Grüne wollen Zwangsabgabe für Plastiktüten
26.10.2011 | 13:25 Uhr 2011-10-26T13:25:00+0200
Essen. Die Grünen wollen den Verbrauch von Plastiktüten mit einer „Umweltabgabe“ eindämmen. Diese soll nach dem Willen der Bundestagsfraktion mindestens 22 Cent pro Tüte betragen. Bei Umweltschützern findet der Vorstoß Beifall, die Industrie lehnt ihn strikt ab.
Pro Jahr werden für den deutschen Markt nach Schätzung des Umweltbundesamtes fünf Millionen Plastiktüten für den deutschen Markt hergestellt. Das sind im Schnitt 65 Tüten pro Person. Im europäischen Vergleich ist das relativ wenig; der durchschnittliche EU-Bürger verbraucht 500 Tüten im Jahr. Weltweit werden jährlich über 500 Milliarden Plastiktüten produziert, schätzt der wissenschaftliche Dienst des Bundestages.
Das hat fatale Folgen für die Umwelt: Die Tüten aus Polyethylen sind biologisch nicht abbaubar. Der Plastikmüll gefährdet Tiere an Land und im Wasser. Allein im Mittelmeer sollen 250 Milliarden Kunststoffteilchen mit einem Gesamtgewicht von 500 Tonnen treiben; Tiere, die das Plastik schlucken, können ersticken, Kleinstteilchen können zurück in die Nahrungskette geraten.
Vorbild Irland
Verschiedene Länder haben den Ge- und Verbrauch von Plastiktüten bereits stark eingeschränkt oder verboten: In Italien und Indien herrscht ein Komplettverbot, in Australien wird ein solches erwogen, wie übrigens auch von der EU-Kommission.
Die Grünen orientieren sich bei ihrer Forderung nach einer Zwangsabgabe auf die Erfahrungen in Irland. Dort wurde 2002 eine Abgabe von 15 Cent eingeführt, die 2007 auf 22 Cent erhöht wurde. Seitdem ist die Verwendung von Plastiktüten auf der grünen Insel um neunzig Prozent zurückgegangen. Ähnliches will die Ökopartei auch für Deutschland erreichen: „Es stehen umweltverträgliche Alternativen wie Stoffbeutel und Einkaufskörbe zur Verfügung, deren Verwendung wir fördern wollen“, sagte Dorothea Steiner, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion, der Saarbrücker Zeitung.
„Verbraucher wird geschröpft“
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) begrüßt den Vorstoß: „Wir sind dafür, dass der Verbrauch von Plastiktüten deutlich reduziert wird“, so BUND-Sprecher Rüdiger Rosenthal, „schließlich wächst der Plastikberg immer weiter – und damit nehmen auch die Kollateralschäden zu.“ Ganz anders sieht es der Industrieverband Papier- und Folienverpackung (IPV). Der Verbrauch in Deutschland sei bereits drastisch zurückgegangen, seit die Verbraucher in Supermärkten Geld für Tüten zahlen müssten, argumentiert Geschäftsführer Bernhard Sprockamp. Plastiktüten seien in Deutschland schon lange kein Wegwerfprodukt mehr, sondern würden im Schnitt fünfmal benutzt. „Mit einer Umweltabgabe wird nur der Verbraucher geschröpft“, so Sprockamp.
Über den Grünen-Antrag berät der Bundestag am Freitag, wenn die Reform des Kreislauf- und Abfallwirtschaftsgesetz auf der Tagesordnung steht.

18:57
Die Grünen wären glaubwürdig, wenn sie ihre überdimensionierten, teuren und schluckenden Staatskarrossen stilllegen würden. Verlogene Bande.
18:53
Die Grünen Verteurer tun alles dafür, dass der Höhenflug bei den Wahlumfragen zum Sturzflug wird. Es geht bereits massiv bergab. Eine Rot-Grüne Mehrheit wird es 2013 nicht geben. Den Piraten sei Dank. Gelb und Grün: davor bewahre uns Gott. Gerade helfen sie, unser Land auszuverkaufen, mit nicht beherrschbaren Schuldenschirmen. Alles, aber auch alles kann sich bis 2013 noch massiv ändern.
17:01
@35 Gut, dass die Grünen uns nicht regieren!!!
16:53
Die spinnen, die grünen.
16:52
@31
Sorry, ich meinte den Wochen e n d markt am Samstagvormittag.
Es gibt keinen vernünftigen Grund, die Personen, die ich dort jeden Samstag dort einkaufen sehe, nicht der arbeitenden Bevölkerung zuzurechnen. Egal, ob sie ihre Einkäufe im Klappkorb, in Plastik- oder in Stofftüten abtransportieren.
16:50
@30 Papiertüten haben eine schlechtere Energiebilanz als Plastiktaschen (Studie des Umweltbundesamtes). Stofftaschen sind hygienisch nicht einwandfrei (Chemikalien).Soviel zum Punkt Experten.
16:23
ein vernünftiger Vorschlag! und bewährt in Irland - warum nicht auch hier?
16:22
Ein Wochenmarkt ist der arbeitenden Bevölkerung, die zudem auch noch pendeln muss, teilweise mit Zügen ohne WCs, zeitlich gar nicht erreichbar, außerdem bekommt man dort andere benötigte Waren nicht und müsste wieder extra fahren.
16:12
Was sind denn das größtenteils für Experten auf dieser Seite?? Bis vor einigen Jahren gab es keine Tüten in den Geschäften, dann kamen Papiertüten und schließlich -leider- Plastiktüten. Warum ist es für so viele Verbraucher unmöglich Stofftaschen zu benutzen ? Ich bin dafür das Plastiktüten 1,50 € kosten!! Papiertüten gibt es dann kostenlos (übrigens dm hat schon auf Papiertüten umgestellt!) nur mal so zur Info für die Experten an dieser Stelle! In Amerika gibt es übrigens auch nur Papiertüten - und die Amis sind ja nun wirklich keine Grünen!
16:11
Ich bin kein Lokalpatriot, kaufe aber mein Obst und Gemüse inzwischen immer häufiger auf dem Wochemarkt und habe dabei festgestellt, dass die angebotenen Saisonfrüchte vom Biostand preislich durchaus mit den sonstigen Anbietern mithalten kann.
Transportiert werden die Einkäufe anschließend in mitgebrachten Stofftüten, die deutlich stabiler sind und man weniger Angst haben muss, dass die eingekauften Äpfel durchrauschen.
Plastiktüten machen dort Sinn und werden sie auch weiterhin dort machen, wo etwas möglichst luft- und wasserdicht verschlossen werden muss.
Z.B. als Restmüllsammel- und -transportbehälter, aber auch z.B. um die getragenen, durchgeschwitzten Sportklamotten geruchsneutral in die heimische Wohnhöhle zurückzubefördern. (Wiederverwendung der Tüten nach gründlichem Lüften nicht ausgeschlossen).
Wer einkaufen geht und keine Stofftüte in der Tasche hat, sollte sich höchstens dahingehend ärgern, dass zwar eine Stofftasche in der Anschafung mehr kostet, dafür aber (bei regelmäßigem Waschen) um so seltener nachgekauft werden muss.