Gesundheit wird immer teurer
06.04.2009 | 16:28 Uhr 2009-04-06T16:28:00+0200
Wiesbaden. Die Ausgaben für Arztbesuche, Medikamente und Schutzimpfungen sind in Deutschland 2007 um knapp acht Milliarden Euro gestiegen. Die Gesundheitsausgaben lagen insgesamt bei 252,8 Milliarden Euro. Dies waren im Schnitt 3070 Euro pro Einwohner.
Gut 252 Milliarden Euro und damit soviel Geld wie noch nie zuvor sind 2007 in Deutschland für die Gesundheit ausgegeben worden. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Ausgaben um 3,2 Prozent oder 7,8 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Nach einem vorübergehenden Einschnitt durch die Gesundheitsreform 2003/2004 nahmen die Gesundheitsausgaben damit das dritte Jahr in Folge wieder zu.
Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt, also den Wert aller in einem Jahr im Inland produzierten Waren und Dienstleistungen, nahm der Anteil der Gesundheitsleistungen seit dem bisherigen Höchststand von 10,8 Prozent im Jahr 2003 allerdings weiter ab und zwar auf 10,4 Prozent. Die Wirtschaftsleistung stieg 2007 also stärker als die Gesundheitsausgaben, wie Michael Müller vom Statistischen Bundesamt der Nachrichtenagentur AP erklärte. Im laufenden Jahr 2009 könnte sich dieser Trend nach seiner Einschätzung umkehren.
Überdurchschnittlich mehr gaben 2007 sowohl die gesetzlichen Kassen (145,4 Milliarden Euro) als auch die privaten Krankenversicherungen (23,5 Milliarden Euro) mit plus 4,0 beziehungsweise plus 4,3 Prozent aus. Die privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck steigerten ihre Ausgaben dagegen nur um 1,8 Prozent auf 34,1 Milliarden Euro.
Riesenplus bei Prävention und Medikamenten
Überdurchschnittliche Ausgabenanstiege, nämlich um plus 8,9 Prozent, gab es 2007 bei den Leistungen der Prävention und des Gesundheitsschutzes, die auf insgesamt 10,1 Milliarden Euro anwuchsen. Dieser starke Anstieg ist nach Angaben der Statistiker auf die höheren Ausgaben bei Schutzimpfungen zurückzuführen, die seit Mitte 2007 zu den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung zählen.
Ebenfalls überdurchschnittlich und vom absoluten Betrag her am stärksten stiegen 2007 die Ausgaben für Arzneimittel - nämlich um 5,0 Prozent oder 2,0 Milliarden Euro auf 41,7 Milliarden Euro. «Ein Teil dieses Anstieges kann durch die Anhebung des Mehrwertsteuersatzes von 16 Prozent auf 19 Prozent zum 1. Januar 2007 erklärt werden», berichtete das Bundesamt.
Mehr Geld für ambulante Einrichtungen
Ambulante Einrichtungen bekamen erneut fast die Hälfte des Geldes (49,2 Prozent). Die Ausgaben für sie stiegen um 4,9 Prozent auf 124,4 Milliarden Euro. Vom Ausgabenvolumen her betrachtet waren Arztpraxen (38,4 Milliarden Euro) und Apotheken (36,4 Milliarden Euro) die bedeutsamsten ambulanten Einrichtungen. Den prozentual stärksten Anstieg hatten mit 6,7 Prozent (plus 500 Millionen Euro) die Einrichtungen der ambulanten Pflege zu verzeichnen, für deren Leistungen Ausgaben in Höhe von 7,9 Milliarden Euro anfielen.
Im (teil-)stationären Sektor wurden mit 91,8 Milliarden Euro 1,7 Prozent mehr aufgewendet als im Jahr 2006. Den größten Anteil bekamen Krankenhäuser (64,6 Milliarden Euro).
Eingerechnet in die Gesundheitsausgaben sind laut Bundesamt neben sämtlichen Gütern und Leistungen unter anderen auch Verwaltungskosten, Investitionen in Gebäude, Aufwendungen für Forschung und Ausbildung sowie Lohnfortzahlungen. (ap)

11:07
Habe selbst in der Familie mehrere Rentner/innen über 70 Jahre, die fast täglich (!!!!) wegen jedem Furz zum Arzt, bzw. zu irgendwelchen Maßnahmen (Massagen, Bestrahlungen, etc.) rennen !!!! Wohl gemerkt - fast täglich !!!! Wenn ich mir die Wartezimmer in den meisten Arztpraxen anschaue, dürfte das Durschnittsalter dieser Patienten sicher ebenfalls weit über 60 Jahre liegen !!!
10:57
Einen guten Ausweg aus diesem System sehe ich darin, den Verwaltungen, den Ärzten, den Apothekern und der gesamten Pharmaindustrie so viel Geld in den ***** zu stecken, dass sie alle platzen !!!!
10:53
Zu #7 - audio001
...nicht schlecht gedacht, Herr Specht !!! Und warum wird politisch an diesem Gesundheitssystem nichts, bzw. kaum etwas verändert ? Richtig !!!
Weil das gesamte bürgerliche Parteiensystem hiervon auf allen Ebenen profitiert !!! Innerhalb dieses Systems fliessen Millionen EUR in Taschen, die dort eigentlich - nach unserem Rechtsverständnis - nicht hin gehören !!! Die menschen sparen an allen Ecken und Enden. Viele können sich schon die gesetzlichen Zuzahlungen bei den medikamenten und in den Arztpraxen nicht mehr leisten. Trotzdem steigen diese Kosten ständig weiter. ALLE verdienen sich Doof und Dämlich. Das Rettungswesen, die Ärzteschaft, die Apotheken, die Pharmaindustrie - einfach ALLE !!! Nur die Kassenpatienten erhalten immer weniger an medizinischer und ärztlicher Qualität und Menge !!! Ist das nicht merkwürdig ? Was geschieht hier unter den Augen des Gesetzgebers eigentlich ??? Schlafen wir alle einen kollektiven medikamentösen Massenschlaf ???
10:33
So lange diese Parteien aus der Industrie mit Großspenden bei Laune gehalten werden, wird sich an diesem Gesundheitssystem nichts mehr ändern. Eine Änderung dieses Systems, käme nur bei einer Änderung des Parteienfinanzierungsgesetzes in Gange !!!
10:30
Obwohl ich schwerstkrank bin, gehe ich nicht zum Arzt, weil ich mir die 10,00 EUR und die Zuzahlung bei den Medikamenten einfach nicht mehr leisten kann. Als armes Schwein werde ich daher früher in´s Gras beißen müssen. Danke SPD !!!
08:22
Es ist pauschal nur von höheren Ausgaben die Rede, die die Statistiker angeblich festgestellt haben wollen.
Aussagekräftiger wären entsprechende Statistiken, wenn daraus hervorginge, ob eine plötzliche Patientenschwemme oder einfach nur die Gier nach immer mehr Geld der an der Gesundheit Verdienenden für diese ungeheueren Preissteigerungen veranwortlich sind.
07:32
Keine der bisherigen Reformen des Gesundheitswesens hat auch nur ansatzweise dazu geführt, dass die Finanzierung und die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems langfristig stabilisiert werden konnte! Und wie die Statistik für 2007 deutlich macht, und die für 2008 bestätigen wird, dreht sich die Ausgabenspirale immer weiter.
Interessanterweise, wenn man sich die „Historie“ der Reformen anschaut, stellt man fest, dass alle Reformen bislang immer wieder auf den status quo der Struktur des Gesundheitssystems in Deutschland aufgesetzt haben. Anders ausgedrückt, man hat die bisherigen Reformen immer nur an der Verteilung der Gelder - über die Form der Abrechnung - festgemacht.
Mal bekam der eine mehr, der andere weniger und im Zweifelsfall hat der Versicherte halt mehr bezahlen müssen!
Objektiv gesehen hat die Politik in den letzten Jahren nichts weiter gemacht, als an den Symptomen des chronisch kranken Gesundheitssystems rumgedoktert; ohne nachhaltig die Frage nach den Ursachen zu stellen!
Fakt ist; das Gesundheitssystem - von seinem Aufbau her - hat eine lange Geschichte hinter sich, die bis in die Dreiziger Jahre des letzten Jahrhunderts reicht.- Also in eine Zeit, in der weniger die Frage der Finanzierung im Vordergrund stand, als zentrale Einflussnahme und Lenkung. Aus der damaligen Zielsetzungen heraus spielte die Finanzierungsfrage, oder gar eine Optimierung der Kosten des Gesamtsystems, eine untergeordnete Rolle.
Überraschenderweise hat dieser grundsätzliche Aufbau des Gesundheitssystems in Deutschland, alle politischen Veränderungen der letzten 60 Jahre überdauert.- Wobei sich der Aufbau des Gesundheitssystem sicherlich nunmehr weit von seinen historischen Wurzeln entfernt hat. Im Grunde genommen hat sich das Gesundheitssystem zu einem riesigen eigenständigen Markt entwickelt, in denen jedes Jahr zig Milliarden umgesetzt werden und sich gleichfalls Milliardengewinne realisieren lassen! Mithin ein Markt, der vielerlei Begehrlichkeiten weckt!
Ein Markt in dem sich, aufgrund seiner historisch starren Strukturen, Marktmechanismen etabliert haben, die dazu geführt haben, dass im Grunde alle Beteiligten - wenn man mal von denen absieht, die das Gesundheitssystem finanzieren - eigentlich zufrieden sind. Das System hat sich, wenn es um die Verteilung der Gelder der Versicherten geht, jahrzehntelang bewährt.
Anders ausgedrückt, es gibt für die, die am Gesundheitssystem verdienen, überhaupt keinen Grund etwas verändern wollen.- Ein besseres „Geld- Verteilsystem“ wie das Gesundheitssystem in Deutschland, kann es im Grunde genommen - für die, die Vorteile daraus ziehen wollen - nicht geben!
Und damit ist auch das Problem des Gesundheitssystems auf den Punkt gebracht! Die Beteiligten im Gesundheitssystem, wollen scheinbar keine Veränderung! Und weil sie keine Veränderung wollen, nehmen sie in unterschiedlicher Weise Einfluss auf die Politik, um einen grundsätzlichen Umbau des Gesundheitssystems zu verhindern.
Die Politik verhält sich so, wie sie sich immer verhält: Sie sucht den steten Kompromiss, den Königsweg der allen Marktbeteiligten gerecht wird: der Arzneimittelindustrie, den Krankenversicherungen, den Verbänden, den Krankenhäusern, der Ärzteschaft …
Das Resultat erlebt der Bürger dann als Versicherter (im Übrigen der politisch Schwächste in diesem Szenario, weil man ihn nur alle X-Jahre einmal als Wähler braucht!)- Er wird letztendlich zur Kasse gebeten, Leistungen werden abgebaut und die Gesamtausgaben für dieses Gesundheitssystem steigen von Jahr zu Jahr!
Man muss in diesem Markt die Nachfrage als Anbieter im Grunde genommen gar nicht erst stimulieren.- Es gibt auch für die potentiellen Nachfrager i.d.R. keine Möglichkeit dem Angebot des Marktes auszuweichen. Denn es gibt hierzu nahezu – wenn man von Selbstdiagnose und Selbstbehandlung mal absieht – keine Alternative. Es sei denn, man akzeptiert als betroffener (Patient) Unwohlsein, Schmerz und schlimmstenfalls den Tod!
Diese atypische Marktcharakterisierung gilt im Übrigen auch für die Anbieter.- Während üblicherweise die Motivation (z.B. im industriellen Bereich) aus sich heraus groß ist, u.a. über Prozessoptimierung, Wertschöpfungsketten kostenminimiert und profitorientiert auszugestalten, scheint dieser Motivator bei einem Teil der Marktteilnehmer auf der Anbieterseite im Gesundheitsmarkt zu entfallen?
Und was macht die Politik um dieses zu ändern.- Nun sie ist – das muss man fairerweise anmerken - schon „bemüht“. Sie hat die DRGs eingeführt um die Abrechnung neu zu strukturieren, sie versucht Diagnose- u. Behandlungsabläufe durch Vorgaben zu beeinflussen und sie ist bemüht durch Verknappung der verfügbaren Geldmittel auf den Umfang der Leistungen Einfluss zu nehmen.
Aber leider mit offensichtlich mäßigem Erfolg! Letztendlich ohne nachhaltige Effekte; weder erkennbar, dass damit die Finanzierung des Gesundheitssystems langfristig gesichert werden kann, noch die Leistungsfähigkeit gegenüber den Versicherten langfristig sichergestellt werden könnte!?
Nur, wie sieht letztendlich ein durchdachtes Konzept für einen radikalen Umbau der Struktur des Gesamtsystems Gesundheit in Deutschland aus? Was sind die klar formulierten Ziele mit der die Diskussion über eine neuerliche Reform auf allen gesellschaftlichen Ebenen geführt werden soll, wie sieht die langfristige Strategie für einen Umbau des Gesundheitssystems aus?
Fragen auf die die Politik bisher konkrete Antworten schuldig geblieben ist!- Insoweit bleibt es bei einem fortwährenden Tanz ums goldene Kalb, bei dem der Bürger als Patient die Rechnung zu zahlen hat!
00:42
So lange Politik und Krankenkassen der Pharmaindustrie nicht z.B. durch Einführung einer Positivliste die kreative Preisgestaltung bei Medikamenten und damit ständig überproportional steigende Preise unmöglich machen, werden ständig steigende Beitragssätze für die Pflicht-Versicherten die Folge sein.
00:10
man muß eben der Pharmaindustrie immer mehr im Hintern stecken..!
23:48
Man sollte alle Krankenkassen abschaffen ,da wir jetzt alle das gleiche bezahlen müßen haben sie ihren Sinn verloren .Ergebnis wäre eine Millionenersparnis weil man die ganze Vorstände abschaffen könnte.Eine Kasse für alle.