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GM-Chef Fritz Henderson muss gehen

02.12.2009 | 12:55 Uhr
GM-Chef Fritz Henderson muss gehen

Detroit. Der Opel-Mutterkonzern General Motors kommt nicht zur Ruhe. Nach nur acht Monaten am Steuer ist GM-Chef Fritz Henderson zurückgetreten. Jetzt übernimmt Verwaltungsratschef Ed Whitacre die Führung - zumindest vorübergehend.

In einer hastig arrangierten Pressekonferenz kündigte der GM-Verwaltungsratsvorsitzende Edward Whitacre an, er werde vorübergehend in Personal-Union die Funktion Fritz Hendersons mit übernehmen. Gleichzeitig versicherte der neue starke Mann bei General Motors Aktionären und Kunden, die Restrukturierung des Konzerns sei auf gutem Wege. „Wir müssen nun unseren Fortschritt beschleunigen, damit wir unsere Verbindlichkeiten bei den amerikanischen und kanadischen Steuerzahlern so bald wie möglich begleichen können.”

Ed Whitacre, Chef des Verwaltungsrats von General Motors und nun Interims-Vorstandsvorsitzender. (Foto: imago)

Zunächst nannte Whitacre keine Gründe für das überraschende Ausscheiden Hendersons nach einer Aufsichtsratssitzung, bei der es dem Vernehmen nach hoch her ging. „Es war ein hektischer Tag“, räumte der von der US-Regierung aus dem Ruhestand zu GM geholte ehemalige AT&T-Chef zu den Ereignissen in Detroit lediglich ein.

Whitacre verwies auf Hendersons „bemerkenswerte” Leistung – immerhin hatte der erst im März als Nachfolger von Rick Wagoner an die Konzernspitze gerückte Henderson GM im Sommer in atemberaubender Zeit aus der Insolvenz geführt. Am Dienstag seien sich jedoch „alle einig gewesen, dass einige Änderungen erforderlich sind”, so Whitacre. „Ich kann ihnen jetzt nicht mehr dazu sagen“, erklärte er auf Journalistenfragen und versprach, „in den kommenden Tagen alle Fragen zu beantworten.“

Spekulationen über die Gründe

Bis dahin bleibt es bei Spekulationen über die Gründe, die zu dem Rücktritt Hendersons führten. Eine mögliche Erklärung könnten die gravierenden Missstimmigkeiten zwischen ihm und dem Verwaltungsrat bei der Opel-Kehrtwende gewesen sein. Während Henderson an dem Verkauf der GM-Tochter an das Magna-Konsortium festhalten wollte, zwang ihn der Aufsichtsrat zu einer öffentlichen Kehrtwende.

Ein Sprecher von General Motors bekräftigte, Verwaltungsrats- und Vorstandschef Whitacre habe keinerlei Absicht, beide Funktionen auf Dauer auszuüben. Die Suche nach einem Nachfolger für Henderson beginne „unmittelbar“. Man gehe davon aus, die vakante Position innerhalb „der nächsten Monate“ füllen zu können.

Thomas Spang

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