Hätte Jürgen Fitschen Aussagen seiner Kollegen korrigieren müssen?

München..  Jürgen Fitschen gibt sich ahnungslos. Eigentlich wisse er immer noch nicht, warum er angeklagt sei, meinte der Co-Chef der Deutschen Bank am vierten Tag des Münchner Betrugsprozesses gegen ihn und vier Ex-Vorstände des Kreditinstituts.

Richter Peter Noll half dem am Landgericht München Angeklagten auf die Sprünge. Fitschen habe es laut Anklage unterlassen, Falschaussagen seiner vier Ex-Kollegen in einem anderen Prozess zu korrigieren, wohl wissend, dass die nicht die Wahrheit sagen. Das war 2011, die Kollegen waren unter anderem seine Vorgänger Josef Ackermann sowie Rolf Breuer und es ging um Regressforderungen in Milliardenhöhe.

Verhandelt wurde 2011 vor dem Oberlandesgericht (OLG) München eine Schadenersatzklage des inzwischen verstorbenen Pleitiers Leo Kirch, der die Deutsche Bank für den Kollaps seines Medienimperiums 2002 verantwortlich gemacht hatte. Entscheidend ging es dabei um die Frage, ob die Deutsche Bank damals ihren Kreditkunden Kirch auch mit unlauteren Mitteln zu einem mutmaßlich lukrativen Beratungsmandat pressen wollte. Das haben Fitschens Mitangeklagte stets bestritten und sich damit laut Staatsanwaltschaft eines versuchten Prozessbetrugs schuldig gemacht. Versucht blieb der, weil die Bank vom OLG am Ende zu Schadenersatz verurteilt wurde.