Handwerk bleibt wichtigster Ausbilder

Düsseldorf..  Das Handwerk bleibt der mit Abstand wichtigste Ausbilder der deutschen Wirtschaft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Göttingen im Auftrag der Handwerkskammer Düsseldorf. Demnach liegt das Handwerk mit einem Anteil von 37,5 Prozent aller Ausbilder und rund 30 Prozent aller dual Ausgebildeten deutlich vor allen anderen Wirtschaftsbereichen. Zudem sei man wichtigster „Fachkräfte-Zulieferer“ der deutschen Wirtschaft, da nur 38 Prozent der Lehrlinge in ihrem angestammten Beruf blieben, betonte Kammerpräsident Andreas Ehlert.

Das NRW-Handwerk wehrt sich gegen Bestrebungen der EU-Kommission, den Meisterzwang bei der Unternehmensgründung weiter aufzuweichen. Ohne Meisterpflicht werde das Ausbildungswesen zusammenbrechen, prophezeite Ehlert. In den Berufsgruppen, in denen 2004 bereits der Meisterzwang aufgehoben wurde, sei die Ausbildungsleistung um die Hälfte zurückgegangen. Gerade die Handwerkskammer Düsseldorf, in der 9000 der insgesamt 58.000 Betriebe in den kommenden Jahren einen Unternehmensnachfolger suchen, sind qualifizierte Meister gefragt. „Wer glaubt, dass Qualifizierung ein Wachstumshemmnis ist, der irrt“, sagte Ehlert.

In diesem Jahr haben 950 Handwerker im landesweit größten Kammerbezirk die Meisterprüfung absolviert. Sie werden am Sonntag im Beisein von Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) geehrt. Erstmals haben dabei die KfZ-Techniker das Friseurhandwerk als Meisterberuf Nummer eins abgelöst. Vor allem Jugendliche mit schlechten Startvoraussetzungen erhalten offenbar im Handwerk ihre zweite Chance: Laut Studie stammt hier annähernd jeder fünfte Lehrling aus einer staatlich geförderten Übergangsmaßnahme.