Hohe Energiepreise alarmieren die Ruhr-Wirtschaft
07.02.2012 | 18:07 Uhr 2012-02-07T18:07:00+0100
Bochum. Die Wirtschaft an Rhein und Ruhr ist nach Einschätzung der Kammern gut aufgestellt. Laut einer Umfrage sind die Unternehmer zuversichtlich. Doch sie plagen auch Sorgen – an erster Stelle wegen der steigenden Preise für Energie und Rohstoffe.
Das Ruhrgebiet trotzt der Finanzkrise und der sich abzeichnenden Wirtschaftsflaute. Das belegt der Ruhr-Lagebericht. Allerdings ächzten die Unternehmen in Duisburg und am Niederrhein in besonderem Maße unter hohen Energiepreisen und Lücken in der Infrastruktur, so Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Duisburg/Wesel/Kleve.
„Die Konjunktur im Ruhrgebiet hat sich auf hohem Niveau stabilisiert. Für dieses Jahr deutet sich eine in etwa gleichbleibende Entwicklung an“, fasste am Dienstag Jürgen Fiege, Präsident der IHK Mittleres Ruhrgebiet, die Ergebnisse einer revierweiten Umfrage unter rund 1000 Unternehmen mit 142 000 Beschäftigten zusammen. Nach dem Rekordjahr 2011, als der Ruhr-Index im Herbst bei 114 Punkten lag, sank das Konjunktur-Barometer zum Jahresbeginn 2012 nur geringfügig um zwei Punkte. Fiege, der in diesem Jahr für alle Ruhrgebiets-Kammern spricht: „Lage und Erwartung liegen im grünen Bereich und in der Tendenz auf Bundesniveau.“
Ohne Ausnahme präsentierten sich alle Wirtschaftsbereiche der Umfrage zufolge „in solider Verfassung“. 41 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre Geschäftslage als „gut“, rund die Hälfte als „befriedigend“. Nur jeder zehnte Betrieb sieht seine Situation als „schlecht“ an.
Positive Grundstimmung
In ähnlich positiver Grundstimmung sind die Revier-Unternehmen in das Jahr 2012 gestartet. 60 Prozent halten eine gleichbleibende Entwicklung mit einem moderaten Wachstum für wahrscheinlich. Jeder fünfte Betrieb rechnet gar mit einer Verbesserung. Ebenso viele erwarten eine Verschlechterung.
Dennoch herrscht an Rhein und Ruhr nicht nur Sonnenschein. Jedes zweite Unternehmen empfindet die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, die Inlandsnachfrage und vor allem die Energie- und Rohstoffpreise als Risiko. „Die Ratlosigkeit der Wirtschaft über die Politik drückt sich im aktuellen Lagebericht besonders aus“, sagt Stefan Dietzfelbinger von der Duisburger IHK. Sein Kammerbezirk zählt zu den deutschen Regionen mit den meisten energieintensiven Unternehmen. In Duisburg und am Niederrhein werden rund 13 Prozent der bundesweiten industriellen Energiemenge verbraucht.
Verstopfte Straßen
Die Umfrage der Kammern ergab, dass zwei Drittel der Unternehmen versuchen werden, die steigenden Energiepreise auf ihre Kunden umzulegen. Bochums IHK-Präsident Fiege erhob deshalb mahnend den Zeigefinger: „Die Energie- und Rohstoffpreis-Entwicklung ist eine nicht zu unterschätzende Stellschraube für die weitere wirtschaftliche Entwicklung und auch die Entwicklung am Arbeitsmarkt.“
Ein Dauerbrenner im Ruhrgebiet bleiben aber auch die verstopften Straßen. Fiege kritisierte scharf die Bundesregierung, die die Mittel für den Ausbau der A 43 im Ruhrgebiet ersatzlos gestrichen habe. Am Niederrhein nimmt die IHK beharrlich die Politik in die Pflicht, die Betuwe-Eisenbahnlinie nach Rotterdam tatsächlich auszubauen. Auch der Neubau des „Eisernen Rheins“ nach Antwerpen parallel zur Autobahn A 52 bleibt Forderung der Kammer.
Maschinen gut ausgelastet
Auf der Tagesordnung der nicht abgearbeiteten Punkte steht auch die von der IHK geforderte Kooperation der Häfen am Niederrhein mit dem Hafen in Duisburg.
Die Maschinen und Anlagen der Ruhrgebiets-Unternehmen waren laut Ruhr-Lagebericht zu 84 Prozent ausgelastet. Ein guter Wert. Allerdings schwächelt der Export ein wenig. Die Investitionsbereitschaft fällt zum Jahresbeginn etwas geringer aus als im Herbst. Auch bei Personalaufstockungen sind die Firmen vorsichtiger. Dennoch wollen 18 Prozent neue Stellen schaffen und nur 13 Prozent Mitarbeiter abbauen.

14:10
Die hohen Energiepreise machen auch Millionen Bürgern zu schaffen, die überproportional belastet werden. Wer denkt darüber mal nach? Die steigenden Kosten und Abgaben sind von vielen Menschen nicht mehr zu bezahlen. Die FDP hat gerade mal wieder die Wirtschaft entlastet und die Bürger belastet. Darum will auch keiner mehr die FDP, die wohl in der Versenkung verschwindet.
18:01
Wie der Sonnenstrom den Netzbetreibern im kalten Winter die Taschen füllt und Panikmache über vermeintliche Engpässe das Publikum davon ablenken soll
Der große Blackout, der uns für diesen Winter versprochen worden war, ist ja nun ausgeblieben. Statt dessen liefern die Tausenden von "völlig unsinnigen" Solaranlagen auch im Winter jede Menge Strom. Heute über Mittag dürften es, wie auf der Seite der Leipziger Strombörse mit einiger Verzögerung nachzulesen sein wird, für mehrere Stunden zwischen fünf und sechs Gigawatt (GW) gewesen sein, eine Leistung, die etwa vier der größeren AKW entspricht.
Zuletzt sollten wir ja, wie in Telepolis berichtet Warten auf den Blackout in Frankreich, durch das Märchen vom kalten Winter aufgeschreckt werden. Der ist natürlich tatsächlich im Augenblick ziemlich kalt, aber dass es deswegen am Mittwoch, wie behauptet wurde, hierzulande Engpässe gegeben hätte, ist eine Ente.
Ein Blick auf die sogenannte Transparenzplattform entsoe.net (Anmeldung notwendig) gibt Aufschluss über die realen Stromflüsse am Mittwoch. Demnach ist Deutschland den ganzen Tag über - die Daten liegen als Stundenmittel vor - Nettostromexporteur gewesen. Empfänger waren vor allem Frankreich, die Schweiz, die ihrerseits viel an Frankreich, aber auch Italien liefert, Österreich und Polen. Bei letzterem handelt es sich zumindest zum Teil um einen Ringfluss, der aus Nordostdeutschland über Polen und die Tschechische Republik nach Bayern geht.
Als Beweis für den angeblichen Engpass wird ein Kraftwerk der Kaltreserve mit einer Leistung von 220 Megawatt (0,22 GW) genannt, das in Mannheim angeworfen wurde. Außerdem seien die bereits Anfang Januar im Rahmen einer ähnlichen medialen Desinformationsaktion (siehe Wenn die Argumente ausgehen) zu einiger Prominenz gelangten Kraftwerke in Österreich, die dort als Reserve für Deutschland bereitgehalten werden, angeworfen worden.
"Schon zum zweiten Mal in diesem Winter mussten die Netzbetreiber auf Notreserven zurückgreifen und Strom aus Österreich zukaufen", schrieb der Spiegel aus Hamburg. Tatsächlich hat aber, siehe oben, Österreich am fraglichen Tag netto durchgehend Leistung in Deutschland nachgefragt - und zwar zwischen 0,6 und 2,6 GW.
Tatsächlich ging es am Mittwoch wieder einmal, wie schon Anfang Dezember, darum, dass die hiesigen Netzbetreiber mit einem satten Gewinn den auch am Mittwoch reichlich vorhanden Wind- und Solarstrom im Ausland verkaufen konnten. Frankreich bezog an diesem Tag ganztägig Leistung aus Deutschland, und zwar mit etwa einem GW am meisten um die Mittagszeit. Zur gleichen Zeit speisten hierzulande Windräder zwischen 2,5 und 4,5 GW ein. Zusätzliche sechs bis sieben GW lieferte die Sonne.
Für eine Gigawattstunde Sonnenstrom erhalten die Anlagenbesitzer je nach Baujahr grob geschätzt 250.000 Euro. Wenn der Strom nach Frankreich tatsächlich für zwei Euro pro Kilowattstunde verkauft wurde, wie es hieß, dann würde das einem Profit von 1,75 Millionen Euro entsprechen. Aufsummiert über den ganzen Tag könnten das - noch gröber geschätzt - zehn Millionen Euro gewesen sein, die die "völlig unsinnige" Fotovoltaik den Netzbetreibern in die Kasse gespült haben. Übrigens: Natürlich werden derlei Extragewinne, für die so gut wie keine eigene Leistung erbracht wurde, nicht von der EEG-Umlage abgezogen.
Wolfgang Pomrehn
18:32
Dennoch herrscht an Rhein und Ruhr nicht nur Sonnenschein. Jedes zweite Unternehmen empfindet die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, die Inlandsnachfrage und vor allem die Energie- und Rohstoffpreise als Risiko. „Die Ratlosigkeit der Wirtschaft über die Politik drückt sich im aktuellen Lagebericht besonders aus“, sagt Stefan Dietzfelbinger von der Duisburger IHK. Sein Kammerbezirk zählt zu den deutschen Regionen mit den meisten energieintensiven Unternehmen. In Duisburg und am Niederrhein werden rund 13 Prozent der bundesweiten industriellen Energiemenge verbraucht.
Dazu die Ist-Situation und die Gewissheit von gewaltigen Strompreis-Steigerungen.
Zitat: „EWEA: Windkraftkapazität in 2011 insgesamt 866 Megawatt
Donnerstag, 19 Januar 2012
Die Windkraft-Industrie hat im Jahr 2011 in der EU 235 Windturbinen installiert und ans Netz gebracht. Die Anlagen haben einen Wert von rund 2,4 Milliarden Euro. Die Marktsituation blieb stabil.
Heute veröffentlichte der Europäische Verband für Windenergie (EWEA) in Brüssel die Jahresstatistik für 2011. Die gesamte ans Netz gebrachte Windkraftwerkskapazität betrug 866 Megawatt (MW) in neun See-Windfarmen.
Neu ans Netz angeschlossene Windkraft-Kapazität auf See:
2008
2009
2010
2011
327 MW
584 MW
883 MW
866 MW
Neun weitere Windfarmen auf See sind derzeit im Bau. Sie werden weitere 2375 Megawatt ans Netz bringen und damit die gesamte derzeit auf See installierte Windkraftwerks–Kapazität um 62 % erhöhen.
In der EU sind insgesamt 1371 Windturbinen ans europäische Stromnetz angeschlossen, mit einer Gesamtkapazität von 3813 Megawatt in 53 Windfarmen in 10 EU-Staaten.
Für das Jahr 2020 rechnet EWEA mit einer See-Windkraftwerkskapazität von 40.000 Megawatt, mit der rund 4% des Stromverbrauchs der EU geliefert werden.
“Der Sektor Windkraft auf See blieb 2011 stabil“, sagte Justin Wilkes, Direktor für Politik bei EWEA. Er fügte hinzu: “Trotz der finanziell angespannten Lage in vielen Wirtschaftszweigen haben wir 2011 einen 40prozentigen Zuwachs bei der Projektfinanzierung mittels rückgriffsfreien Krediten erlebt, eine Steigerung von 1,46 Milliarden Euro auf 2,05 Milliarden Euro“.
“Die gut gefüllte Projetpipeline und die positive Entwicklung bei der Finanzierung zeigen sehr deutlich, dass die Staaten weiter stabile und auf lange Zeit verlässliche Rahmenbedingungen für Windkraft auf See gewähren müssen, um auch der Industrie verlässliche Planung zu ermöglichen“, sagte Wilkes weiter.
Die große Mehrheit (87%) aller neu installierten und ans Netz angeschlossenen Windkraft auf See im Jahr 2011 betraf britische Gewässer. Siemens lieferte dafür 80% der Turbinenkapazität, während im Jahr davor SSE und RWE Innogy die aktivsten Windfarmbauer auf See waren. DONG Energy blieb 2010 und 2011 das aktivste Unternehmen beim Kapitaleinsatz im Offshore-Windmarkt.“
Aus den Angaben dieser Veröffentlichung sind zu entnehmen, das mittlerweile 3813 Megawatt Windkraft-Anlagen existieren, die 4% Anteil zur Stromversorgung leisten. Laut Wikipedia, sind die Installationskosten solcher Anlagen im Durchschnitt bei 1 Million € pro Megawatt. Wenn man schlussfolgert, das somit bereits 3813 x 1 Million investiert wurden kommt man zu der Summe von 3813 Milliarden €. Da diese Investition ja langfristig der politischen Unterstützung bedarf und sicherlich auch finanzielle „Pflege für die politischen Unterstützung“ einsetzt, wird deutlich was Politiker, Parteien und ganze Parlamente „beflügelt“!
12:29
Anstelle von günstigen Preisen, wird von den Bochumer Stadtwerken der VfL Bochum gesponsert!
20:06
Und die werden noch weiter fleißig nach oben schießen! Dankeschön an die Druckerpressen der EZB und der FED sowie den ganzen Finanzspekulanten, die uns immer weiter in den Abgrund ziehen, auch!!!
19:01
Mich plagen auch die steigenden Energie- und Vermietnebenkosten! Und? Hilft mir jemand?!?