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Hamburger Elbphilharmonie reißt Baukonzern Hochtief in die Miesen

14.08.2012 | 14:00 Uhr
Der Prestigebau am Wasser soll Hamburg ein edles Image verleihen, doch für Hochtief ist der Bau der Elbphilharmonie zunächst einfach sehr teuer.Foto: dapd

Essen.  Das Hamburger Prestigeprojekt Elbphilharmonie ist nicht nur für die Stadt ein Millionengrab, sondern auch für Bauunternehmen. Besonders erwischt es den Essener Konzern Hochtief, der durch Rückstellungen für das Projekt ins Minus gerutscht ist. Dabei sah es zuletzt für Hochtief nicht schlecht aus.

Die anhaltenden Probleme beim Bau der Hamburger Elbphilharmonie lassen Deutschlands größten Baukonzern Hochtief rote Zahlen schreiben. Rückstellungen in zweistelliger Millionenhöhe für die längere Bauzeit des Projekts bescherten dem Konzern im zweiten Quartal 2012 unter dem Strich einen Verlust von 15 Millionen Euro, wie Hochtief-Chef Frank Stieler am Dienstag bei der Vorlage der Quartalszahlen berichtete.

In einem Brief an die Aktionäre schrieb der Manager, der Konzern sehe keinen anderen verantwortungsvollen Weg, das durch Kostenexplosionen und Bauzeitverzögerungen überschattete Prestigeprojekt fertigzustellen. Hochtief werde jedoch Ansprüche auf Erstattung der Kosten geltend machen.

In Asien hat Hochtief noch die Kurve bekommen

Die Auswirkungen des Baudebakels in Hamburg sind für den mehrheitlich vom spanischen ACS-Konzern kontrollierten Bauriesen umso bitterer, weil Hochtief im zuletzt kriselnden Asien-Geschäft endlich den Turnaround geschafft hat . Die australische Tochter Leighton kehrte in die Gewinnzone zurück, nachdem das Unternehmen dem Mutterkonzern zuletzt mit zwei völlig aus dem Ruder gelaufenen Projekten - einer Mautstraße in Brisbane und einer Entsalzungsanlage in Victoria - die Bilanz verhagelt hatte.

Sorge um Hochtief

Die Auftragslage des Essener Baukonzerns ist aber weiter robust. Der Auftragseingang erhöhte sich im ersten Halbjahr um 25,3 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro, der Umsatz um 15,8 Prozent auf 12 Milliarden Euro.

Hochtief rechnet trotzdem mit einem Gewinn für 2012

Stieler bekräftigte die Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Danach erwartet Hochtief für 2012 ein Vorsteuerergebnis leicht unter 550 Millionen Euro und einen Konzerngewinn knapp unter 180 Millionen Euro. Allerdings werde es für den Konzern angesichts der notwendig gewordenen Rückstellungen deutlich anspruchsvoller sein, diese Zahlen zu erreichen.

An der Börse verlor die Hochtief-Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen zeitweise mehr als zwei Prozent an Wert. (dapd)



Kommentare
14.08.2012
22:02
Hamburger Elbphilharmonie reißt Baukonzern Hochtief in die Miesen
von HalloAusDemPott | #3

Nicht die Elbphilharmonie´und andere Projekte werden Hoch Tief zu Fall bringen, sondern ACS mit seinem korrupten spanischen Vorstand.

Die Zerschlagung von Hoch Tief ist schon im Gange, finanziert von deutschen Steuergeldern die zur Hilfe des maroden spanischen Finanzsystem genutzt werden.

Wie kann ein ACS Konzern, der Jahr für Jahr vom spanischen Staat mit enormen Summen gestützt wird, einen gesunden Konzern in Deutschland übernehmen???

14.08.2012
15:35
Von 70 auf 350 Millionen gestiegene Baukosten
von Merti | #2

Ich habe mir diesen Bau am Wochenende in Hamburg angeschaut. Eine ältere Dame von dort erzählte mir, dass die ursprünglichen Kosten von 70 Millionen auf 350!! Millionen explodiert seien. Aber viele sind nur noch der Meinung, egal was es koste, es müsse endgültig fertig werden. Nützt ja alles nichts. Jedes Fester ist gewölbt an diesem Bau und individuell. Dazu käme der Umstand das der Unterbau des Ganzen historisch sei und erhalten würde. Das Dach hätte auch Probleme gemacht an denen man nun arbeitete. Da ich aber nicht in der Materie drin stecke, kann ich nicht sagen wer oder was letztlich "Schuld" trage. Ein Argument hätte sich aber in der Hamburger Politik durchgesetzt: Wenn es denn nun fertig sei, dann könnten alle Hamburger stolz sein. So wie in Australien. Und jeder Hamburger könnte sie ja nun besuchen. Für 200 Euro die Karte? ;) Der Bürger wird vergessen was war meinte die Dame. Am Anfang war der Aufschrei groß. Aber man stumpft wohl ab nach etlichen Meldugen in der Presse...

14.08.2012
14:52
Hamburger Elbphilharmonie reißt Baukonzern Hochtief in die Miesen
von mar.go | #1

Wer sich die künfitge Elbphilharmonie einmal aus der Nähe angesehen hat, kann leicht nachvollziehen, daß dies ein Faß ohne Boden ist.
Wieder einmal ein Beispiel von urbanem Größenwahn.

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