Griechenland muss wieder Geld auftreiben

Athen/Brüssel..  Athen ist wieder auf der Suche nach Geld: Die griechische Regierung zwingt alle staatlichen Institutionen und öffentlich-rechtlichen Betriebe per Erlass, ihre Geldeinlagen an die griechische Zentralbank zu überweisen. Damit sollen fällige Schulden an den Internationalen Währungsfonds (IWF) und andere Verpflichtungen in den nächsten Wochen bezahlt werden.

Athen hofft bei den staatlichen Betrieben auf rund drei Milliarden Euro. Die Regierung braucht 1,1 Milliarden für Gehälter, 850 Millionen für Renten sowie knapp eine Milliarde Euro für den IWF bis zum 12. Mai, berichtete die Athener Finanzpresse. Anfang April war es Athen mit Hilfe von Geldeinlagen aus Rentenkassen gelungen, Verpflichtungen gegenüber dem IWF zu erfüllen und so einen Zahlungsausfall abwenden. Die Vorstände einiger Rentenkassen weigern sich jedoch bislang, ihre Geldeinlagen an den Staat zu überweisen.

Vor dem Treffen der Euro-Finanzminister am Freitag in Lettland verhandeln Experten derweil unter hohem Druck über ein griechisches Reformpaket. Zur „Brüssel-Gruppe“ gehören Vertreter Griechenlands, der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des IWF. Letzterer sieht erste Bewegungen. „Seit einigen Tagen ist ein wenig mehr Schwung in die Verhandlungen zwischen den drei Institutionen und der griechischen Regierung gekommen“, sagte IWF-Europachef Poul Thomsen dem Handelsblatt, „das ist eine gute Entwicklung und gibt Anlass zur Hoffnung.“