Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Schadenersatz

Hartes Urteil gegen Ex-Arcandor-Chef Middelhoff

09.09.2013 | 13:57 Uhr
Hartes Urteil gegen Ex-Arcandor-Chef Middelhoff
Ex-Arcandor-Chef Middelhoff ist vom Landgericht Essen zverurteilt worden.Foto: dpa (Archiv)

Essen.  Wegen zu Unrecht ausgezahlter Sonderboni und überhöhter Abfindungen soll Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff eine Millionen zurückzahlen. Das urteilte das Landgericht Essen am Montag nach der Klage des Arcandor-Insolvenzverwalters. Middelhoffs Anwalt kündigte an, gegen das Urteil vorzugehen.

Auf den ehemaligen Arcandor-Chef Thomas Middelhoff kommt nach einem Gerichtsurteil eine Millionen-Zahlung zu. Middelhoff müsse rund 3,4 Millionen Euro an den Arcandor-Insolvenzverwalter zahlen, entschied das Landgericht Essen am Montag.

Dabei gehe es um Sonderboni, die gezahlt worden waren, obwohl Middelhoffs Abschied von Arcandor feststand, einen Sponsoring-Vertrag mit der Universität Oxford, für den es kein grünes Licht des Vorstands gegeben habe, und Flüge, die Middelhoff zu Unrecht Arcandor in Rechnung gestellt habe, sagte der Vorsitzende Richter Michael Dickmeis am Montag. Aber auch andere ehemalige Arcandor-Manager wurden teils empfindlich zur Kasse gebeten.

Middelhoffs Anwalt künfigt Rechtsmittel an

Geklagt gegen Middelhoff und andere Manager hatte in dem Zivilverfahren der Arcandor-Insolvenzverwalter. Er forderte Schadenersatz in einer Höhe von insgesamt knapp 24 Millionen Euro - der Löwenanteil von 16 Millionen Euro entfiel dabei auf Middelhoff.

Die Klage richtete sich gegen aus Sicht des Insolvenzverwalters Hans-Gerd Jauch zu Unrecht ausbezahlte Sonderboni und überhöhte Abfindungen. Zudem habe Middelhoff zu Unrecht Flugkosten bei Arcandor abgerechnet - die Flüge seien aber auch privat genutzt worden. Die Beklagten hatten die Vorwürfe zurückgewiesen. Middelhoffs Anwalt Winfried Holtermüller kündigte bereits an, gegen die Entscheidung des Landgerichts Essen vorgehen zu wollen - wenn nötig bis zum Bundesgerichtshof.

Middelhoff war 2004 zu Karstadt-Quelle gekommen

Der frühere Bertelsmann-Manager Middelhoff hatte 2004 beim Arcandor-Vorläufer KarstadtQuelle den Aufsichtsratsvorsitz übernommen, 2005 wechselt er auf den Chefsessel. Er verkaufte neben den Immobilien alle Verlustbringer wie Hertie, SinnLeffers und Wehmeyer - und träumte öffentlich von einem Aktienkurs in einer Höhe von "40 Euro plus X".

Arcandor schlitterte dennoch in die Pleite, der Warenhausriese Karstadt ging später an den Milliardär Nicolas Berggruen. In Folge der Pleite gibt es zahlreiche juristische Auseinandersetzungen. (rtr)


Kommentare
10.09.2013
13:20
Was ist den an diesem Urteil hart?
von marcwause | #5

Der Typ gehört für immer in den Knast.
Und zwar wegen Vernichtung hunderter Existenzen aus Habgier.

10.09.2013
09:53
Hartes Urteil gegen Ex-Arcandor-Chef Middelhoff
von trickflyer | #4

von wegen hartes urteil.der sitzt an der sonne.hat aber hunderte von arbeitsplätzen vernichtet.das ist noch viel zu wenig an strafe.

09.09.2013
18:56
Zitat: "träumte öffentlich von einem Aktienkurs in einer Höhe von "40 Euro plus X"
von ruhrgebieti | #3

Weiß gar nicht, wieso das unrealistisch sein sollte.

Ziemlich genau das dürften doch die Aktien von Karstadt heute noch wert sein - alle zusammen gerechnet. :-D

09.09.2013
15:42
Hartes Urteil gegen Ex-Arcandor-Chef Middelhoff
von 2013witten | #2

Middelhoff ist zverurteilt worden, eine Millionen zurückzuzahlen.Ich hätte schon Lust, gegen solch ein Gestammel vorzugehen.

09.09.2013
15:29
Hartes Urteil gegen Ex-Arcandor-Chef Middelhoff
von dantonrobespierre | #1

Das ist kein hartes Urteil. Erstens hat Middelhoff mit seiner aufreizenden Selbstbedienungsmentalität seinen Arbeitgeber ausgenommen und zweitens hat er unzählige Menschen in die Arbeitslosigkeit getrieben.
Das Urteil ist zudem nicht rechtskräftig. Der Herr wird in Berufung gehen.
Und sollte diese Berufung abgewiesen werden, zahlt Middelhoff die Strafe aus der Urlaubskasse. Einer langjährige Freiheitsstrafe wäre angemessener.

Aus dem Ressort
Flughafen Lübeck meldet Insolvenz an
Luftverkehr
Der Flughafen Lübeck hat Insolvenz angemeldet. Es sei ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet worden, sagte eine Sprecherin des Amtsgericht Lübeck am Mittwoch.
Griechenland erzielt erstmals wieder Überschuss
EU
Griechenland hat vier Jahre nach dem Finanzkollaps eine wichtige Hürde auf seinem Weg aus der Schuldenfalle genommen: Athen nahm erstmals seit knapp einem Jahrzehnt wieder mehr Geld ein, als es ausgab. Der sogenannte Primärüberschuss lag 2013 bei 1,5 Milliarden Euro.
Weinmesse lockt in den Duisburger Landschaftspark
Genuss
„Wein trifft Currywurst“ lautet das eher ungewöhnliche Motto der „7. Baden-Württemberg Classics“: Zu dieser beliebten Weinmesse, die am Samstag und Sonntag im Duisburger Landschaftspark Nord stattfindet, werden wieder 4000 Besucher erwartet.
Flughafenausbau spaltet Anwohner und Unternehmen in Duisburg
Airport
Die geplante Kapazitätenausweitung des Düsseldorfer Flughafens sorgt bei den Anwohnern der umliegenden Städte für Unmut. Doch der hiesige Unternehmerverband warnt davor, die Debatte einzig auf den Fluglärm zu beschränken. Für die Wirtschaft an Rhein und Ruhr sei der Flughafen das Tor zur Welt.
ADAC soll Mitglieder bei der Pannenhilfe benachteiligen
Automobilclub
Mitglied im ADAC zu sein, sichert einem nicht automatisch die schnellstmögliche Hilfe bei einer Autopanne zu. Laut eines Medienberichts behandeln die "Gelben Engel" bestimmte Automarken bevorzugt. Der Automobilclub wehrt sich gegen die Vorwürfe.
Umfrage
Der Wahlkampf geht in die heiße Phase, immer mehr Plakate zieren die Straßen. Was halten Sie von den Motiven, mit denen die Parteien auf Stimmenfang gehen?

Der Wahlkampf geht in die heiße Phase, immer mehr Plakate zieren die Straßen. Was halten Sie von den Motiven, mit denen die Parteien auf Stimmenfang gehen?