Grohe-Tochter droht Pleite

Düsseldorf/Hemer..  Die Bilanztricksereien der chinesischen Grohe-Tochter Joyou entwickeln sich für den Sauerländer Badarmaturen-Hersteller zu einem Desaster. Joyou steht offenbar vor der Pleite. Das Unternehmen erklärte in einer Pflichtmitteilung, dass der Vorstand einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens prüfe.

Ende April hatte Grohe mitgeteilt, dass bei dem Tochterunternehmen mögliche Bilanzierungsfehler überprüft würden. Joyou habe offenbar bei Vermögens-, Finanz- und Ertragslage die Zahlen geschönt. Über die Dimensionen der Tricksereien gibt es keine genauen Angaben, sie sollen sich im dreistelligen Millionenbereich bewegen. Die beiden Vorstandsmitglieder und Unternehmensgründer Jianshe Cai und sein Sohn Jilin Cai wurden beurlaubt.

„Wir werden die Vorwürfe zu 100 Prozent aufklären“, betonte ein Joyou-Sprecher. Das Unternehmen zählt rund 4000 Mitarbeiter an vier chinesischen Standorten. Im Joyou-Aufsichtsrat sitzt der Chef der Grohe-Group, David Haines. Der japanische Konzern Lixil, einer der größten Baustoffhändler weltweit, hatte Grohe samt Tochterfirma Joyou im Januar 2014 für gut drei Milliarden Euro übernommen.