Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Forschung

Google testet Internetzugang aus Ballons in Neuseeland

15.06.2013 | 16:21 Uhr
Google testet Internetzugang aus Ballons in Neuseeland
Der US-Internetkonzern Google will mittels Ballons das Internet in entlegene Gegenden bringen. Foto: dpa

Christchurch/Berlin.  In der geheim gehaltenen Forschungseinrichtung Google X arbeiten Wissenschaftler und Technik-Freaks an waghalsigen Projekten. Eines davon ist die Internet-Versorgung aus der Luft durch Ballons. Ein Projekt in Neuseeland beweist nun, dass die Idee funktioniert.

Google will Regionen ohne Internetanschluss aus Ballons in 20 Kilometer Flughöhe mit einem Netzzugang versorgen. In der Nähe des Lake Tekapo auf der Südinsel Neuseelands wurden 30 Ballons für ein Pilotprojekt gestartet. "Wir hatten daran geglaubt, dass es funktionieren kann. Nun wissen wir es", sagte Projektleiter Mike Cassidy der dpa am Samstag in Christchurch. Eine Gruppe von 50 Testern in der Region habe die speziellen Internet-Antennen in der Größe eines Fußballs erhalten und könne sich mit dem ballongestützten Netzwerk verbinden.

Die Internet-Daten werden per Funk über Bodenstationen von und zu den Ballons übertragen. Die Ballons können untereinander kommunizieren und bilden ein Netzwerk in der Luft. Das "Projekt Loon" ist in der Einheit Google X entworfen worden. Sie hat den Auftrag, nach radikal neuen Technologie-Lösungen zu suchen, "um die wirklich großen Probleme der Welt zu lösen". Diese Abteilung ist direkt Google-Mitbegründer Sergey Brin unterstellt. Dort wurde auch die Datenbrille Google Glass entwickelt.

"Für zwei Drittel aller Menschen ist ein schneller Internetanschluss nicht verfügbar"

"Wir halten einen Ring von tausend Ballons und mehr für möglich, die, von stratosphärischen Winden vorwärts getrieben, den Erdball umrunden und den Menschen auf der Erde eine Verbindung zum Internet ermöglichen", sagte Projektleiter Cassidy der dpa in einem Telefoninterview. "Wir befinden uns aber noch in einer sehr frühen Phase."

Telekom
Telekom löst geplante Datendrossel - ein wenig

Die Deutsche Telekom rudert teilweise zurück: Der Bonner Telekommunikationskonzern will seine DSL-Tarife nach Erreichen eines bestimmten Volumens nicht so stark drosseln wie bislang angekündigt. An den Plänen zur Bevorzugung eigener Internetdienste will das Unternehmen aber festhalten.

Das Internet sei eine der Technologien, die das Leben der Menschen mit am stärksten verändert hätten. "Für zwei Drittel aller Menschen jedoch ist ein schneller, bezahlbarer Internetanschluss noch immer nicht verfügbar." Der Internet-Verbindung stünden zunächst etliche landschaftliche Probleme entgegen: Dschungel, Inselgruppen, Gebirge. Der Zugang sei auch zu teuer. "In den meisten Ländern der Südhalbkugel muss man für einen Internetanschluss im Moment mehr als ein Monatseinkommen bezahlen." Der ballongestützte Internetzugang könne diese Probleme lösen. "Nun benötigen wir vor allem Partner am Boden, um die Vision einer besseren Internet-Versorgung in dieses Regionen möglich zu machen."

Die Erfahrungen des Pilotversuchs in Neuseeland sollen verwendet werden, um die Technologie zu verfeinern und die nächste Phase für das Projekt voranzutreiben. Über das "Projekt Loon" erhalten die Anwender derzeit eine Internet-Verbindung mit der Bandbreite einer UMTS-Mobilfunkverbindung. (dpa)



Kommentare
Aus dem Ressort
Greenpeace kritisiert Gift in Kinderkleidung der Discounter
Umwelt
Und was trägt Ihr Kind so? Wahrscheinlich eine bunte Mischung aus Dimethylformamid, Acetophenon und Naphthalin. Die Umweltorganisation Greenpeace hat bei Aldi, Lidl, Tchibo und Rewe Kinderkleidung gekauft und auf Gifte untersuchen lassen. Bei manchen stach schon der Geruch in der Nase.
Hoteliers geben Pläne fürs Oberhausener Knast-Hotel auf
Stadtentwicklung
Ein Hotel im Gebäude der ehemaligen Justizvollzugsanstalt: Von dieser Idee waren auch die Touristiker begeistert. Aus den Plänen, die Hotel-Unternehmerin Uschi Wischermann realisieren wollte, wird jetzt leider doch nichts werden. Die dafür nötigen Investitionen wären zu hoch.
Hat Karstadt eine Zukunft? Vieles hängt von René Benko ab
Karstadt
Banges Warten bei 17 000 Karstadt-Beschäftigten: Der Aufsichtsrat berät am Donnerstag über die Zukunft der sanierungsbedürftigen Warenhauskette. Wird am Ende des Treffens das Aus für eine große Zahl der Häuser verkündet?
Mülheimer Presta-Werk bekommt von Thyssen-Krupp eine Chance
Industrie
Thyssen-Krupp will dem Presta-Werk in Mülheim „eine faire Chance“ geben, im konzerninternen Ringen um Aufträge weiter mitzuwirken. Um eine Zukunft zu haben, müsse der Standort, der aktuell 350 Mitarbeiter hat, aber wirtschaftlicher werden. Die Zukunft des Werkes hing zuletzt am seidenen Faden.
DIHK-Chef warnt, Dauerstreiks würden Wirtschaft hart treffen
Streiks
Für Pendler und Reisende ist der Lokführer-Streik mindestens nervig, für die deutsche Wirtschaft könnte er verheerend werden: DIHK-Geschäftsführer Martin Wansleben warnt in einem Interview, längere Streiks könnten die wirtschaftliche Entwicklung empfindlich beeinträchtigen.
Umfrage
Um die verkürzte Schulzeit besser zu meistern, sollen G8-Schüler weniger Hausaufgaben bekommen. Richtig so?

Um die verkürzte Schulzeit besser zu meistern, sollen G8-Schüler weniger Hausaufgaben bekommen. Richtig so?