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Heizkosten explodierten

20.06.2007 | 09:01 Uhr

Berlin. Für die rund 50 Millionen Mieter in Deutschland sind die Kosten für Heizung und Warmwasser seit 2002 um mehr als 30 Prozent in die Höhe geschossen.

Bis 2006 stiegen die warmen Betriebskosten monatlich im Schnitt von 0,81 auf 1,07 Euro je Quadratmeter. Das steht im nun vorgelegten Wohngeld- und Mietenbericht der Bundesregierung. Bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung ist das ein Plus um 18 auf 75 Euro. Für den Kostensprung seien die weltweit gestiegenen Öl-und Gaspreise verantwortlich. Der Mieterbund forderte, das Wohngeld um mindestens 15 Prozent zu erhöhen, um Mieter mit geringem Einkommen zu entlasten.

Die Wohnungsmieten entwickelten sich in den vergangenen vier Jahren moderat. "In ihrer jährlichen Entwicklung bewegten sie sich deutlich unterhalb der allgemeinen Teuerungsrate", sagte Bauminister Wolfgang Tiefensee (SPD).

Im Vorjahr stiegen die Mieten um rund ein Prozent. Im Schnitt betrug die Monats-Bruttokaltmiete 6,25 Euro je Quadratmeter (warm 7,32 Euro). Für eine 70-Qua-dratmeter-Wohnung musste ein Mieter 438 Euro brutto bezahlen. Darin enthalten: die Nettokaltmiete und umlagefähige kalte Betriebskosten (Wasser, Abwasser, Müllabfuhr), die seit 2002 um sieben Prozent stiegen. Dazu kommen Heizungs- und Warmwasserkosten. Bei bis 1948 errichteten Altbauwohnungen wuchsen die Mieten am stärksten (+1,6%): Die Bruttokaltmiete betrage im Schnitt 4,50 bis 7,50 Euro je Quadratmeter. Für Neubauten (ab 1949) zahlen Mieter je Quadratmeter 4,80 bis 7,60 Euro. Wird eine neue Wohnung erstmals bezogen, kann der Preis bei 5,80 bis 7,90 Euro liegen.

In Ballungszentren sind die Unterschiede groß: Dort liege das Niveau 3 bis 20 Prozent über den Durchschnittsmieten. Bundesweit müssen Mieter ein Viertel ihres Monatseinkommens in Mieten stecken. Am teuersten: Single-Wohnungen, am günstigsten sind Zwei-Personen-Wohnungen. Wohngeld-Bezieher müssen laut Mieterbund im Schnitt sogar rund 40 Prozent für die Miete ausgeben: "Das Wohngeld hat seine Entlastungsfunktion für bedürftige Haushalte weitgehend verloren." Eine Wohngeld-Erhöhung nach sechs Jahren Stagnation würde den Bund 140 bis 150 Millionen Euro kosten. 2005 lag das Wohngeld im Schnitt bei 92 Euro. 2006 bekamen 680 000 Haushalte - außerhalb von Hartz IV - einen Mietzuschuss.

Der Verkauf kommunaler Wohnungen an Finanzinvestoren hat laut Bundesregierung bisher kaum negative Folgen für Mieter. Bestätigt hätten sich aber Befürchtungen, dass die neuen Eigentümer bei der Unterbringung sozialer Problemfälle wenig kooperativ seien.

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