Hungerstreik auf Baustelle von Russlands Kosmodrom beendet

Noch stehen den Arbeitern auf der Großbaustelle Löhne von umgerechnet 226.000 Euro zu.
Noch stehen den Arbeitern auf der Großbaustelle Löhne von umgerechnet 226.000 Euro zu.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Für den Kreml ist der neue Weltraumbahnhof eins der wichtigsten Prestige-Projekte. Doch die Arbeiten stocken immer wieder wegen Skandalen.

Wostotschny.. Mit einem Hungerstreik auf der Großbaustelle von Russlands neuem Weltraumbahnhof Wostotschny haben Arbeiter die Auszahlung ausstehender Löhne erzwungen. Vizeregierungschef Dmitri Rogosin sagte auf dem künftigen Kosmodrom nahe der chinesischen Grenze die Überweisung der seit Jahresbeginn fälligen Gehälter zu.

Im Gegenzug würden die Männer den Streik beenden, meinte Rogosin am Montag der Agentur Tass zufolge. Insgesamt stehen Löhne von mehr als 14 Millionen Rubel (etwa 226.000 Euro) für über 200 Fachleute aus.

Wostotschny gilt als eines der wichtigsten strategischen Projekte Russlands. Die 2010 begonnenen Arbeiten werden aber von Schlamperei und Finanzskandalen überschattet. Beobachter sehen die für Dezember geplante Inbetriebnahme daher als gefährdet.

Firmen droht eine "empfindliche Strafe"

Wegen der verzögerten Lohnzahlungen feuerte Rogosin den Vizechef der staatlichen Baufirma. "Es ist nicht einzusehen, warum er ein dickes Gehalt bekommen soll, während die Arbeiter auf ihr Geld warten müssen", sagte der für Raumfahrt zuständige Politiker. Rogosin versprach, bei seinem nächsten Besuch rund 8000 Kilometer östlich von Moskau Verpflegung und Unterkunft zu kontrollieren. "Ähnliche Sorgen dürfen nicht wieder zu einem Skandal auswachsen", meinte er.

Die Justiz ermittelt gegen die säumigen Firmen. Ihnen drohe eine "empfindliche Strafe", sagte ein Sprecher. Eine Prüfung hatte vor kurzem ergeben, dass ein Teil der Arbeiten in Wostotschny bis zu 120 Tage im Verzug ist. Zudem sitzt ein früherer Bauleiter wegen Verdachts auf Unterschlagung in Haft. (dpa)