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Euro-Krise

Griechenland steuert offenbar auf Staatsbankrott zu

23.07.2012 | 08:28 Uhr
Griechenland steht womöglich kurz vor dem Staatsbankrott. Medienberichten zufolge wollen wichtige Geldgeber - darunter Deutschland und der IWF - nicht weiter zahlen.Foto: dapd

Berlin.  Ein Staatsbankrott Griechenlands wird laut Medienberichten immer wahrscheinlicher. Die wichtigsten Geldgeber des Landes, allen voran Deutschland, seien nicht mehr bereit, der Regierung in Athen über die bisherigen Zusagen hinaus Kredite zur Verfügung zu stellen. Das Gleiche gelte für den IWF.

Griechenland steuert Medienberichten zufolge auf einen Staatsbankrott zu. Die wichtigsten Geldgeber des Landes, allen voran Deutschland, seien nicht mehr bereit, Athen über die bisherigen Zusagen hinaus Kredite zur Verfügung zu stellen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Montag. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) glaubt kaum noch daran, dass die griechische Regierung die notwendigen Reformen für einen Verbleib in der Eurozone umsetzen kann.

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) wolle über die bisherigen Zusagen hinaus keine Kredite zur Verfügung stellen, schreibt die "SZ". Dies hatte zuvor bereits der "Spiegel" berichtet. Demnach signalisierte der IWF, sich nicht an weiteren Finanzhilfen für das hochverschuldete Land beteiligen zu wollen. Das Nachrichtenmagazin berief sich dabei auf hochrangige Vertreter der Europäischen Union. Die griechische Regierung hat nach eigenen Angaben Schwierigkeiten, ihre Sparauflagen im Gegenzug für die internationalen Finanzhilfen zu erfüllen.

Drittes Griechenland-Paket "undenkbar"

Nach dem "SZ"-Bericht verlautete aus Berliner Regierungskreisen, es sei "undenkbar, dass Kanzlerin Angela Merkel noch einmal vor den Bundestag tritt und um Zustimmung für ein drittes Griechenland-Paket bittet". Tatsächlich hatte die CDU-Chefin bei den jüngsten Parlamentsbeschlüssen zur Schuldenkrise schon Schwierigkeiten gehabt, die Koalition weitgehend geschlossen hinter sich zu vereinen.

Euro-Krise
Das Versagen der griechischen Politik - von Gerd Höhler

Die Griechen sehen den Grund für die akute Finanzkrise vor allem in den Sparauflagen. Dabei ist ein Großteil der Probleme hausgemacht. Zu wurde zum Beispiel die Privatisierung von Staatsbetrieben komplett vernachlässigt. Ein Kommentar

Wenn der IWF aussteige, werde Griechenland keine weiteren Finanzhilfen mehr bekommen, sagte Unionsfraktionsvize Michael Meister (CDU) dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Montag. Dann sei keine Grundlage mehr für weitere Zahlungen gegeben. Die Troika aus Europäischer Zentralbank (EZB), EU-Kommission und IWF agiere nur gemeinsam.

Rösler hält Euro ohne die Griechen für denkbar

FDP-Chef Rösler sagte am Sonntag in der ARD, er sei mit Blick auf Griechenland "mehr als skeptisch". Es sei "wahrscheinlich", dass Griechenland seine Auflagen nicht erfüllen können werde. Wenn dies der Fall sei, könne es auch keine weiteren Zahlungen der internationalen Geldgeber an Athen mehr geben. "Ich glaube, für viele Fachleute, für die FDP und auch für mich hat ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone längst seinen Schrecken verloren", sagte Rösler.

Unterdessen ermahnte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Regierung in Athen, die vereinbarten Reformen und Sparmaßnahmen umzusetzen. "Wenn es Verzögerungen gegeben hat, muss Griechenland diese aufholen", sagte Schäuble der "Bild"-Zeitung (Montagsausgabe). Eine Prognose zum Verbleib des Landes in der Eurozone lehnte er ab. Er werde der Troika nicht vorgreifen, sagte Schäuble. Die Experten werden in dieser Woche erneut in Athen erwartet. "Wenn der Troika-Bericht vorliegt, wird die Euro-Gruppe beraten", sagte Schäuble dem Blatt zum weiteren Verfahren.

Video
Athen, 09.07.12: Kurz vor dem Treffen der Euro-Finanzminister hat die griechische Regierung eine Vertrauensabstimmung im Parlament gewonnen. Die Koalition von Ministerpräsident Samaras erhielt in der Nacht zum Montag alle Stimmen des eigenen Lagers.

Zugleich wies Schäuble jeden Vergleich der Lage Spaniens mit der Griechenlands zurück. "Die Ursachen für die Krisen der beiden Länder sind völlig verschieden. Spaniens Wirtschaft ist viel leistungsfähiger und hat eine andere Struktur. Das Land wird schnell wieder vorankommen." (afp)


Kommentare
03.08.2012
14:25
Griechenland steuert offenbar auf Staatsbankrott zu
von Raylander | #30

Die Griechen haben uns schon seit ihrem Europa-Beitritt belogen bezüglicher ihrer finanziellen Staatsschulden. Hätten sie nicht gelogen und die EU betrogen hätten wir sie nie in die EU aufgenommen. nun spielen sie seit 2008 immer wieder Katz und Maus mit Europa und mit Deutschland. Sie "VERLANGEN" dass wir ihre Schulden bezahlen, haben schon hunderte von Milliarden eingesteckt und nichts hat sich geändert. Wir haben nur riesige Berge von leeren Versprechungen erhalten und werden weiterhin verascht.Ich Möchte auch in den ganzen Tag in der Sonne liegen und das Geld zum Leben ohne Gegenleistung vom Staat erhalten, aber leider funktioniert das nicht. Nun gibt es wieder einmal neue Versprechungen und wie wir es schon gewohnt sind werden es nur neue Lügengeschichten sein.

25.07.2012
10:57
Griechenland steuert offenbar auf Staatsbankrott zu
von Hugo60 | #29

Erstaunlich ist die kollektive Naivität hinsichtlich einer Staatspleite Griechenlands.

Das liegt vor allen Dingen daran, dass selbst in den Medien kaum Leute sitzen, die sich in der Theorie des Außenhandels und der Währung auskennen,
Die Leute betrachten die Krise vor dem Hintergrund ihres Alltagswissens.Krisen kommen da einfach nicht vor.


Deshalb sind die Klagen über "unser Geld" das da in Griechenland verbraten wird, auch so putzig naiv.
Gerettet werden ja im Falle Griechenlands die Gläubiger, und die sitzen in Deutschland, in den Niederlanden, Frankreich etc., aber nicht in Griechenland.
Ja, es werden die Gelder reicher und nicht so reicher deutscher Staatsbürger gerettet.


Über diese Naivität muss ich den ganzen Tag schmunzeln.




24.07.2012
23:17
Griechenland steuert offenbar auf Staatsbankrott zu
von feierabend | #28

DAS ÜBERMITTELN VON TRADITIONEN BEDEUTET NICHT DAS BEWAHREN DER ASCHE SONDERN DAS WEITERGEBEN DES FEUERS!!!!!!!

24.07.2012
17:00
Griechenland steuert offenbar auf Staatsbankrott zu
von michalek | #27

Eins steht jetzt schon fest, die heute in Deutschland lebenden Generationen werden die Schulden mit ins Grab nehmen. Da es ein Generation übergreifendes Thema ist, werden die meisten Menschen zukünftigen Generationen schon verschuldet und in Armut auf die Welt kommen.
Erstaunlich ist das die EU Politiker überall und zu bei jedem Anlass Stärke zeigen und Führen wollen und dann die unzuverlässigen Länder wie zum Beispiel Griechenland nicht in den Griff bekommen.
Frau Merkel hat sich, auch unterstützt von der FDP und Herrn Rösler, nun einmal in den Kopf gesetzt, dass die Bevölkerung in unserem Land ungefragt die EU retten muss.
Als Dank dafür wird Sie und unser Land auch noch von den Verursachern niedergemacht.
Frau Merkel sollte sich lieber zurückhalten und ihren eigenen Weg im Interesse unseres Landes gehen. Da die anderen EU Staaten den Weg nicht wollen sollte sie die nationalen Interessen wieder in den Vordergrund stellen.

24.07.2012
10:21
Griechenland steuert offenbar auf Staatsbankrott zu
von Transporter54 | #26

Wenn die Europäer sagen würden: die Einstufung der Ratingagenturen geht uns am A***** vorbei und die Reaktion der Märkte interessiert uns ebenso wenig - wäre schon viel gewonnen.
Die Agenturen wären nämlich kaltgestellt.

24.07.2012
00:44
Griechenland steuert offenbar auf Staatsbankrott zu
von Hugo60 | #25

@Biker72

Jetz steht auch Deutshcland im Fokus. Moodys warnt. Es stuft den Ausblick der Kreditwürdigkeit Deutschlands auf "negativ". Damit richtet eine US-Ratingagentur erstmals ihre Massenvernichtungswaffe erstmals auch auf Berlin.

Imer noch nicht gemerkt, dass wir keine Schuldenkrise haben sondern eine
Spekulationskrise, angeheizt durch Rating-Agenturen?

Früher hat Moodys jeden Ramsch mit Triple A bewertet, jetzt beginnen sie einen Währungskrieg.

Die Ratingagenturen wollen die Eurozone zerbomben.

Zu beachten: die am meisten verschuldeten Staaten sind nicht die Euroländer, sondern Japan, USA und Großbritannien.



24.07.2012
00:24
Griechenland steuert offenbar auf Staatsbankrott zu
von Biker72 | #24

Um eine sehr große Union zu erreichen, die evtl . noch über Europa hinausgeht, ist eine große Krise notwendig. Für Kenner ist das nicht neu. Auffällig, ist für mittlerweile jeden, der das alles beobachtet, das plötzlich Staatpleiten drohen. Nicht nur Griechenland. Zypern, Spanien, Italien...Möglicherweise ist der nahende Bankrott im europäischen Raum gar kein Zufall. Ein Land nach dem anderen hat große finanzielle Probleme. Das tauchte auf wie auf Knopfdruck. Übe druck aus, bis der bedrückte Zusammenbricht, dann hast du alles in der Hand. Europa ade!

23.07.2012
16:37
Griechenland steuert offenbar auf Staatsbankrott zu
von akaz | #23

Wie sollte sich denn Griechenland aus der Misere selbst retten?
Alle Gelder dienten ausschließlich dazu, ausländische Banken und Firmen zu bedienen. Außerdem wurde nur Zeit geschunden, damit Vermögende langsam aber beständig Geld außer Landes zu bringen.
Nicht ein Cent wurde in die marode Verwaltung (Finanzen, Kataster) gesteckt. Ein bisschen Straßenbau hier und da, das war es.
Und dann die kurzen Zeitabstände, in denen möglichst alle Erfolge angezeigt wurden.
Griechenland und vor allen Dingen das kümmerliche Pflänzchen Industrieproduktion wurden kaputt gespart. Meine Meinung, ein wirklicher Aufbau ist auch nie gewünscht worden, denn das hätte 4 bis 6 Jahre gedauert, Ende offen.

23.07.2012
14:57
Griechenland steuert offenbar auf Staatsbankrott zu
von hajori | #22

Wann endlich müssen Politiker für den von Ihnen verursachten Schwachsinn haften?
Schon seit Beginn der Griechenlandkrise gab es genug kompetente Stimmen, die das vorhersagten, was nun auf uns zu kommt!
Aber all diese Bedenken wurden ja von Merkel, Schäuble und Co., mit Unterstützung der SPD unter Gabriel und Steinmeier, einfach plattgebügelt!
Das gleiche Dilemma werden wir auch mit der Rettung der spanischen Banken erleben!
Ist denn diese Blase in Berlin überhaupt nicht zu stoppen?
Aus einer gewonnenen Wahl, zu deren Zeitpunkt diese Verhältnisse noch nicht absehbar waren - zumindest nicht für den Normalbürger - nun das Recht abzuleiten tun und lassen zu können was Sie wollen, (alle bisherigen Finanzentscheidungen hatten im Volk keine Mehrheit) hat mit Demokratie nichts zu tun!
In anderen Ländern, Frankreich oder Italien, ging das Volk schon aus geringerem Anlass auf die Straße!

23.07.2012
14:21
Griechenland steuert offenbar auf Staatsbankrott zu
von nussknacker | #21

seit 2 Jahren überfällig!

Nur jetzt gehen unsere Steuergelder in mehreren 100 Mrd. EUR flöten ......

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