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Gold erlebt glänzende Zeiten

16.11.2009 | 10:45 Uhr
Gold erlebt glänzende Zeiten

Berlin. Gold bricht alle Rekorde: Das Edelmetall ist mit mehr als 1100 Dollar pro Feinunze derzeit so teuer wie nie. Fachleute glauben, dass der Höhenflug noch eine ganze Weile anhält.

Gold glänzt wie nie zuvor. Auch am Donnerstag erklomm der Goldpreis kurzzeitig wieder einen neuen Rekord. Eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) kostete zwischenzeitlich über 1122 US-Dollar, so viel wie noch nie. Zwar gab der Preis danach wieder etwas nach. Doch hielt er sich auch am Freitag über der 1100-Dollar-Marke. Fachleute rechnen fest damit, dass die Gold-Rallye noch lange nicht zu Ende ist. So prognostizieren etwa die Rohstoff-Analysten von Merrill Lynch einen Preisanstieg auf mehr als 1500 Dollar im Verlauf der nächsten 18 Monate.

Kursrücksetzer dienen als Kaufgelegenheiten

Ganz so optimistisch sind zwar nicht alle Experten, doch die Richtung der Vorhersagen ist überall die gleiche: Es geht trotz des bereits sehr hohen Preisniveaus weiter bergauf. Kursrücksetzer werden derzeit gemeinhin als gute Kaufgelegenheiten gewertet.

Im Laufe des zurückliegenden Jahres hat der Goldpreis auf Dollarbasis bereits mehr als 50 Prozent an Wert gewonnen. Ausgedrückt in Euro fielen die Gewinne jedoch wesentlich geringer aus, weil der Dollar im Gleichschritt kräftig an Wert verlor. Für einen Euro muss man inzwischen rund 1,50 Dollar bezahlen.

Damit ist zugleich ein wichtiger Grund für den Höhenflug des Edelmetalls genannt. „Die Dollarschwäche hat auf den Goldpreis derzeit einen großen Einfluss”, sagt Eugen Weinberg, Rohstoffexperte bei der Commerzbank.

Und zwar aus mehreren Gründen: Außerhalb des Dollarraums lässt sich das in Dollar gehandelte Gold derzeit relativ günstig kaufen. So kostet die Feinunze in Euro derzeit etwa 740 Euro, das sind 40 Euro weniger als noch im Februar. Das treibt die Nachfrage.

Die Dollarschwäche und die wachsende Staatsverschuldung der Amerikaner sind zugleich auch der Grund dafür, warum Zentralbanken rund um die Welt künftig wieder verstärkt in Gold investieren dürften. Der Dollar als sichere Anlage in Krisenzeiten hat an Reputation verloren.

Als geradezu wegweisend bewerten es Marktakteure, dass Indien dem Internationalen Währungsfonds (IWF) 200 Tonnen Gold abkaufen wird, wie kürzlich bekannt wurde. „Die Entscheidung Indiens markiert eine historische Wende”, sagt Nicholas Brooks von ETF Securities. Indien sei nur die Spitze des Eisbergs. Russland, China und andere Notenbanken haben ebenfalls Interesse daran, wegen des schwachen Dollars ihre Goldreserven aufzustocken. Bislang war es genau umgekehrt. In den vergangenen Jahren haben sich die Notenbanken von ihren Goldreserven getrennt. Durch die Krise und vielleicht historischen Verfall des Dollars setzt jedoch eine Umkehr ein.

Zentralbanken kaufen in großem Stil

Wenn große Notenbanken in den kommenden Monaten und Jahren in großem Stil Gold kaufen, wird das die Nachfrage und damit den Preis auf lange Sicht antreiben. „Es gibt die Befürchtung, dass die Zentralbanken den Goldmarkt leerkaufen”, sagt Commerzbank-Experte Weinberg. Noch ist aber genug da.

Auch Privatanleger können von einem möglichen Goldboom profitieren. Bei Goldanlagen etwa in Zertifikaten sollten sie allerdings darauf achten, am besten währungsgesicherte Papiere zu kaufen. Denn es nützt wenig, wenn der Goldpreis weiter steigt, zugleich aber der schwächelnde Dollar die Kursgewinne in Euro wieder auffrisst. NRZ

Peter Hahne

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Kommentare
16.11.2009
10:18
Gold erlebt glänzende Zeiten
von dusted | #1

... je höher der Goldpreis, desto näher der totale Zusammenbruch des derzeitigen Finanzsystems.

Geld ist doch nur bedrucktes Papier, das im Ernstfall so viel Wert ist wie das auf der Rolle neben der Toilette.

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