Haniel geht mit einer Milliarde Euro auf Einkaufstour

Was wir bereits wissen
Metro-Aktionär Haniel hat sich entschuldet und will nun für eine Milliarde Euro auf Einkaufstour gehen. Fündig geworden ist der Konzern bislang nicht.

Duisburg.. Der Duisburger Traditionskonzern Haniel hat sich im 259. Jahr seines Bestehens erfolgreich entschuldet. Das Familienunternehmen reduzierte seine Beteiligung am Handelsriesen Metro und verkaufte im vergangenen Jahr für zwei Milliarden Euro den Pharmagroßhändler Celesio. Jetzt sind die Kassen für neue Firmenkäufe wieder voll. Doch Haniel wurde noch nicht fündig.

„Wir hätten heute gern einen Akquisitionserfolg vermeldet“, sagte Haniel-Vorstandschef Stephan Gemkow am Montag bei der Vorlage der Bilanz. Eine Milliarde Euro habe die Familienholding, die Großaktionär der Metro ist und Beteiligungen am Rohstoffhändler ELG, der Hygiene-Tochter CWS Boco und dem Unternehmensausrüster Takkt hält, für die Einkaufstour zur Verfügung.

Großhandel „Keine faulen Kompromisse“

Doch hätten alle bisherigen Gespräche über Zukäufe die hohen Haniel-Anforderungen nicht erfüllt. Laut Gemkow habe es sich um europäische Übernahmekandidaten aus dem leichten Maschinen- und Gerätebau sowie aus dem Bereich technische Dienstleistungen gehandelt. Haniel wolle Firmen kaufen, um sie langfristig zu halten. Der Vorstandschef: „Wir können uns da keine faulen Kompromisse leisten.“

Auch wenn sich Gemkow in der Vergangenheit immer wieder kritisch zum Geschäft bei der Metro geäußert hatte, will er an der 30-prozentigen Beteiligung festhalten. „Wir denken, dass die Metro auf einem guten Weg ist“, so der Haniel-Chef. Der Kurs der Metro-Aktie habe erheblich unter der Russland-Krise gelitten, sich aber inzwischen wieder erholt. Gemkow: „Von Jahresbeginn bis heute sehen wir eine Wertsteigerung von 50 Prozent, und das macht uns eine Menge Spaß.“ Eine Dividende für 2014 erhält Haniel von der Metro aber nicht.

40 Millionen Euro für die haniel-Familie

Die rund 600-köpfige Haniel-Familie indes soll für 2014 eine Dividende von 40 Millionen Euro bekommen. Der Vorstand begründet den Vorschlag mit den guten Zahlen des Konzerns insgesamt: Der Konzernumsatz stieg um zehn Prozent auf fast vier Milliarden Euro. Das operative Ergebnis wuchs um 31 Prozent auf 217 Millionen Euro.