Handel mit persönlichen Daten blüht massenhaft weiter
12.08.2009 | 16:25 Uhr 2009-08-12T16:25:00+0200
Hamburg. Binnen weniger Stunden gelang es Reportern von NDR Info Tausende Datensätze auf dem Schwarzmarkt im Internet zu kaufen. Damit wollten die Journalisten beweisen, dass der Handel mit persönlichen Angaben von Verbrauchern weiter blüht. Über Call Center gelangten sie an Adressenhändler.
Auch ein Jahr nach Bekanntwerden der ersten Fälle von Datenmissbrauch in Deutschland blüht der Handel mit persönlichen Angaben von Verbrauchen laut NDR weiter. Reporter von NDR Info gelang es nach Angaben des Senders vom Dienstag binnen weniger Stunden, auf dem Schwarzmarkt im Internet tausende Datensätze zu kaufen. Diese enthielten neben Adresse und Geburtsdatum auch Bankverbindungen. Die Angaben stammen laut NDR offenbar von Gewinnspielanbietern, Versicherungen oder Zeitschriftenverlagen. Über Call Center gelangten sie häufig an Adresshändler. Insgesamt sei den Reportern zwei Millionen Daten angeboten worden.
Datenschutzbeauftragter: Aufsichtsbehörden sind überfordert
Betroffene berichteten nach Angaben des Senders von einem massiven Missbrauch ihrer Daten. Unter anderem hätten Glücksspielfirmen ohne Zustimmung regelmäßig Geld von den Konten der Verbraucher abgebucht. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar zeigte sich von den Recherche-Ergebnissen wenig überrascht. Angesichts der Masse an illegalen Daten auf dem Schwarzmarkt seien die Aufsichtsbehörden überfordert.
Vor einem Jahr waren die ersten Fälle von Datenmissbrauch bekannt geworden. Damals hatte ein Call-Center-Mitarbeiter eine CD mit 17. 000 Adressen und Bankverbindungen der Kieler Verbraucherzentrale zugeschickt. Seine Initiative löste eine bundesweite Debatte über den Datenschutz aus. Im Juni verabschiedete der Bundestag ein Gesetz, das den Missbrauch persönlicher Angaben erschweren soll. (afp)

19:49
Warum sitzt der Datenverkäufer wohl in Tunesien???
Wer verkauft die Daten. Etwa die Telekom und Konsorten???
14:52
@#15 Ergänzung: mit den Zahlen sind natürlichfehlerbehaftete Bankverbindungsdaten gemeint!. (siehe #1)
14:45
@#11 Ich hab nie was per Telefon bestellt und meine Kto. nr. angegeben. Warum auch.
Bei mir war es häufig der klassische Lotteriegewinn vom letzten Jahr - da ruft Sie dann ein Typ mit rudimentärsten Deutschkenntnissen an, und fragt ob sie Herr/Frau XYZ sein (manchmal stimmt der Name, manchmal kann er/sie ihn entweder nicht lesen oder aussprechen und fragt dann nach, wie Sie heißen, er/sie habe ihren Namen nicht richtig verstanden - dann wiederholt er/sie das eben phonetisch Erlernte. Es wird fortgefahren mit: Iisch ist Hans Schmidt, Fa. XYZ binä Bärlin, Sie haben gewonnen, letztes Jahr Preisausschreiben, (o.ä.), 428,78 €, brauche Bankverbindung zum Überweisen - (Der Name ist nicht erfunden, das letzte mal hat ein Typ sich tatsächlich so genannt und konnt den Namen fast nicht aussprechen!) Sie sind etwas beleidigt, weil sie als intelligenter Mensch etwas mehr Mühe beim Betrug zu verdienen glauben, aber Sie wissen nun worum es geht und machen höflich auf die Möglichkeit der Scheckzahlung aufmerksam. Es wird entgegnet: Nein, nein - niix schäck - schäcke gät nix Um Bankverbindung wird nachdrücklich gebeten.
Da Namen, Buchstabieren und überhaupt die Deutsche Sprache und jedes Wort unangemessen zu sein scheinen, gibt man eben das was verstanden wird - ein paar Zahlen und einen vergifteten Triumph.
14:23
@#6 bei mir keine - nur wird es deutlich ruhiger :)
Das FA hat sich noch nie dazu bei mir gemeldet.
Möchte auch nicht erleben, was die machen, wenn jemand bei denen einfach rumbucht.
Aber mir vorstellen schon *ggg*
13:07
@ isolde:
Doch, sehr oft. Ich habe dann immer direkt nach der Quelle meiner Daten gefragt. Das hat das Gespräch meist sehr schnell beendet.
Seltsam ist, dass ich so gut wie gar nicht mehr angerufen werde, seit ich mich auf einer allseits bekannten Internetseite gegen Werbemüll registrieren ließ.
12:26
Tja, Herr Kannitverstahn, Sie sind dann wohl nicht nicht oft genug von Call-Center-Mitarbeitenden (ich liebe political correctness) angerufen worden...
11:51
Ich verstehe immer noch nicht, wozu man fremde Kontonummern angibt. Wenn man tatsächlich so naiv ist und via Telefon etwas bestellt, wäre es u. U. strafbar. Wenn man nichts bestellt, braucht man auch nichts anzugeben.
11:38
Unsere schlappen Politiker und unsere ruhende Justiz sind weder fähig noch beweglich genug, um diese endlosen Machenschaften wirkungsvoll zu stoppen und zu bestrafen. Jeder Journalist macht diesen Institutionen etwas vor ...
10:49
@Isolde
Danke für diesen Tip. Sehr hübsch ist auch die Kontonummer von der örtlichen Gerichtskasse, habe ich schon vor einigen Jahren praktiziert.
10:43
Wundert mich gar nicht, wenn ich überlege bei welchen Gelegenheiten Daten von den Bürgern auf freiwilliger Basis erhoben werden. Das fängt schon bei den Payback Karten an und geht weiter über Angebote im Internet, bis hin zu telefonischen Umfrageaktionen usw. ,nur um einige Beispiele zu nennen.
Letztendlich hat man es meistens selbst in der Hand was man von sich gibt.
Vor Missbrauch ist natürlich niemand geschützt.