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GM-Chef bringt Liebesgrüße aus Detroit

09.11.2009 | 17:56 Uhr

Rüsselsheim/Bochum. Der Vorstandsvorsitzende von General Motors, Fritz Henderson, wirbt bei seinem Blitzbesuch in der Opel-Zentrale in Rüsselsheim für den Verbleib von Opel im US-Konzern. Die Sanierung des Autobauers soll laut einer Rating-Agentur Moody's 5,7 Milliarden Euro kosten.

Opels Hoffnungsträger, der neue Opel Astra, steht im Finale der renommierten Wahl zum „Auto des Jahres”. Als Hoffnungsträger wird General-Motors-Chef Fritz Henderson bei seinem Goodwill-Besuch in Rüsselsheim nicht gesehen, und in die Auswahlrunde „Manager des Jahres” dürfte er auch nicht kommen.

Aber der 50-Jährige kennt sich aus bei Opel. Schließlich leitete der von 2004 bis 2006 das Europa-Geschäft von General Motors, weilte 2005 zumindest einmal auch im Bochumer Werk. Auch wenn er damals mit dem dortigen Betriebsratsvorsitzenden Rainer Einenkel englisch sprach: Sein Deutsch ist mehr als passabel.

Am gestrigen Montag und voraussichtlich heute noch führt der treue GM-Soldat – 25 Dienstjahre – „interne Gespräche” in alle Richtungen am Opel-Stammsitz. Mit Regierungsvertretern spricht er angeblich nicht, sicher aber mit dem Gesamtbetriebsrats-Vorsitzenden Klaus Franz. Hendersons Gesprächspartner werden geheimgehalten.

Nach außen drang, dass Opels Barreserven zurzeit 1,75 Milliarden Euro betragen, da seit dem Beginn der Treuhandlösung Ende Mai kein Geld mehr nach GM abfließt. Mit rund 800 Millionen Euro muss noch der Überbrückungskredit getilgt werden. Die Europa-Zentrale in Zürich soll aufgelöst werden.

Eifrig spekuliert wird über die Neubesetzung der Spitzenpositionen bei Opel. Angeblich hält Henderson an dem als „knallhart” geltenden GM-Asienchef Nick Reilly als Sanierer fest. Für die Zeit danach wünscht sich „Fritz, the Blitz” (Süddeutsche) einen deutschsprachigen und damit nicht automatisch einen deutschen Autoexperten. Er meint damit einen Österreicher: Herbert Demel, den renommierten ehemaligen Audi-Lenker. Demel war an dem gescheiterten Vertrag von Henderson mit Magna beteiligt. Das Demel-Umfeld bei Magna dementiert entschieden mit „absolut kein Thema”.

"Der Neue" würde dann nicht Nachfolger des jetzigen Europa-Chefs Carl-Peter Forster, der ausscheidet, sondern Chef von Opel Deutschland, eventuell in Form einer AG. Ins spekulative Gespräch gebracht werden neben den „üblichen Verdächtigen” (Wendelin Wiedeking, Bernd Pischetsrieder, Wolfgang Bernhard) sogar Manfred Wennemer. Der ehemalige Chef von Continental hatte sich als Vertreter des Bundes in der Treuhand gegen den Verkauf an Magna ausgesprochen und ist jetzt gerade in Wut über die Politik zurückgetreten, obwohl ihm Rainer Brüderle kurz zuvor noch den Rücken gestärkt hatte – die zweite politische Niederlage des neuen Bundeswirtschaftsministers nach dem Rausschmiss seines FDP-Parteifreundes Dirk Pfeil aus der Treuhand durch die Ministerpräsidentenriege der Länder mit Opel-Standorten.

Gerd Heidecke

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