Hella-Erfolg und schwarz-gelbe Talfahrt

Hagen.. Zur Jahresmitte überwand er die 10 000er-Marke; im Herbst malten einige Analysten, als der Dax gen 8500 Punkten sank, schon den Absturz an die Wand – da schnellte der Kurs wieder nach oben, um am Jahresende ein Plus von rund 300 Punkten zu verzeichnen. Beim Blick auf die vier börsennotierten Unternehmen in der Region ergibt sich ein anderes Bild: auch mit Ausschlägen, aber in der Gesamtbetrachtung mit eindeutiger Tendenz.

Der Gewinner: die Hella KGaA Hueck & Co. Den Automobilzulieferer aus Lippstadt im Kreis Soest trieb es erst im November an die Börse. Nach einem eher verhalten Auftakt ging es für die Hella-Aktie steil nach oben.

Neues Management

In die genau andere Richtung ging es für zwei andere Unternehmen: Vossloh und Centrotec. Der Werdohler Bahntechnikkonzern Vossloh hat nach einem relativ stabilen Jahresanfang ab der Jahresmitte einen Kursabsturz hinnehmen müssen. Eine Besserung setzte im dritten Quartal ein; im Dezember verkündeten die neuen Manager ein Restrukturierungsprogramm bis 2017.

Nicht viel anders erging es dem Wertpapier der Centrotec Sustainable AG. Für den Briloner Spezialisten für Energieeffizienz und Gebäudetechnik ging es zehn Monate lang nach unten. Ein möglicher Auslöser: der Wechsel an der Konzernspitze, der mit einer Einmalbelastung von rund 1 Millionen Euro zu Buche schlug. Erst im November setzte wieder ein Aufwärtstrend ein. Die neue Unternehmensführung kündigt ein neues Management und eine stärkere Internationalisierung von Centrotec an. „Centrotec selber kann den Verlauf der eigenen Aktie nicht seriös kommentieren. Darüber entscheidet der Markt“, hieß es auf Nachfrage aus dem Unternehmen.

Abwärts in der Tabelle

Ein Wechselbad nicht nur der Gefühle, sondern auch der Kursentwicklung hat die BVB KGaA in den letzten zwölf Monaten hinter sich. Deutschlands einziger börsennotierter Fußballverein (60,76 Prozent der Aktien sind in Streubesitz) konnte bis zur Jahresmitte ein Zwölf-Jahres-Hoch beim Aktienkurs verzeichnen und überstieg unmittelbar nach Ende der Fußball-WM und dem deutschen Titelgewinn die 5 Euro-Marke. Dazu kam die Aufnahme in den S-Dax (anstelle von Air Berlin) und neue Investoren, die eine satte Kapitalerhöhung ermöglichten. „Ein wunderschöner Sommer“, urteilt auch Robin Steden aus der Finanzkommunikation der BVB KGaA.

Mit dem ausbleibenden Erfolg seit Beginn der Bundesliga-Hinrunde und dem Sturz des Traditionsvereins in den Tabellenkeller der ersten Liga gab auch die Aktie des BVB nach. „Wer wegen der sportlichen Misserfolge seine Aktien verkauft, denkt auch wirtschaftlich: Er traut uns nicht mehr zu, fürs nächste Jahr internationale Wettbewerbe zu erreichen und geht von weniger Einnahmen aus“, erklärt Steden. In der 12-Monate-Bilanz steht nur ein mageres schwarz-gelbes Plus, obwohl der Verein wirtschaftlich so gut wie selten in der jüngeren Vereinsgeschichte dasteht.