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Google-Aktie rutscht nach Veröffentlichungspanne deutlich ins Minus

19.10.2012 | 06:28 Uhr

Noch während des laufenden Börsenhandels hat der Suchmaschinenbetreiber Google seine Zwischenbilanz veröffentlicht und damit den eigenen Aktienkurs auf Talfahrt geschickt. Schuld war offenbar ein Fehler bei der Übermittlung der Bilanz für das dritte Quartal an die US-Börsenaufsicht (SEC).

New York (dapd). Noch während des laufenden Börsenhandels hat der Suchmaschinenbetreiber Google seine Zwischenbilanz veröffentlicht und damit den eigenen Aktienkurs auf Talfahrt geschickt. Schuld war offenbar ein Fehler bei der Übermittlung der Bilanz für das dritte Quartal an die US-Börsenaufsicht (SEC). Da die Zahlen weit unter den Erwartungen blieben und ein Kurseinbruch um neun Prozent folgte, wurde der Handel mit den Google-Aktien zeitweise ausgesetzt. Die Anleger sollten Zeit bekommen, die Nachricht zu verdauen. Google erklärte, eine Druckerei habe den Bericht zu früh an die SEC übermittelt.

Google-Chef Larry Page entschuldigte sich bei einer Telefonkonferenz mit Analysten für das Missgeschick und wies zugleich auf die seiner Meinung nach guten Wachstumschancen für den Konzern in der Zukunft hin. Michael Robinson, Vorstand von Levick Strategic Communications sprach nach der Veröffentlichungspanne von einem "monumentalen Fehler erheblichen Ausmaßes". Die ohnehin schlechten Nachrichten seien auf dem denkbar schlechtesten Wege kommuniziert worden.

Nach dem Absturz um neun Prozent kostete die Google-Aktie noch 687,30 Dollar - damit lag sie unter dem Preis von Microsoft, das von Google erst Anfang des Monats überholt worden war. Die Bilanz für das dritte Quartal sollte eigentlich erst nach Börsenschluss am Donnerstag veröffentlicht werden. Der Beinahe-Ausverkauf drehte den positiven Trend, der die Aktie in diesem Jahr bereits zu einem absoluten Hoch geführt hatte. In den drei Monaten vor der Panne vom Donnerstag waren die Aktien um 27 Prozent gestiegen.

Google beschuldigte die Druckerei R.R. Donnelley & Sons, den Quartalsbericht drei Stunden vor der geplanten Zeit - nach Börsenschluss - an die SEC geschickt zu haben. "Wir sind voll und ganz damit beschäftigt herauszubekommen, wie es zu dem Vorfall kam und verfolgen dabei unsere höchste Pflicht, unseren geschätzten Kunden zu dienen", teilte die Druckerei mit.

Analystenerwartung deutlich verfehlt

Dem Quartalsbericht zufolge verdiente Google von Juli bis September 2,18 Milliarden Dollar, oder 6,53 Dollar pro Aktie. Im Vorjahreszeitraum betrug das Nettoeinkommen 2,73 Milliarden Dollar, oder 8,33 Dollar pro Aktie. Ohne die Kosten, die aus dem Erwerb von Motorola stammten, hätte es bei 9,03 Dollar gelegen. Die Analysten von FactSet hatten 10,63 Dollar erwartet.

Der Umsatz stieg um 45 Prozent auf 14,1 Milliarden Dollar. Nach Berücksichtigung von Vermittlungsprovisionen für Werbung waren es 11,33 Milliarden Dollar, Analysten hatten 11,86 Milliarden erwartet.

Motorola spielte eine wichtige Rolle für die schlechten Google-Quartalszahlen. Im Mai für 12,4 Milliarden Dollar gekauft, machte der Handykonzern 527 Millionen Dollar Minus, mehr als drei Mal so viel wie im Vorjahreszeitraum, als er noch eigenständig war. Google hat dem Konzern einen einschneidenden Sparkurs verordnet: 20 Prozent der Belegschaft, also etwa 4.000 Mitarbeiter werden entlassen, jede dritte der 90 Fabriken geschlossen. Die Einsparmaßnahmen kosteten zunächst 349 Millionen Dollar in dem Quartal.

Der starke Dollar ist offenbar auch für die unerwartet schlechten Google-Zahlen mit verantwortlich: Bei gleich gebliebenen Kursen wären die Einnahmen 136 Millionen Dollar höher gewesen, hieß es.

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dapd

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