HammGas kündigt Antrag für Aufsuchungsbohrung an

Düsseldorf.. Der Unternehmensverbund Hammgas will Gasvorkommen aus unberührten Kohleflözen im Ruhrgebiet fördern. Bei der Suche nach solchen Lagerstätten soll erstmals die sogenannte Tektomechanik zum Einsatz kommen, die anders als das umstrittene Fracking ohne Chemieeinsatz auskommt. Hammgas werde noch im Januar einen Antrag für eine Probebohrung im Raum Hamm bei der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg stellen, hieß es gestern.

Die rot-grüne Landesregierung, die bislang der Fracking-Technologie zur Förderung unkonventioneller Erdgas-Vorkommen in NRW mit entschiedener Ablehnung begegnet ist, hat bei der geplanten Deutschland-Premiere für die Suche nach Gas in Bergbau-Regionen keine grundsätzlichen Einwände. Bei der Tektomechanik suchen Ingenieure anhand von Bergbaudaten nach lockeren Gesteinsschichten im Bereich von Kohleflözen, aus denen Gas mit umweltschonenden Methoden gefördert werden kann. Hammgas muss im Genehmigungsprozess wohl zusichern, dass bei der Erdgas-Förderung aus 1000 Meter Tiefe keine Chemikalien eingesetzt werden.

Zur Fracking-Methode hat Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) ihre ablehnende Haltung bekräftigt. So lange sie im Amt sei, werde es in NRW kein Fracking geben. Dies sei wegen der gravierenden ökologischen Folgen nicht verantwortbar. Die Bundesregierung will dagegen eine Anwendung der Technologie unter hohen Umweltauflagen ab 2019 möglich machen.