den Personalbestand zu erhöhen", sagte Sinn.

Die vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung befragten Finanzmarktexperten hatten die konjunkturelle Entwicklung zuletzt besser eingeschätzt. Der ZEW-Index war im März um 0,3 auf 48,5 Punkte gestiegen. Das war der vierte Zuwachs in Folge. Bereits im Februar hatte der Wert mit 48,2 Punkten den höchsten Stand seit fast drei Jahren erreicht. (dapd)

Kommentare
23.03.2013
10:41
Ifo meldet überraschenden Rückschlag für deutsche Konjunktur
von Karlot | #3

Überraschend ist vielleicht höchstens die Überraschung der "Experten".

23.03.2013
00:41
Ifo meldet überraschenden Rückschlag für deutsche Konjunktur
von astor97 | #2

Tarifverhandlungen stehen an.. und schon klagt die Wirtschaft über Rückgang der Aufträge.. und wieder soll der Arbeitnehmer Angst um seinen Arbeitsplatz haben... fehlten nicht vor Wochen so viele qualifizierte Arbeitnehmer... schönen Tag noch

23.03.2013
00:00
Ifo meldet überraschenden Rückschlag für deutsche Konjunktur
von cheesy1984 | #1

Ja klar. Sehr überraschend... total! Echt die unerwartete Nachricht. Ich weiß nicht, aber da scheint was schief gelaufen zu sein... kaum zu glauben...

Spass bei Seite! Da kracht es in fast jedem Land der Eurozone: GRE Pleite, ITA Wankt, ESP wankt, FRA kämpft mit Rezession, Slovenien will Antrag stellen, und was macht das IFO? Gibt im Januar ein völlig aus der Luft gegriffenes Forecast raus in dem ein Zauber-Wachstum angepriesen wird, welches unrealistischer nicht sein könnte. Und welch ein Wunder, plötzlich muss man es doch wieder nach unten korrigieren... Wozu also diese lächerlichen Forecasts, die eh völlig an der Realität vorbeiplanen?

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